Nun doch: Es gab genügend Wahlhelfer in Ramerberg

Vorschriftsmäßig ausgezähltwurde am Sonntag auch in der Gemeinde Ramerberg. dpa

Mit Spannung war am Sonntag die Briefwahl in Ramerberg beobachtet worden, hatte doch der amtierende Bürgermeister Georg Gäch die 16 Wahlhelfer aufgerufen, aus Sicherheitsgründen wegen der Corona-Pandemie zu Hause zu bleiben. Tatsächlich aber waren ausreichend Wahlhelfer zu ihrem ehrenamtlichen Dienst erschienen.

Von Petra Maier

Ramerberg– „Wir hatten kein Problem, genügend Wahlhelfer für die Briefwahl am Sonntag zu bekommen“, schildert Ramerbergs Wahlleiter Maximilian Brockhoff am Montagmorgen im Gespräch mit unserer Zeitung. 15 Wahlhelfer waren am Sonntag ins Gemeindehaus gekommen, um die beiden Stimmbezirke auszuzählen. „Benötigt hätten wir im schlimmsten Fall nur drei, dann hätten sie zwar zwei Stimmbezirke auszählen müssen, aber das wäre rein rechtlich auch gegangen“, so Brockhoff.

Handschuhe und Atemmasken zum Schutz vor Corona

Auf Schutzmaterialien habe die Gemeinde ausreichend zurückgreifen können. Es gab für jeden Helfer Handschuhe und der künftige Bürgermeister Manfred Reithmeier hatte Atemschutzmasken mitgebracht. „Selbstverständlich wurde auch auf den nötigen Sicherheitsabstand geachtet. Wir haben zum Glück genügend große Räume, sodass der vorgeschriebene Mindestabstand von eineinhalb Meter locker eingehalten werden konnte“, beschreibt Brockhoff die Situation am Wahltag.

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Gäch erklärte, dass er aus reiner Fürsorgepflicht für die Wahlhelfer im Vorfeld der Wahl dazu geraten habe, den Dienst nicht anzutreten. „Ich bin aber als Bürgermeister nicht verantwortlich für den Ablauf der Wahl“, stellt er klar, „das ist letztendlich der Wahlleiter.“

Gäch sieht sich in seiner Warnung vor der Briefwahl trotz der durchgeführten Auszählung in Ramerberg immer mehr bestätigt. Er habe inzwischen auch auf seinen offenen Brief an Staatsminister Joachim Herrmann Antwort erhalten (wir berichteten). „Der Staatsminister hat sogar handschriftliche Anmerkungen gemacht“, freut sich Gäch. Doch der Inhalt des Antwortschreibens ließ keinen Zweifel zu: Das Staatsministerium habe Gächs Argumentation nicht folgen wollen und anders entschieden, ging klar hervor und so hat die Wahl dann ja auch stattgefunden.

Dennoch viel Zuspruch für Gäch

„Viel Zuspruch habe ich dennoch bekommen“, beschreibt Gäch weiter. Einige seiner Amtskollegen hätten ihm hinter vorgehaltener Hand verraten, dass sie seinen Vorstoß als couragiert erachten „und mir absolut – aber nicht öffentlich – zustimmen“. „Endlich traut sich mal einer, was zu saen“, hätten sie ihm zugeraunt.

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Liegt sein entschlossenes Vorpreschen vielleicht daran, dass er nichts mehr zu verlieren hat, weil er doch im Mai sein Bürgermeisteramt nach verlorener Wahl an Reithmeier abtreten muss? „Nein“, versichert Gäch,“ wenn mir was nicht passt, dann habe ich das immer schon gesagt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man immer eine klare Meinung vertreten sollte, und das werde ich auch beibehalten.“

Außerdem, so glaubt er, sei die Wahl vom Sonntag längst nicht in trockenen Tüchern. „Jetzt melden sich bayernweit auch Verfassungsrechtler, die neben der Gesundheitsfrage, die ich gestellt hatte, auch den rechtlichen Rahmen der Wahl hinterfragen.“

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