Projekt für 4,5 Millionen Euro

Die Kirchenrenovierung von Ramerberg ist ein „Herzensthema“

St. Leonhard in Ramerberg soll eine umfangreiche Außen- und Innenrenovierung erhalten.
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St. Leonhard in Ramerberg soll eine umfangreiche Außen- und Innenrenovierung erhalten.
  • vonPetra Maier
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„Ein Herzensthema“ nannte Dekan Klaus Vogl die umfangreiche Renovierung der Ramerberger Kirche St. Leonhard. 4,5 Millionen Euro werden dafür benötigt, rechnete Verwaltungsleiter Christian Staber als Vertreter der Kirchenstiftung bei einer Gemeinderatssitzung vor.

Ramerberg – Der Gemeinderat beschloss einstimmig, einen Zuschuss über 100.000 Euro für die Sanierung bereit zu stellen und gab damit ein positives Signal an die Entscheidungsgremien des Erzbischöflichen Ordinariats in München, hofft Staber.

Sein Ziel ist, dass die örtliche Kuratiekirche St. Leonhard nach langer Wartezeit nun doch eine umfangreiche Renovierung erfahren könnte. Der Verwaltungsleiter machte allerdings klar, dass die Maßnahme noch nicht abschließend genehmigt ist.

In der Kirche soll eine umfangreiche Außen- und Innenrenovierung erfolgen. Darin enthalten sind unter anderem wichtige Brandschutzmaßnahmen, eine naturnahe Gestaltung der Außen- und Parkflächen, sowie der Bau einer Heizzentrale mit regenerativen Energieträgern.

Verschiedene Zuständigkeiten erschweren die Lage

Die barocke Ausstattung mit ihren hochklassigen Altären ist in einem sichtbar schlechten Zustand und macht ebenso wie der stark verschmutzte Kirchturm jedem Betrachter klar, dass Renovierungsarbeiten überfällig sind. In der Zwischenzeit machen aber auch statische Probleme am Dachstuhl, die bisher nur notdürftig in Angriff genommen wurden, dem Gotteshaus zu schaffen.

In den letzten Jahrzehnten wurden mehrfach Versuche unternommen, das Gotteshaus einer umfangreichen Renovierung zu unterziehen. Ein Grund für die lange Verzögerung des Projekts lag unter anderem an den ungeklärten Verantwortlichkeiten zwischen Staat und Kirche begründet, erläutert Staber.

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Das Gebäude unterliege einer sogenannten Staatsbaulast und müsste somit von der öffentlichen Hand erhalten werden. Der Innenraum falle in die Zuständigkeit der örtlichen Kirchenstiftung St. Leonhard und damit unter die Aufsicht des Erzbischöflichen Ordinariats in München. Derartige Konstrukte seien Nachwirkungen der Säkularisation von 1803 und oft nicht im Detail geklärt beziehungsweise nicht mehr nachvollziehbar. Es gestaltete sich also schwierig herauszufinden, welche konkreten Kostenanteile der Staat, das Ordinariat und die Kirchenstiftung zu tragen haben.

Außerdem gab es durchaus Diskussionsbedarf hinsichtlich des Umfangs der Maßnahme. Von staatlicher Seite wurde jüngst signalisiert, dass 49,5 Prozent von Gesamtkosten übernommen wer-den könnten, bestätigt Staber. Zusammen mit den Zuschüssen der politischen Gemeinde Ramerberg und den großzügigen Spenden der Gläubigen, die über viele Jahre gesammelt und sorgsam verwaltet wurden, ist die Kirchenstiftung vor Ort in der Lage 600.000 Euro für die Gesamtrenovierung der Kirche bereitzustellen.

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Die verbleibenden knapp 1,7 Millionen Euro werden im besten Fall durch das Ordinariat übernommen, hofft Staber.

Zeichen der Wertschätzung der Gemeinde

Bürgermeister Reithmeier glaubt, dass es ein riesen Gewinn für das ganze Dorf wäre, wenn die Renovierung wirklich in diesem Ausmaß umgesetzt werden würde.

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Dekan Klaus Vogl und Kirchenpfleger Thomas Reininger freuen sich über die parteiübergreifende Unterstützung aus dem Gemeinderat. Nach so vielen Jahren wäre die Renovierung ein deutliches Zeichen für die Wertschätzung der kleinen und ländlich geprägten Gemeinden so Pfarrer Vogl, der auch an die vielen verstorbenen Ramerberger erinnerte, denen die Kirchenrenovierung ein echtes Herzensthema gewesen sei.

„Es bleibt die gute Hoffnung, dass alles positiv beschieden wird und im nächsten Jahr die Arbeiten an der Kirche St. Leonhard beginnen können“, so Staber abschließend.

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