Die Grundschule Pfaffing wird zum „Lernhaus“

Ein Lernhaus innerhalb der Grundschule – untergebracht im Dachgeschoss – soll in Pfaffing entstehen.
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Ein Lernhaus innerhalb der Grundschule – untergebracht im Dachgeschoss – soll in Pfaffing entstehen.

Bereits heute setzt die Gemeinde Pfaffing auf pädagogische Konzepte von morgen – wobei: So neu ist das „Lernhaus-Modell“ auch wieder nicht. In München wird es seit fünf Jahren bereits an Grundschulen eingesetzt. Jetzt setzt auch Pfaffing auf das innovative Lernkonzept.

Von Karlheinz Günster

Pfaffing – Neue Möglichkeiten eröffnen sich derzeit für die Pfaffinger Grundschule: Ein Ausbau des Dachgeschosses könnte die Voraussetzungen für ein innovatives pädagogisches Konzept schaffen: das Lernhausmodell. Darüber sprach der Gemeinderat in seiner Sitzung.

Der Hintergrund: Weil der katholische Kindergarten zu wenig Platz bietet, soll er vergrößert werden. Aber das geht nicht so schnell wie benötigt, auch weil Entscheidungen aus dem Ordinariat ausstehen. Deshalb ist eine zügiger zu realisierende Lösung gefragt.

Besser als Container gefiel den Gemeinderatsmitgliedern bisher eine andere Variante, nämlich der Umzug einer Gruppe aus dem Kindergarten in die Schule. Dafür soll der Werkraum der Schule auf den Dachboden wandern, der dafür auszubauen ist. Darauf hatte sich der Rat in der vorherigen Sitzung bereits geeinigt.

Dachgeschoss wird ausgebaut

Nun gab Bürgermeister Josef Niedermeier (FWF) bekannt, dass sich nach Gesprächen in der Schule zusätzliche Möglichkeiten ergeben hätten. Denn mit Umzug etwa der Lehrmittel, der Technik und der Mittagsbetreuung gewinne das Haus auch so einen neuen Werkraum innerhalb des Altbaus.

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Trotzdem sei es wünschenswert, erklärte der Bürgermeister nach Gesprächen auch mit der Rektorin Daniela Kunerl, am Ausbau des 15 mal 20 Meter großen Bereichs im Dachgeschoss festzuhalten. Denn geplant sei von der Regierung ab dem Jahr 2025 eine Ganztagsbetreuung der Kinder mit Rechtsanspruch der Eltern. Das könne die Gemeinde jetzt schon in die Wege leiten, erklärte Niedermeier, in dem sie bereits die Voraussetzungen dafür schaffe und den erforderlichen Raum dafür herrichte.

Rückzugsmöglichkeit für die Kinder

Dann sei die Kommune nicht gezwungen, auf neue Vorgaben „zu reagieren“. Sie könnte „proaktiv“ von sich aus tätig werden. Es gebe bereits ein erstes Raumkonzept von einem Planer.

Benötigt würde vor allem eine Verlängerung der Außentreppe als Fluchtweg und zu klären sei auch noch die Zahl der Dachfenster zur optimalen Beleuchtung. 18 sah der Rat aber als eine zu große Zahl an. Zusammen mit einer Glastrennwand werde ein neues Schulkonzept möglich, führte Niedermeier weiter aus. Für die Kinder gebe es etwa eine Musik- und Leseecke und somit Rückzugsmöglichkeiten –  als „offenes Schulkonzept“, angelehnt an das sogenannte Lernhausmodell.

Verwaltungsleiter Christian Thomas ergänzte, dass voraussichtlich Zuschüsse möglich seien. Gemeinderat Klaus Wagenstetter (FWF) hatte gegen eine Planung nichts einzuwenden, doch mit dem Umsetzen könne sich die Gemeinde „noch ein bissl Zeit lassen“. Er stimmte dann auch dagegen.

Bürgermeister Niedermeier hat bereits kommende Jahr im Blick. Denn eine Bevölkerungsprognose, ergänzte er, zeige wieder mehr Schüler auf, wobei er den Knick nach oben in der demografischen Kurve auf Nachfrage von Tobias Forstner (ÜWG) nicht erklären konnte.

Mit einer Gegenstimme fiel der grundsätzliche Beschluss für das Schulkonzept, das Geld soll nächstes Jahr eingeplant werden.

Das ist das Lernhausmodell

Das Lernhausmodell kommt aus München, dort wird es seit fünf Jahren an Grundschulen umgesetzt. Ziel ist es, Ganztagsunterricht und Inklusion zu ermöglichen. Die Schüler sollen die Bildungseinrichtung auch als Lebensort wahrnehmen. Ein Rhythmus gibt Arbeit und Freizeit, Spannung und Entspannung bis hin zum Lernen mit dem Kopf und Bewegen vor. Das Raumkonzept beinhaltet eine „Gemeinsame Mitte“, Unterrichts- und Differenzierungsräume und Teamzimmer. kg

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