Ernst Kohwagner

Der Weg zum Schwammerlglück: Experte aus der Region gibt Tipps für die Pilzsuche

Besonderes Schwammerlglück hatte Ernst Kohwagner aus Reichertsheim kürzlich, als er diesen Steinpilz entdeckte.
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Besonderes Schwammerlglück hatte Ernst Kohwagner aus Reichertsheim kürzlich, als er diesen Steinpilz entdeckte.

Einen weißen Trüffel wie Ernst Kohwagner werden die meisten wohl kaum finden. Doch wie jede und jeder einen Steinpilz finden und erkennen kann, erklärt der passionierte Pilzesammler hier.

Von Sophia Huber

Reichertsheim– Von Pilzen oder Schwammerln könnte Ernst Kohwagner aus Reichertsheim stundenlang erzählen, denn seit Jahrzehnten ist er ein passionierter Pilzesammler. Besonderes Schwammerlglück hatte er kürzlich, als er ein Prachtexemplar eines Steinpilzes mit nach Hause brachte. Der Standort bleibt sein Geheimnis, doch ein paar Tipps für Sammler-Neulinge gibt er dennoch.

„Man braucht natürlich Kenntnisse“, erklärt Kohwagner, ansonsten könnte aus dem Schwammerlglück ganz schnell bitterer Ernst werden. „Broschüren oder Bücher helfen weiter.“ Er empfiehlt zusätzlich, einen Pilzexperten aufzusuchen und diesen über die gesammelten Stücke blicken zu lassen. Das macht der langjährige Sammler auch selbst und hat dabei schon mache böse Überraschung für die Schwammerl-Laien verhindern können.

Bittterlinge und Steinpilze sind leicht zu verwechseln

„Vor allem Bitterlinge und Steinpilze werden verwechselt“, sagt er. Bitterlinge seien zwar nicht giftig, „aber ihr Geschmack macht die ganze Suppe kaputt.“

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Erkennen könne man sie nur an der typischen Maserung am Stil und auch da nicht immer. Doch Kohwagner hat einen weiteren Trick zur Unterscheidung der beiden Pilze. „Ich schneide ein kleines Stück vom Stil ab und lege es auf die Zunge.“ Den Bitterling spucke jeder sofort wieder aus, erklärt er lachend. „Den hält man nicht aus.“

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Doch bevor Pilze bestimmt werden können, müssen sie erst einmal gefunden werden. Kohwagner kann auch dazu Hilfestellung geben. „Wo man die Pilze findet, ist von der Witterung abhängig“, erklärt er. „Wenn es sehr nass ist, dann kann man auch im lichten Wald suchen gehen.“ Bei wenig Regen empfiehlt er eher die dichten Jungwälder, da halte sich die Feuchtigkeit länger. Denn Feuchtigkeit ist das Wichtigste beim Pilzesammeln, so Kohwagner. Er selbst sammle gerne in den Bergen. „Da ist meine zweite Heimat“, sagt er und den Pilzen scheint es dort auch zu gefallen. „Auf 1200 oder 1300 Metern haben die Pilze keine Würmer mehr. Die Schwammerl bei uns sind im Stil oft ganz verwurmt, aber dort oben, da sind sie ganz gesund.“

Besonderer Fund: Weiße Trüffel

Auch von ganz besondere Funden kann Kohwagner berichten. Vor allem die Entdeckung eines weißen Trüffels ist ihm im Gedächtnis geblieben.

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Dies sei eine Pilzart, die in Deutschland, kaum bis gar nicht mehr vorkomme. Kohwagner aber hat sie gefunden. Die Mitarbeiter in der Pilzberatung in München hätten in groß angeschaut, erzählt er, als er ihnen seinen Fund vorgeführt hat. „Ja, wo haben Sie denn her, haben die gefragt“, erzählt Kohwagner und lacht. „Ich hab gesagt, dass der bei mir daheim wächst.“ Übrigens, so verrät er, wächst der seltene Pilz dort immer noch. „Aber nur wenn es stark regnet.“ Und dann seien sie immer noch schwierig zu finden,

Einen weißen Trüffel werden die Laien wohl nicht entdecken, aber Chancen auf einen Steinpilz hat jeder. „Heuer findet jeder was. Ich bin mit ganzen Körben voll Steinpilze nach Hause gelaufen.“, erklärt Kohwagner.

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