Diskussion im Gemeinderat Reichertsheim: Energie einsparen – aber wie und wo?

Das Feuerwehrhaus in Ramsau biete Potenzial für eine Modernisierung, war im Gemeinderat zu hören.
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Das Feuerwehrhaus in Ramsau biete Potenzial für eine Modernisierung, war im Gemeinderat zu hören.

Möglichkeiten zum Energieeinsparen seien in Reichertsheim bereits mehrmals von Ingenieurbüros vorgestellt worden, fasste Bürgermeister Franz Stein (Einigkeit Ramsau) zusammen, doch das „Institut für systemische Energieberatung“ hebe sich positiv ab. Man habe Interesse, so entschied auch der Gemeinderat einstimmig.

Von Karlheinz Günster

Reichertsheim – In der Sitzung stellte Katharina Zeiser ihr Institut sowie dessen Ziele und Möglichkeiten für die Gemeinden vor: Input, Best Practice, Benchmark – ohne Englisch ging es nicht, um den gemeindlichen Beitrag, die empfohlene Vorgehensweise oder einen Maßstab zu beschreiben.

40 Beratertage im Angebot

Anvisiert, so erklärte sie weiter, werde dabei ein Zeitrahmen von drei Jahren, der für die Gemeinde 40 Beratertage beinhalte. Das beginne mit einer Bestandsaufnahme der technischen Ausrüstung und Besichtigungen der kommunalen Gebäude, auch mit Wärmebildern. Nach einer Auswertung mit Wirtschaftlichkeitsberechnung stehe ein Ziel an, Details würden bewertet und die Umsetzung gestartet.

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Zudem gehe es darum, Kommunen zusammen zu bringen, denn durchaus würden auch Fehler gemacht, die andere vermeiden sollten, warb sie für ein Netzwerk mit regelmäßigen Treffen. All das unterstütze der Bund mit 70 Prozent, das sind derzeit zehn Prozent mehr aufgrund der Corona-Krise.

Zudem sollte ein kompetenter Mitarbeiter aus der Verwaltung für etwa 7 Tage im Jahr zur Verfügung stehen. Dafür berechne das Institut 6.000 Euro jährlich, wobei der Preis auch für eine Verwaltungsgemeinschaft gelte. Das betreffe hier den VG-Partner Kirchdorf, was die Kosten halbiere.

Aus dem Gemeinderat kam die Frage, was denn dieses Institut von den kostenlosen Energieberatungen im Landkreis unterscheide. Katharina Zeiser vermutete, dass es der Umfang der Dienstleistung sei.

Gemeinderat Stephan Baumgartner (Einigkeit Ramsau) versuchte, die Fülle der Informationen auf den Punkt zu bringen: „Was bleibt für uns letzten Endes übrig?“ Denn Schule, Rathaus oder Kinderhaus seien verhältnismäßig neu oder noch nicht lange saniert, einzig das Ramsauer Feuerwehrhaus vertrage eine Modernisierung. Doch lohne das den Aufwand und mache sich das bezahlt, fragte er. Bei der anstehenden Fotovoltaikanlage auf dem Bauhofdach genüge zur Berechnung auch ein Elektriker. Eine Zusammenarbeit sei nur sinnvoll, meinte Baumgartner weiter, wenn die Gemeinde auch bereit sei, einen größeren Geldbetrag dafür auszugeben und damit anderes zurückzustellen. „Wollen wir das?“ fragte er.

Ein Beschluss wurde dazu nicht gefasst, aber der Rat sprach sich dafür aus, zumindest in den Austausch mit dem Institut zu treten. Eine konkrete Entscheidung folge erst noch, erklärte Bürgermeister Stein.

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