Doppel-Abschied an der Schule Babensham: Leiterin und Stellvertreterin gehen in Ruhestand

Nahmen mit etwas Wehmut Abschied vom Schul- und Berufsleben: Schulleiterin Gabriele Graf (links) und ihre Stellvertreterin Monika Mayer.
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Nahmen mit etwas Wehmut Abschied vom Schul- und Berufsleben: Schulleiterin Gabriele Graf (links) und ihre Stellvertreterin Monika Mayer.

An der Grundschule Babensham geht eine Ära zu Ende: Die Schulleiterin Gabriele Graf (61) und Monika Mayer (65), langjährige Klassenlehrkraft der Kombiklassen 1/2 sowie Schulleiterstellvertreterin, treten in den Ruhestand.

Von Winfried Weithofer

Babensham – Bei der doppelten Verabschiedungsfeier mit etwa 30 Teilnehmern in der Aula wurde ihnen viel Lob zuteil. Kinder konnten nicht teilnehmen, „weil die Abstandsregeln nicht hätten eingehalten werden können“, bedauerte Graf.

Freude auf neuen Lebensabschnitt

Sechs Jahre war sie als Leiterin an der Grundschule tätig. Der Abschied sei mit Wehmut verbunden, sagte Graf am Rande des Festakts. Aber jetzt freue sie sich auf den neuen Lebensabschnitt. Sie hat sich vorgenommen, viel zu lesen und zu wandern. „Ich will auch das anpacken, wozu bisher die Zeit gefehlt hat.“ Erst einmal wolle sie sich aber erholen, und dann gebe es zu Hause einige Renovierungsarbeiten zu erledigen.

Wortschatz der Kinder hat nachgelassen

Welche Veränderungen sie im Lauf der Jahrzehnte bei den Schülern wahrgenommen hat? Sie beklagt, dass das Sprachvermögen der Kinder nachgelassen habe. „Der Wortschatz ist nicht mehr so groß wie früher.“ Zudem habe die Konzentrationsfähigkeit abgenommen, was auch mit dem Medienkonsum zusammenhänge. Die Schüler würden eben anders aufwachsen als vor 30 Jahren, stellt die Pädagogin fest.

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Insgesamt habe ihr der Beruf viel Freude gemacht, „aber es war auch sehr herausfordernd und anstrengend“, sagte sie mit Blick auf die Organisation zahlreicher schulischer Veranstaltungen. An ihre Kollegin Mayer gewandt, lobte Graf: „Liebe Monika, du hast die dir anvertrauten Kinder sehr erfolgreich begleitet.“ Das habe sich schon am überdurchschnittlich gut entwickelten Sozialverhalten der Schüler gezeigt. Und sie erinnerte mit einem Lachen an das erste Vieraugengespräch mit ihr, das etwa so begann: „I bin die Monika, mia sagn du, weil i bin die Ältere.“

Monika Mayer betonte im Rückblick auf ihre jahrzehntelange Tätigkeit, ihr falle auf, dass die Schüler weniger grüßen würden. „Früher war das selbstverständlich.“ Andererseits seien sie wissbegierig und sozial eingestellt.

Im neuen Lebensabschnitt will sie viel reisen, Konzerte und Museen besuchen. Vor allem freut sie sich darauf, mehr Zeit für Kinder und Enkel zu haben.

Die Nachfolge ist geregelt

Sepp Huber, Babenshamer Bürgermeister, sowie Angelika Elsner, Schulamtsdirektorin aus Rosenheim, machten den scheidenden Lehrkräften viele Komplimente. Huber sagte, sie hätten „die kleine, aber feine Schule“ über Jahre geprägt und beste Leistungen erbracht. Elsner bescheinigte der Leiterin, sie habe die Schule achtsam durch die CoronaKrise geführt.

Die Nachfolge sei geregelt, einen Namen wollten weder er noch Elsner nennen. Das Amt der stellvertretenden Schulleiterin übernimmt Stephanie Felber.

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