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Eigenheim für junge Familien bald unleistbar?

Die Immobilienpreise in Wasserburg steigen: Wann platzt die Blase?

Ein teures Pflaster: Die Immobilienpreise in Wasserburg steigen – doch wie lange noch?
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Ein teures Pflaster: Die Immobilienpreise in Wasserburg steigen – doch wie lange noch?
  • VonAnja Leitner
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  • Heike Duczek
    Heike Duczek
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Können sich junge Familien und Normalverdiener bald kein Eigenheim rund um Wasserburg mehr leisten? Das sagen Experten dazu.

Wasserburg – Können sich junge Familien und Normalverdiener bald kein Eigenheim mehr leisten? Diese bange Frage stellen sich auch in Wasserburg viele, denn die Immobilienpreise sind in den vergangenen Jahren quasi explodiert. Was sagen Experte n aus der Region zur Lage auf dem Markt, die in Wasserburg zusätzliche Brisanz durch die Tatsache erhält, dass die Stadt an die S-Bahn von München angeschlossen werden soll. Wird Wasserburg spätestens dann zum unbezahlbaren Vorort der Landeshauptstadt?

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Erich Grandl, Immobilienberater bei der Kreis- und Stadtsparkasse Wasserburg, bestätigt, dass die Nachfrage im Geschäftsgebiet in der Tat sehr hoch sei. „Durch den anhaltenden Anstieg der Preise in München weichen Interessenten auch gerne in unsere Region aus. Die Chancen für einen Verkauf sind deshalb nach wie vor sehr gut, weil aus diesen Gründen auch hohe Preise bezahlt werden“, stellt Grandl fest. „Die jüngste politische Entwicklung (Ukraine) und der Zinsanstieg seit Jahresanfang sorgen aber dafür, dass vereinzelte Kaufinteressenten etwas zurückhaltender agieren“, so seine aktuelle Erfahrung.

Anstieg verlangsamt sich mittelfristig

Die steigenden Preise sind gut für Immobilienbesitzer, schlecht für potenzielle Käufer. Wird der Haus- und Wohnungskauf für den Normalbürger irgendwann unerschwinglich? „Ich glaube, dass der Anstieg der Preise sich mittelfristig verlangsamen wird“, prognostiziert Grandl. Hinweise auf fallende Preise sehe er im Moment jedoch noch nicht. „Da die Baukosten für Neubauten stark ansteigen, wird die Nachfrage nach Bestandsimmobilien hoch bleiben.“ Wenn die Entwicklung – vor allem im Neubaubereich – anhalte, könne es durchaus sein, dass der eine oder andere „normale“ Immobilienkäufer, auch im Hinblick auf die steigenden Zinsen, Abstriche beim Investitionsbudget machen müsse.

Nach dem Ausbau der S-Bahn in Wasserburg gehört die Stadt Wasserburg zum Münchner Speckgürtel. Wird der Kauf oder Bau eines Eigenheims spätestens dann zu einer Aufgabe, die sich nur Millionäre leisten können? Die Anbindung von Reitmehring sei bisher schon gut gewesen, betont Grandl. „Ich denke, dass die Diskussion bezüglich der S-Bahn, die ja schon einige Zeit geführt wird, mit ein Grund für die gestiegenen Preise war. Dass die Preise dann explodieren, glaube ich nicht.“

Erich Grandl, Immobilienberater der Sparkasse Wasserburg.

Von einer Immobilienblase zu sprechen, findet Erich Grandl „übertrieben“. „Sicherlich sind die Preise stark gestiegen. Bei der Sparkasse Wasserburg wird aber darauf geachtet, dass Finanzierungen solide aufgebaut sind. Eine Blase entsteht, wenn der Finanzierungsanteil ungesund zu hoch ist. Die Blase würde dann platzen, wenn innerhalb kürzester Zeit viele Immobilien verkauft werden, für die zu wenig Nachfrage da wäre“, erklärt er.

Auch Matthias Eder, Diplomkaufmann, Immobilienmakler und Mitinhaber von Eder & Eder Immobilien in Wasserburg, betont, dass der Markt in und um Wasserburg durch hohe Nachfrage gekennzeichnet sei. Gleichzeitig gebe es aber nur ein sehr geringes Angebot, sodass auf jede freie vakante Immobilie sehr viele Interessenten kommen würden – dass sei unter anderem ein Grund für die seit Jahren stark gestiegenen Preise. „Angebot und Nachfrage bestimmen letztlich den Markt“, weiß Eder.

Matthias Eder, Immobilienmakler bei Eder & Eder Immobilien.

Darüber hinaus gebe es seit einigen Jahren keine Guthabenzinsen, beziehungsweise zum Teil sogar Strafzinsen, weswegen die Leute „in Betongold anlegen“ würden, also in Immobilien. „Bis Ende des Jahres 2021 waren die Darlehenszinsen weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau, sodass die finanziellen Belastungen für die meisten Kreditnehmer zu stemmen waren.“

Außerdem gebe es in Deutschland eine Erbgeneration, sodass viele über mehr Eigenkapital und Sicherheiten als früher verfügen würden. Solange die Zinsen auf einem niedrigen Niveau bleiben würden, gebe es weiterhin wenig wirtschaftlich sinnvolle Alternativen, um zu investieren, meint der Makler.

Zinsen erstmals seit Langem gestiegen

„Allerdings gibt es auch erste Anzeichen, dass sich die Preisentwicklung auf mittlere Sicht einbremsen oder gar umkehren könnte“, sagt Eder, „Die Zinsen sind seit Ende des vergangenen Jahres erstmals seit langer Zeit angestiegen. Unter anderem auch dadurch, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) der Ansicht ist, dass der Immobilienmarkt überhitzt ist. Sie hat den Banken bei Wohnimmobilienkrediten auferlegt, Kapitalpuffer zu bilden. Diese Vorgabe wird an die Kunden weitergegeben, was auch dazu führt, dass mehr Eigenkapital und Sicherheiten nachgewiesen werden müssen – das macht die Finanzierung deutlich schwieriger. Immer öfter kommt es vor, dass ein weiteres Objekt als Sicherheit dienen muss, da bei den hohen Preisen das Kaufobjekt in zahlreichen Fällen nicht mehr als Sicherheit ausreicht“, berichtet Eder weiter. „Zudem wird die aktuell sehr hohe Inflationsrate in den zurzeit wirtschaftlich unsicheren Zeiten das Zinsniveau vermutlich weiter ansteigen lassen. Die Europäische Zentralbank plant ab Sommer Zinserhöhungen, um der Inflationsrate entgegenzuwirken“. so der Makler.

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