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Permakultur stößt auf Begeisterung

Die erste Ernte ist eingefahren: Gemeinschaftsgarten Unterreit ist ein voller Erfolg

Im Permakulturgarten Oberreith wird gemeinschaftlich gegärtnert.
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Im Permakulturgarten Oberreith wird gemeinschaftlich gegärtnert.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Der Erntesegen hat bereits eingesetzt und spiegelt damit Liebgard Wessiaks Erfahrungen mit ihrem neu eingerichteten Gemeinschaftsgarten Oberreith wider.

Unterreit – „Ich bin überwältigt, was in Gemeinschaft möglich ist“, erklärt Wessiak. Was im Februar als Vision von Wessiak – ein Permakultur-Gemeinschaftsgarten mit Hügel-Mulch-Mischkultur – gestartet ist, trägt inzwischen buchstäblich Früchte. Denn die ersten Ernten wurden bereits vorgenommen. Vor allem Mangold wachse im Moment wie verrückt, sagt Wessiak. „Jeden Abend können unsere Gärtner mit Mangold kochen.“

13 Haushalte sind dabei

Die Gärtner das sind derzeit 13 Haushalte aus der Region, die sich auf Wessiaks Aufruf im Februar gemeldet hatten. „Ich war völlig überrascht von dem großen Interesse“, sagt sie. Es hätten sich viele Menschen gemeldet, so viele, dass sie einigen Interessierten absagen mussten. Nach einem kurzen virtuellen Treffen gemeinsam mit Projektbegleiterin und Permakulturdesignerin Karin Frank und einigen Tagen Bedenkzeit sagten dann alle 13 Haushalte verbindlich für eine Gartensaison zu. Das war für Wessiak Voraussetzung, denn: „Der Salat schmeckt einfach ganz anders, wenn man von Anfang an mit dabei ist.“

Gemeinde spendete die Erde

Danach musste es schnell gehen, im März sollten drei große Hügel gebaut werden, damit im April rechtzeitig mit der Bepflanzung begonnen werden konnte. „Wir hatten unser zweites virtuelle Treffen mit der Ansage, was wir alles an Material für den Aufbau brauchten“, erklärt Wessiak. Dazu gehörte vor allem Holz, Pferdemist und Humus. „Niemand wusste so recht, woher wir das alles nehmen sollten“, sagt Wessiak, doch schon nach zwei Tage habe sich am Grundstück alles gesammelt. Zur Verfügung gestellt sowohl von den Gärtnern selbst, als auch von Nachbarn und anderen Helfern, so habe auch die Gemeinde Erde gespendet. „So viele Menschen haben uns in unserm Vorhaben unterstützt“, sagt Wessiak. „Hier haben wir das erste Mal die enorme Tatkraft des Gemeinschaftsgärtnerns gespürt.“

Stück für Stück mehr Gemüsevielfalt

Die Planungen gingen auf, im April war alles bereit für die erste Bepflanzung der drei Hügel. Über 600 samenfeste Jungpflanzen wurden nach Pflanzplan in Mischkultur eingesetzt. Es sei alles dabei, was das Gärtnerherz begehrt, sagt Wessiak, „von Salat bis Kartoffel, über Kraut, Karotten, Zwiebel und Fenchel.“

In der erweiterten Mischkultur spielten vor allem Kulturdauer und Platzbedarf des Gemüses eine Rolle. Gepflanzt werde immer mit dem Wetter, in den Regen hinein, damit werde das Anwachsen der jungen Pflanzen ohne Gießen gesichert. „Stück für Stück ist so Gemüsevielfalt im Gemeinschaftsgarten eingezogen“, erklärt Wessiak, erst vor Kuzem auch Tomaten, Paprika, Kürbisse und Gurken.

Gärtner kommen aus allen Teilen der Gesellschaft

Bunt und vielfältig sei auch die Gärtnergruppe. „Wir haben das ganze Spektrum der Gesellschaft vertreten, von Jung bis Alt, von vollberufstätig bis zum Rentner“, erzählt Wessiak. Jeder bringe sich so ein, wie er oder sie könne. „Er Gemeinschaftgedanke steht immer im Vordergrund. Wenn wer nicht kann, springt ein anderer ein.“ Es gehe nicht darum, wer wie viel einbringe. „Manche haben viel Zeit, manche wenig Zeit. Alles hat hier Platz.“

Mit einer langen Menschenkette klappt der geminschaftliche Hügelaufbau. re

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Grundsätzlich hoffe sie, dass sich Gemeinschaftsprojekte wie der Garten in Oberreith sich noch selbstverständlicher in die Gesellschaft etablieren würden. „Manchmal kommt es mir noch vor wie ein Traum“, sagt sie, „Wenn ich aber in unserem Garten stehen, dann erfüllt mich das zutiefst mit Dankbarkeit.“

Bald möchte die Gruppe auch eine Gartenführung anbieten. Interessierte können sich unter info@waldselig.com anmelden.

Das sagen die Gärtner

Hans Mandl, Kraiburg

Hans Mandl

Bereits als Kind verbrachte ich sehr viel Zeit auf dem Bauernhof meines Opas. Seitdem bin ich ein Land- und Naturfreund. Nachdem ich 35 Jahre selbstständig im Malerhandwerk tätig war und mich, seit kurzer Zeit aus dieser Branche etwas zurückgezogen habe, finde ich jetzt wieder mehr Zeit, um meinen Hobbys zum Beispiel als Waldbauer nachzugehen.

Als ich im Frühjahr in der Zeitung einen Bericht gelesen habe, dass in Oberreith ein Permakultur-Gemeinschaftsgarten entstehen sollte und man dort mitmachen kann, war es für mich keine Frage, mich da zu bewerben und durfte auch mit dabei sein. Permakultur heißt ja auch im übertragenen Sinne „respektvoller Umgang mit der Natur“ und das steht für mich an erster Stelle.

Dr. Gabriele Deckers, Breitbrunn

Dr. Gabriele Deckers

Als Ärztin weiß ich, dass frisch geerntetes, liebevoll groß gezogenes Gemüse viel mehr Vitamine, Boviseinheiten hat. Für mich ist das optimal gesunde Ernährung, die sich verbreiten darf.

Marianna Beduhn, Edling

Marianna Beduhn

Ich hatte schon einmal einen eigenen Garten und fand keine rechte Freude daran, immer alleine und zeitlich sehr verbindlich die Gemüsepflänzchen zu versorgen.

In der Gemeinschaft verteilen sich die Arbeiten gut, man kann auch mal in den Urlaub fahren und es ergibt sich immer eine nette Unterhaltung bei der Arbeit.

Steffi und Sebastian Trahm, Unterreit

Steffi Trahm

Naturbelassenes Gärtnern und eine ökologisch vertretbare Ernährung sind uns - nicht nur als Eltern - eine Herzensangelegenheit. Als wir hörten, dass in unserer unmittelbaren Nähe ein Permakulturgarten entstehen soll, waren wir sehr neugierig. Gerade auch das Miteinander weit weg von dem Gedanken „MEINS“ oder „DEINS“ scheint uns eine spannende und vor allem zukunftsweisende Form des Gemüseanbaus. Wir sind stolz, jetzt Teil des Projekts sein zu dürfen! Investierte (Frei-)Zeit erscheint dabei nicht als „Arbeit“ - vielmehr als Bereicherung!

Gertrud Schmidunser, Unterreit

Gertrud Schmidunser

Weil wir zu zweit nicht mehr so viel Platz brauchen, sind mein Mann und vor zwei Jahren aus dem Familienhaus in eine Wohnung umgezogen.

Ein richtig guter Schritt, doch der Garten hat mir gefehlt. Jetzt kann ich mit anderen zusammen an einem so schönen Flecken Erde werkeln nach Lust und Laune. Und Permakultur von Anfang an erleben, sehr faszinierend.

Martina Sube-Leitmannstetter, Wasserburg

Martina Sube-Leitmannstetter

Die Natur ist genial und von ihr zu lernen macht mir große Freude! Gemeinsam in Zusammenarbeit mit einer Gruppe ein landwirtschaftliches Ökosystem nach den Prinzipien derPermakultur zu gestalten ist für mich eine neue Erfahrung. Ich bin dankbar für das tolle Projekt in Oberreith!

Erich Wolf, Schnaitsee

Erich Wolf

Nachdem ich seit Jahren meinen Kleingarten mit Lust und Frust bestelle und jetzt als Rentner Zeit habe, hat mich das Projekt Permagarten im richtigen Moment erwischt. Das Interesse an nachhaltiger Gärtnerei und das Erlebnis, gemeinsam etwas ins Laufen zu bringen, haben mich spontan zum Mitmachen gebracht.

Daya Tost-Scheuenstuhl, Gars

Daya Tost-Scheuenstuhl

Der Gemeinschaftsgarten Oberreith ist für mich eine wunderbare Gelegenheit, die Freude am Gärtnern mit dem Kennenlernen einer für mich neuen Methode – der Permakultur zu verbinden. Außerdem hat es mich sehr berührt, dass es in diesen Zeiten trotz allem möglich ist, gemeinschaftlich etwas Gutes und Lebendiges auf den Weg zu bringen – dem Virus zum Trotz sozusagen!

Katharina Thaler, Unterreit

Katharina Thaler

Ich werkle gern im Garten und es hat mich interessiert, eine andere Gartenkultur kennenzulernen als in meinem Hausgarten. Auch das Miteinandertun hat mich sehr angesprochen!

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