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Zu nass und zu kalt

Die Obsternte im Wasserburger Land ist verhagelt

Die Attler Obstpresse ist in diesem Jahr nicht ausgelastet. Schuld daran ist die schlechte Obsternte.
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Die Attler Obstpresse ist in diesem Jahr nicht ausgelastet. Schuld daran ist die schlechte Obsternte.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Den Sommer hat es in diesem Jahr in weiten Teilen der Region wortwörtlich verhagelt. Das macht sich auch bei der Obsternte bemerkbar, bedauern die Gartenbauvereine. Sie ärgern sich über viele Würmer und einen neuen Schädling.

Wasserburg/Edling/Babensham – „Das sieht nicht so gut aus“, erklärt Brigitte Früchtl, Vorsitzende des Gartenbauvereins Babensham, auf die Frage, wie viel Obst sie in diesem Jahr erwartet. Gründe für die negative Einschätzung gebe es mehrere. „So eine Ernte ist natürlich nicht jedes Jahr gleich, sondern kommt immer in Wellen“, sagt sie.

Im vergangenen Jahr habe es große Erträge gegeben, allein 1500 Kilogramm Äpfel konnte Früchtl damals ernten. Deshalb sei es logisch, dass es in diesem Jahr grundsätzlich weniger Obst gebe. „Davon sind wir schon ausgegangen“, erklärt sie, schließlich müssten sich die Bäume erst einmal erholen.

Schädlingsbefall bei Nüssen

„Aber es spielen auch die Wetterbedingungen eine Rolle.“ Es stehe außer Frage, dass der viele Regen und der Hagel ebenfalls schuld an der schlechten Ernte hätten, die dennoch von Frucht zu Frucht unterschiedlich ausfalle. Beeren gebe es beispielsweise sehr viele. „Fallobst ebenfalls und Nüsse.“

Das sieht beim Obst- und Gartenbauverein Edling anders aus. Den Nüssen macht hier ein neuer Schädling, eine Fliege, zu schaffen, erklärt Vorsitzende Elisabeth Schex. „Die Schalen sind dadurch schwarz und die Nüsse ungenießbar.“

Wurmig und faulig

Doch nicht nur die Nussernte fällt in diesem Jahr gering aus, auch das Obst sei betroffen. „Frühe Sorten gibt es eigentlich gar nicht“, sagt Schex, der Regen im Frühjahr und der Hagel hätten den Bäumen zu sehr zu schaffen gemacht. „Durch das Wetter konnten auch die Bienen nicht fliegen und bestäuben“, was den Ertrag ebenfalls verringert hätte.

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Doch auch bei den geernteten Früchten der späteren Sorten sei die Einfuhr durchwachsen. „Viel Obst ist wurmig und faulig“, sagt Schex.

Obstpresse nicht ausgebucht

Auch bei der Stiftung Attl macht sich die schlechte Ernte bemerkbar. Ende August nehmen die Landwirte des Attler Naturlandhofes ihre Obstpresse jährlich in Betrieb. Normalerweise sind sie schon über Wochen im Voraus ausgebucht. Nicht so in diesem Jahr. Der Betrieb beschränkt sich auf derzeit auf nur drei Tage die Woche. Die Landwirte verarbeiten eher kleinere Mengen und rechnen damit, dass die Kunden dann in ein paar Wochen mit der restlichen Ernte wiederkommen. Grund hierfür: das Wetter.

Kälte hinderte Bienen beim Ausfliegen

„Im Frühjahr hat zwar das gute Wetter die Blüte der Obstbäume zunächst angetrieben, doch die folgende Kältewelle hinderte die Bienen am Ausfliegen“, erklärt Rupert Altermann, der sich am Attler Naturlandhof zusammen mit zwei Beschäftigten um den Saftbetrieb kümmert. Dadurch wurden weniger Blüten bestäubt, dies mache sich nun vor allem bei den Äpfeln bemerkbar.

Zusätzlich kamen noch Extremwetter mit Hagel hinzu, die darüber hinaus den schmalen Ertrag mancher Bäume zusätzlich verminderten. „Viele Früchte haben Schadstellen“, weiß Altermann. Entsprechend schnell müsse man diese verarbeiten, damit kein Schimmel entstehe. Denn wenn die Früchte vom Pilz befallen sind, eignen sie sich auch nicht mehr zum Saften, warnt der Experte. „Nicht nur für den Geschmack – die Schimmelsporen im Saft sind gesundheitlich bedenklich. Wir raten den Kunden daher, die Früchte vor dem Pressen genau zu sichten, damit kein schadhaftes Obst bei uns landet.“

Mehr Zeit für die Saftvorgänge

Zumindest für die Attler Obstpresse bietet die schlechte Obsternte und die daraus resultierte ruhige Lage aber einen großen Vorteil: „Wir haben gerade mehr Zeit für die einzelnen Saftvorgänge“, so Altermann. Dadurch könne er die Beschäftigten, meist Menschen mit Assistenzbedarf, mit Ruhe anleiten, damit sie mehr Arbeitsschritte selbst ausführen und eigenverantwortlich Aufgaben übernehmen.

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Zwar gebe es so etwas wie ein Stammpersonal. Aber die Obstpresse stehe prinzipiell jedem Beschäftigten am Attler Naturlandhof offen, wenn Interesse bestehe. „Die oberste Priorität hat für uns die Arbeit mit den Menschen mit Assistenzbedarf. Für sie ist die Attler Saftpresse ein beliebter Arbeitsplatz und eine willkommene Abwechslung im Jahreslauf.“

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