Der Streit zwischen dem alten und neuen Ramerberger Bürgermeister geht weiter

Georg Gäch nimmt Stellung zu den Vorwürfen seines Nachfolgers
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Georg Gäch nimmt Stellung zu den Vorwürfen seines Nachfolgers

„Eigentlich wollte ich mich bei meinem Nachfolger nicht einmischen“, sagt Georg Gäch, ehemaliger Bürgermeister von Ramerberg. Trotzdem sehe er sich nun genötigt, Stellung zu nehmen. Anlass sind Vorwürfe von Manfred Reithmeier, die er im 100-Tage-Interview der Wasserburger Zeitung geäußert hat.

Von Heike Duczek

Ramerberg – Unter anderem bemängelt Reithmeier (UWR), dass keine Amtsübergabe stattgefunden habe. Gäch (NRL/FWG) entgegnet auf den Vorwurf, er habe am 30. April sämtliche Schlüssel an den Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Rott-Ramerberg, Maximilian Brockhoff, ordnungsgemäß übergeben. Im Bürgermeister-Büro seien alle Akten vorhanden. Sämtliche Sachverhalte seien elektronisch dokumentiert worden und bei den jeweiligen Verwaltungssachbearbeitern einsehbar. Eine persönliche Einführung habe es in der Tat nicht gegeben: „Ich arbeite niemanden ein, der immer gegen alles ist, was in meiner Amtsperiode an Projekten angestoßen wurde.“

„Habe 2010 einen Saustall übernommen“

Reithmeier warf seinem Vorgänger im Interview außerdem vor, in dessen Amtszeit sei viel liegengeblieben. Bürger hätte lange auf die Erledigung ihrer Anliegen warten müssen. „Ich habe 2010 einen Saustall übernommen. Es war unmöglich, in zehn Jahren alles aufzuarbeiten“, teilt Gäch dazu mit. Auch er habe – notgedrungen – einen Amtsantritt ohne Übergabe erlebt. Die Vorgängerin von Gäch war Barbara Reithmeier, Mutter des jetzigen Bürgermeisters, die mitten in der Amtszeit unerwartet im Alter von 66 Jahren verstorben war. „Ich habe aber niemals gegenüber meiner Vorgängerin Vorwürfe geäußert oder nachgetreten“, so Gäch.

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Es sei unter ihm als Bürgermeister unter anderem gelungen, die Wasserverluste von 34 auf 17 bis 18 Prozent zu reduzieren, die Finanzen in Ordnung zu bringen, ein Gemeindehaus zu bauen und den Streit um den Sendlinger Weg vertragsreif zu beenden. Die Verwaltung sei außerdem von einem Experten auf ihre internen Abläufe hin untersucht worden. „Natürlich sind auch in meiner Amtszeit Fehler gemacht worden, aber keine großartigen. Wir haben uns stets zum Wohle der Gemeinschaft bemüht.“

Gäch kündigt an: „Werde mich doch in Tagespolitik einmischen.“

Auch Reithmeiers Vorwurf, manche Personen würden gegen ihn als neuen Bürgermeister arbeiten, will er nicht stehen lassen. „Wir haben konstruktiv mitgearbeitet“, spricht er für die Fraktion NRL/FWG. Er habe nach den Vorwürfen jedoch seine Ankündigung, sich aus der Kommunalpolitik herauszuhalten, überdacht. „Ich gebe zu, es ist eine offene Planke, dass ich meinen Gemeinderatssitz nicht angetreten habe. Doch ich wusste: Ich halte es nicht aus, im neuen Gemeinderat als Mitglied mitzuarbeiten, weil ich zu viel weiß. Ab jetzt werde ich mich durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit trotzdem in die Tagespolitik in Ramerberg einmischen“, kündigt Gäch in seiner Stellungnahme an.

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