Tränen bei Besuchern

„Treff“ der Nachbarschaftshilfe in Isen schließt wegen Corona für immer

Schweren Herzens räumt Patrizia Brambringdie Schränke im „Treff“ der Nachbarschaftshilfe aus. Wegen der Pandemie war niemand mehr gekommen, weshalb sich der Verein entschloss, die Räume aufzugeben.
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Schweren Herzens räumt Patrizia Brambringdie Schränke im „Treff“ der Nachbarschaftshilfe aus. Wegen der Pandemie war niemand mehr gekommen, weshalb sich der Verein entschloss, die Räume aufzugeben.

Die Nachbarschaftshilfe Isen-Lengdorf-Pemmering (NBH) schließt ihren „Treff“ in der Bischof-Josef-Straße 14. Der Mietvertrag ist gekündigt, die meisten Möbel haben Abnehmer. Patrizia Brambring räumt das letzte Geschirr aus den Schränken.

Isen – Für die Einsatzleiterin der NBH ist das eine schwierige Sache. „Ich habe sehr viel Herzblut in den Treff gesteckt“, sagt sie, „ich möchte keinen Tag davon missen.“

Vor sieben Jahren ins Leben gerufen

Vor sieben Jahren wurde die Begegnungsstätte in einer Erdgeschosswohnung gegründet. Alle, die hierher kamen, hatten alters- oder krankheitsbedingte Probleme, waren einsam oder wollten in Gesellschaft ein warmes Mittagessen genießen. Das gab es dienstags und freitags, danach waren Gedächtnisspiele und leichte Gymnastikübungen angesagt. „An guten Tagen waren 16 oder 17 Leute da“, erinnert sich die 58-Jährige.

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Montags stand der „Gedächtnisnachmittag“ auf dem Plan. „Das war auch für pflegende Angehörige eine Hilfe“, sagt Brambring. Sie wussten ihre Schützlinge in den zwei Stunden gut aufgehoben. Auch Yoga-Kurse, Musik-Nachmittage, Erzählstunden und Clown-Aufführungen fanden statt. Am Nachmittag gab es Kaffee und Kuchen. „Ich bin allen, die hier viel Freizeit geopfert haben, sehr dankbar“, sagt Brambring.

Tränen wegen der Schließung

„Wir haben gemeinsam gegessen und hatten viele Gelegenheiten zum Lachen“, erinnert sich Anneliese Liebhardt. Die 85-Jährige war von Anfang an dabei. Lobende Worte findet sie vor allem für Brambring. „Sie hat sehr viel Zeit geopfert, und das alles ehrenamtlich.“ Wie alle regelmäßigen Treff-Besucher hat sie über das Telefon vom Aus der Einrichtung erfahren. „Ich habe jeden Gast persönlich angerufen“, erklärt die Einsatzleiterin. Einige hätten am Telefon geweint.

Die Entscheidung, den Treff zu schließen, fällte der Verein auf der Vorstandssitzung im Oktober. „Seit März kam niemand mehr“, begründet die Helferin den Schritt. Sie rechne nicht damit, dass sich die Lage so schnell ändert. Die Mietzahlung für die Räume sei weitergelaufen. Die Nachbarschaftshilfe finanziert ihre Unterstützung und Betreuung nur zu etwa einem Fünftel aus den Beiträgen der etwa 460 Mitglieder, der „dickste Batzen“ sind Einnahmen aus Spenden.

Übrige Leistungen sind nicht betroffen

Für Brambring, seit 26 Jahren ehrenamtlich für die Nachbarschaftshilfe im Einsatz, ist es wichtig, zu wissen, dass ihre Schützlinge zu Hause gut betreut werden. Wie sie betont, sind von der Schließung des „Treffs“ die übrigen Leistungen nicht betroffen.

Trotz der Enttäuschung über den Verlust schaut die 58-Jährige optimistisch in die Zukunft: „Es heißt, wenn sich eine Tür schließt, geht eine neue Tür auf.“ Das könnte zunächst eine Begegnungsstätte im Pfarrheim sein, später vielleicht ein Objekt im Ort. Die Spiele jedenfalls nimmt sie zu sich. „Die hebe ich gut auf. Die brauchen wir irgendwann wieder.“

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