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Familienunternehmen stellt sich neu auf

Es gibt wieder eine Doppelspitze bei der Käserei Alpenhain in Pfaffing

Alpenhain, Spezialist für Käseprodukte [hier beim Abwiegen), hat wieder eine Doppelspitze in der Geschäftsführung – nach Unternehmensangaben wichtig für die weitere Produktentwicklung.
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Alpenhain, Spezialist für Käseprodukte [hier beim Abwiegen), hat wieder eine Doppelspitze in der Geschäftsführung – nach Unternehmensangaben wichtig für die weitere Produktentwicklung.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Die Doppelspitze in der Geschäftsführung der Alpenhain Käsespezialitäten GmbH mit Sitz in Pfaffing (Lehen) ist wieder komplett: Nachfolger des ausgeschiedenen Stefan Kost ist Hubertus Bauland (55). Als technischer Geschäftsführer verantwortet Bauland die Bereiche Produktion, Technik, Einkauf und Human Resources (HR, Personalwesen).

PfaffingRobert Winkelmann (58), der bereits seit 1. Juni 2018 Geschäftsführer des oberbayrischen Familienunternehmens ist, verantwortet nun auch den kaufmännischen Bereich sowie weiterhin Vertrieb und Marketing.

Hubertus Bauland hat mehr als 25 Jahre Branchenerfahrung gesammelt, unter anderem als Bereichs- und Werksleiter Produktion und Technik bei der Molkerei Alois Müller GmbH & Co. KG. Zuletzt war er bei der Molkereigenossenschaft Bayerische Milchindustrie eG. tätig.

In dem Traditionsunternehmen steckt viel Potenzial

In seiner neuen Funktion als technischer Geschäftsführer bei Alpenhain wird Bauland nach Unternehmensangaben laufende Prozess-Optimierungen in der neuen Käserei sowie strategische Großprojekte, die bereits in Planung sind, weiterentwickeln und umsetzen. Winkelmann kündigt auf Nachfrage für 2022 Sortimentserweiterungen durch die Einführung von neuen Käseprodukten an.

Bauland betont mit Blick auf seinen neuen Arbeitgeber Alpenhain: „In dem Traditionsunternehmen steckt viel Potenzial, und ich bin davon überzeugt, dass ich mit meinen Erfahrungen zur weiteren Stärkung des Standortes beitragen kann.“

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„Mit Hubertus Bauland haben wir wieder einen technischen Geschäftsführer in der Unternehmensleitung. Dies unterstreicht unsere strategische Neuausrichtung, die wir bereits mit dem Aus- und Neubau der Käserei, die seit Oktober 2020 in Betrieb ist, vorgegeben haben,“ so Winkelmann, der von Januar 2021 bis zur jetzigen Wiederbesetzung der Doppelspitze kommissarisch alleiniger Geschäftsführer bei Alpenhain war.

Alpenhain verarbeitet seit 1905 Milch aus dem Alpenvorland

Als Hersteller von Käsespezialitäten verarbeitet Alpenhain seit 1905 Milch aus dem Alpenvorland. Das Familienunternehmen ist in vierter Generation in Lehen (Pfaffing) beheimatet. Über 430 Mitarbeiter und Auszubildende verarbeiten jährlich über 80 Millionen Lite Milch. Der Schwerpunkt liegt auf der Herstellung und Verarbeitung von Camembert. Das Unternehmen produziert unter anderem seit über 25 Jahren den Original Obazda. Die Familienkäserei ist laut eigenen Angaben Marktführer für beide Produkte.

Das Unternehmen, das 2020 etwa 45 Millionen Euro in den Standort Lehen investierte, bedient die drei Absatzkanäle Lebensmitteleinzelhandel, Großverbraucher und Export. Es exportiert nach eigenen Angaben Käsespezialitäten wie Weichkäse, Obazda, Camembert Creme, Back-Camembert, Grillkäse und Back-Käse-Snacks in über 40 Länder weltweit.

Neben Robert Winkelmann (rechts), seit Januar 2021 kommissarisch alleiniger Geschäftsführer, vervollständigt Hubertus Bauland jetzt wieder die Führungs-Doppelspitze der Traditionskäserei.

Interview: Deutlich erhöhte Kosten und Sorge um die Impfquote

Im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen erläutert Geschäftsführer Robert Winkelmann, warum das Jahr 2021 nicht nur aufgrund der vielen Corona-Unsicherheiten erneut ein schwieriges ist.

Molkereien wie Bauer und Meggle setzen auch auf vegane Produkte. Plant auch Alpenhain eine solche Linie ohne Milch?

Robert Winkelmann : Selbstverständlich verfolgen wir die gesellschaftlichen Veränderungen und die damit einhergehenden Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden nach alternativen Produktangeboten. Umwelt, Regionalität und Nachhaltigkeit waren schon immer ein wesentlicher Teil der Alpenhain-Kultur. Es wird überlegt, zukünftig auch Käsespezialitäten als vegane, pflanzliche Produkte anzubieten, als Ergänzung zu unserem Käse-Kerngeschäft aus regionaler Milch von unseren langjährigen Milchlieferanten.

21 neue Milchbauern gehören zu den Vertragshöfen von Alpenhain. Ihr Unternehmen legt Wert darauf, dass kein Hof mehr als 50 Kilometer von der Käserei entfernt liegt. Werden Sie auch Auflagen zum Thema Anbindehaltung machen?

Winkelmann: Tierwohl und Tierschutz sind uns wichtig, weshalb unsere Verträge mit den Landwirten einen besonderen Fokus darauf haben. Wir sind regelmäßig bei den Betrieben vor Ort, um uns von der tierwohlgerechten Haltung zu überzeugen, sowie intensive und umfangreiche Beratung zu Haltungsformen mit unseren Milchlieferanten durchzuführen. Zusätzlich zahlen wir unseren Milchviehhaltern einen freiwilligen Zuschlag, um sie darin zu unterstützen die Tierwohlkriterien zu erfüllen und weiterhin in optimierte Haltebedingungen zu investieren, wie etwa Laufstallhaltung und zusätzlicher Weidegang. Aufgrund örtlicher oder baulicher Begebenheiten haben noch nicht alle unserer Milchbauern auf die Laufstallhaltung umstellen können, aber durch die Ankündigungen einiger nationaler Handelspartner, zukünftig keine Milch oder Milchprodukte aus ganzjähriger Anbindehaltung mehr zu vertreiben, werden hier in den kommenden zwei bis drei Jahren weitere Anstrengungen zur Umstellung auf Laufstall- oder Weidehaltung erfolgen müssen.

Corona ist noch lange nicht vorbei, doch alle hoffen, dass es nicht zu einem weiteren Lockdown kommt. Kann Alpenhain als Unternehmen, das auch Großabnehmer wie die Hotellerie, das Catering und Kantinen beliefert, einen weiteren Umsatzeinbruch in diesem Bereich abfedern?

Winkelmann: Unser Umsatz wurde im Jahr 2020 und auch im ersten Halbjahr 2021 deutlich durch die Corona-Maßnahmen in der Gastronomie beeinflusst, auch wenn wir einen Teil davon in anderen Absatzkanälen kompensieren konnten. Um es sehr klar zu sagen: Ein weiterer harter Lockdown würde unser Ergebnis stark negativ beeinflussen. Ich hoffe sehr, dass die verantwortliche Politik überzeugende Konzepte findet, um weitere Maßnahmen zu Lasten der Gastronomie abzuwenden.

Wie ist die Impfbereitschaft bei den Mitarbeitern von Alpenhain? Gibt es bei Ihnen im Haus Sonderimpfaktionen? Würden Sie sich eine Impfpflicht wünschen?

Winkelmann: Die Corona–Impfkampagne bei Alpenhain durch unseren Betriebsarzt war ein großer Erfolg. Es haben sich knapp 100 Mitarbeiter impfen lassen und so einen Beitrag zur gesundheitlichen Sicherheit aller geleistet. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken und alle Kollegen ermutigen und bestärken, die bisher das Angebot zur Impfung – ob bei uns, dem Hausarzt oder einem Impfzentrum – noch nicht angenommen haben, diesen Schritt noch zu machen, da es zum Schutz der eigenen Person, der Familie und der Allgemeinheit beiträgt. Da die leider weiterhin viel zu geringe Impfquote noch keine ganzheitliche Immunität in der Bevölkerung erreicht, befürchte ich, dass sich die Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Lockdown im Herbst deutlich erhöht. Vor diesem Hintergrund wäre – nicht unbedingt eine Impfpflicht – aber eine doch deutlich bessere Aufklärung bezüglich der Impf-Sicherheit sowie ein stärkerer Anreiz zur Impfung notwendig.

Wie entwickelt sich das Geschäftsjahr 2021? Haben sich die Umsatzerwartungen für die beiden ersten Quartale erfüllt?

Winkelmann: Wie schon erwähnt, haben sich die Geschäfte durch die Lockdown-Maßnahmen leider nicht so gut entwickelt wie von uns geplant. Dennoch können wir in Summe mit der Umsatzentwicklung in den ersten beiden Quartalen zufrieden sein, allerdings beeinflussen deutlich höhere Kosten bei Rohware n, Verpackungsmaterialien, Energie sowie bei den Aufwendungen für die anhaltenden Corona-Schutzmaßnahmen das Geschäftsergebnis stärker als erwartet. Bis zum Jahresende rechnen wir mit einem Umsatz von etwa 120 Millionen Euro, unter der Voraussetzung, dass die Wirtschaft nicht durch Corona-Effekte wieder stark eingebremst wird.

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