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Richtfest am Gymnasium

Die Schule der Zukunft bekommt in Gars ein Gesicht

Das Gymnasium Gars feierte Richtfest für einen Schulneubau, der energietechnisch und vom Raumkonzept her auf die Zukunft der Pädagogik ausgerichtet ist. Fertigstellung ist zu den Sommerferien 2023 geplant.
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Das Gymnasium Gars feierte Richtfest für einen Schulneubau, der energietechnisch und vom Raumkonzept her auf die Zukunft der Pädagogik ausgerichtet ist. Fertigstellung ist zu den Sommerferien 2023 geplant.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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So sieht sie aus, die Schule der Zukunft: geheizt ohne Öl und Gas, räumlich bereit für neue Lernkonzepte, perfekt durchgelüftet. Beim Richtfest für den Neubau des Gymnasiums Gars war zu erahnen, wie gut es sich hier nach den Sommerferien 2023 lernen und lehren wird.

Gars – Landrat Max Heimerl hatte beim Richtfest am Montagabend, 4. April, für die Schülerinen und Schüler auch eine schlechte Nachricht parat: „Hitzefrei“ werde es in diesem Gebäude vermutlich niemals geben, kündigte er schmunzelnd an. Denn auch das gehöre zur Zukunftsfähigkeit eines neuen Schulhauses: Trotz großer Fensterflächen werde es sich dank hochmoderner Klimatechnik mit Nachtauskühlung per Kamineffekt nicht mehr stark aufheizen. Bis 2050 seien die Möglichkeiten, die Temperaturregelungen anzupassen, durchgerechnet worden – auch unter dem Aspekt der bis dahin erwarteten Erderwärmung, berichtet Heimerl beim Festakt in der Aula.

Steiniger Weg von 2013 bis zum Richtfest

Von dort aus blickten die Gäste – Vertreter des Landkreises, des Gymnasiums und der am Bau beteiligten Fachfirmen sowie Planer – auf die Gegenwart und baldige Vergangenheit des Gymnasiums und auf dessen Zukunft: also auf das Altgebäude, das nach Bezug des Neubaus abgerissen wird, und auf die Großbaustelle.

Sprach auf 19 Metern Höhe den Richtspruch: Bernd Schobert von der Firma Fleischmann Holzbau.

Der Landrat verhehlte in seiner Rede nicht, dass es ein steiniger Weg war von der ersten Idee im Jahr 2013 bis zum fast vollständigen Abschluss der Zimmererarbeiten. Viele Planungsänderungen seien vonnöten gewesen.

Kosten erhöhten sich auf 34,5 Millionen

Die Kosten hätten sich von ursprünglich 14,5 (Beschluss des Kreistages 2014) auf jetzt 34,5 Millionen Euro erhöht. „Begründbar“, wie der Landrat unterstrich, denn der Landkreis als Bauherr habe sich entschlossen, die Räumlichkeiten an neue Unterrichtsformen wie das Lernhausmodel l anzupassen sowie die Mittagsbetreuung mit aufzunehmen. Und die Wiedereinführung des G 9 hätte ebenfalls eine Änderung der Planung notwendig gemacht. Der Raumbedarf stieg insgesamt, so Heimerl, um 70 Prozent.

159 Bohrpfähle sichern den Hang

Außerdem sei aufgrund des Untergrunds ein aufwendiger Spezialtiefbau notwendig gewesen: 18 Kubikmeter Boden wurden ausgehoben, 159 Bohrpfähle zur Hangsicherung in die Erde gerammt, 114 Gründungselemente mit einer Länge von bis zu 21,80 Metern waren notwendig.

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Mitten in den Bauarbeiten kam außerdem noch die Pandemie erschwerend hinzu. Doch das Lüftungskonzept für den Neubau, der Verwaltung und Klassenzimmer aufnehmen wird, musste nicht angepasst werden. Die Technik mit zentralen und dezentralen Lüftungsanlagen, Wärmerückgewinnung und CO2-Steuerung war bereits vor der Corona-Krise auf diese vorbereitet. Der Neubau ist außerdem energetisch auf eine Zukunft ohne Abhängigkeit von Öl und Gas ausgerichtet: als Niedrigstenergiegebäude, beheizt über das Garser Hackschnitzel-Fernwärmesystem.

Die Architektur ordnet sich dem historischen Ensemble des Klosters unter. Mit den Redemptoristen hatte der Landkreis für den Neubau auf dem Gelände der alten Werkstätten einen Erbbaurechtsvertrag ausgehandelt.

Pater Dr. Anton Dimpflmaier als Verwaltungsleiter des Klosters Gars unterstrich in seiner Rede die Freude über die gelungene Partnerschaft mit Landkreis und Gymnasium. Der Neubau biete hervorragende Möglichkeiten für das neue Lernen und Lehren aus einem humanistisch-christlichen Geist heraus.

Freuten sich über das Richtfest: (von links) der Garser Bürgermeister Robert Otter, Landrat Max Heimerl, Schulleiter Gunter Fuchs und Pater Josef Schwemmer (Rektor) sowie Pater Anton Dimpflmaier (Verwaltungsleiter) vom Kloster Gars.

Schulleiter Gunter Fuchs zeigte sich beeindruckt von vielen neuen Bauverfahren, die der Neubau erlebt habe und noch erleben werde – unter anderen bestehe das Dach nicht aus Balken, sondern sei aus Beton gegossen worden. Die Großbaustelle komme voran – trotz vieler Hindernisse und Durststrecken, zuletzt als Folge des Baustoffmangels.

Akzente auch optisch: die „Innphilharmonie“

„Die Zukunft kann man bauen“, zeigte sich der Garser Bürgermeister Robert Otter überzeugt. Das Gemeinschaftswerk zeige bereits jetzt auch eine neue Optik im Schulhausbau – in Anlehnung an ein Hamburger Bauwerk, das Akzente bei Kulturgebäuden gesetzt hat, bezeichnete Otter den Neubau als „Innphilharmonie“.

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