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500 Tage Bürgermeister (Teil 11)

Josef Niedermeier aus Pfaffing: „Digitalisierung im Fokus“

„Wir haben sehr gute Erfahrungen mit absoluter Transparenz zu den Bauleitplanverfahren gemacht“, sagt Pfaffings Bürgermeister Josef Niedermeier. Unser Foto entstand im frisch sanierten evangelischen Kindergarten.
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„Wir haben sehr gute Erfahrungen mit absoluter Transparenz zu den Bauleitplanverfahren gemacht“, sagt Pfaffings Bürgermeister Josef Niedermeier. Unser Foto entstand im frisch sanierten evangelischen Kindergarten.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Er gilt als der Digitalisierungsbürgermeister im Wasserburger Land: Josef Niedermeier aus Pfaffing geht in diesem Themenbereich voran. Dass so viele Projekte in 500 Tage umgesetzt wurden, hat jedoch auch noch einen anderen Grund.

Pfaffing – Seit der Kommunalwahl im Jahr 2020 sind im Altlandkreis Wasserburg exakt 13 neue Bürgermeister in Amt und Würden. Unsere Heimatzeitung fragte nach, wie die ersten 500 Tage ihrer Amtszeit verlaufen sind. Lesen Sie heute die Antworten von Josef Niedermeier (Freie Wähler Forsting und Umgebung), Bürgermeister in Pfaffing.

Wie hat Corona in den ersten 500 Tagen Ihrer Amtszeit mitregiert?

Josef Niedermeier: Mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Natürlich fehlen Veranstaltungen und man hatte seit dem Amtsantritt wenige Möglichkeiten, Menschen persönlich zu treffen. Das wird sich aber nach der Pandemie relativieren. Anderseits hat sich der Wegfall von Veranstaltungen äußerst positiv auf die Umsetzungsgeschwindigkeit und Qualität sehr vieler Projekte ausgewirkt. So konnte beispielsweise bereits zum September 2020 in wenigen Monaten eine Kindergartenmischgruppe in das Schulgebäude in Pfaffing einziehen. Das Untergeschoss des evangelischen Kindergartens wurde nach Wassereintritt saniert und wird zum Oktober 2021 bezogen. Die nun lichtdurchfluten Räume bilden, zusammen mit dem neugestalteten Garten zukünftig quasi einen zentralen Bereich, in dem Kinder im Kräutergarten Eindrücke und Gerüche von Küchenkräutern hautnah erleben können.

Pfaffing gilt als Vorreiterkommune in Sachen Digitalisierung. Liegt das auch an Ihrem beruflichen Hintergrund, schließlich waren Sie vor dem Bürgermeisteramt in leitender Funktion im IT-Bereich tätig? Wie weit sind Sie mit Ihren Digitalisierungsbestrebungen gekommen?

Niedermeier: Tatsächlich haben wir mit der Digitalisierung der Grundschule einen großen Schritt nach vorne gemacht. Neben Maßnahmen zur Reduzierung von Systemkomplexitäten wurden für die Schule viele Geräte wie Laptops, Tablets und zuletzt eine digitale Tafel beschafft. Das Schulhaus in Pfaffing ist nun mit Glasfaser erschlossen und über eine intuitive Schulmanager-App tauschen sich Eltern und Schule direkt aus. Auch im Rathaus ist Digitalisierung im Fokus. Nach der Optimierung der Prozesse hierfür konnten wir auch auf die elektronische Eingangsrechnung umstellen. Der neue Webauftritt der Gemeinde erfreut sich großer Beliebtheit und die Planungen für eine neue, einfache und leistungsfähige IT-Infrastruktur im Rathaus laufen für den Ausbau der digitalen Akten.

Lesen Sie auch: Mann aus der Wirtschaft wird Rathauschef: Pfaffings Bürgermeister ist in seinem Amt angekommen

Auch in Pfaffing gibt es einen starken Baudruck. Neue Baugebiete auszuweisen, ist jedoch oft leichter gesagt als getan, mussten Sie feststellen. Wie ist der Stand der Dinge?

Niedermeier: Wir haben sehr gute Erfahrungen mit absoluter Transparenz zu den Bauleitplanverfahren gemacht und wiederholt Bürger und Beteiligte eingebunden. Insgesamt kommen wir, geführt von den gesetzlichen Rahmenbedingungen, gut und schnell voran. Das Mischgebiet in Pfaffing ist mittlerweile erschlossen und das geplante Wohnbaugebiet kommt gut voran. In Forsting beginnen demnächst die Erschließungsarbeiten.

In Pfaffing gibt es derzeit Ärger wegen Ruhestörungen und Vandalismus, zurückzuführen auf Jugendliche. Wie schätzen Sie die Situation ein? Handlungsbedarf gibt es auch in der Seniorenpolitik. Es hakt beim Projekt „betreutes Wohnen“. Wie geht es hier weiter?

Niedermeier : Ich bedanke mich ganz ausdrücklich und explizit bei der großen Zahl an Jugendlichen, die friedlich, ohne Ruhestörung, Vandalismus und corona-konform zusammenkommen, ratschen und feiern. Seid ihr bitte Vorbild für andere!

Ziel der Seniorenpolitik sollte eine integrierte, abgestimmte und ökonomisch darstellbare Lösung sein. Wir nehmen seitens der Verwaltung derzeit an etlichen Informationsveranstaltungen teil, um verschiedene Perspektiven und bewährte Vorgehensweisen kennenzulernen. Ein wichtiger Baustein in der Gestaltung sind dabei natürlich auch die Arbeitskreise und Gremien. Ein Wohnraumkonzept für Senioren soll dabei in einem strategischen Gesamtkonzept aufgehen und das wollen wir entwickeln.

Worauf freuen Sie sich morgens, wenn Sie ins Rathaus gehen?

Niedermeier: Die Arbeit als Bürgermeister macht mir großen Spaß, und mit so einem erstklassigen Team wie in der Verwaltung, dem Bauhof, der Wasserver - und Abwasserentsorgung und allen zusätzlichen Kräften in Pfaffing macht das umso mehr Spaß.

Wenn Sie einen Wunsch für Ihre Gemeinde frei hätte, dann …

Niedermeier: Die Corona- Pandemie wird ein Ende finden, davon dürfen wir alle ausgehen. Ich wünsche uns, dass wir uns weiterhin begegnen und uns für eine gute und lebendige Gemeinschaft engagieren. Zuversicht soll uns tragen, sodass wir als Gesellschaft bald wieder gemeinsam Feste feiern und zusammen lachen können.

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