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Ende Oktober kommt die Säge zum Einsatz

Baumgutachter fällt sein Urteil: Warum es dem Rotter Maibaum bald an den Kragen geht

Noch ragt er stolz in den Himmel, der Rotter Maibaum.
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Noch ragt er stolz in den Himmel, der Rotter Maibaum.
  • VonRichard Helm
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Kürzlich war ein Baumgutachter vor Ort in der Gemeinde Rott. Der entschied, der Rotter Maibaum muss zeitnah gefällt werden.

Rott – Maibäume haben kein langes Leben. Geht es nach den Vorschriften dürfen Maibäume höchstens fünf Jahre stehen. Doch die wenigsten halten so lange durch.

Bei der Überprüfung wird der Baum abgeklopft und bei einer Höhe von 8,50 Meter eine Bohrsonde in den Stamm getrieben. Kann die Sonde mehr als ein Drittel vordringen, liegt Fäulnis vor. Auf der Westseite, also der Wetterseite entstehen oft Risse. Dringt dort Feuchtigkeit ein, kommt es zur Fäulnis, die betroffenen Stellen sind morsch. Die Stabilität ist gefährdet. Ein Fällen wird unvermeidbar.

Ende Oktober kommt die Säge zum Einsatz

Bauhofleiter Manfred Lunghammer will ihn Ende Oktober fällen, bevor die Herbststürme einsetzen. Damit steht dieser Baum mit seinen drei Jahren nicht allein da, auch seine beiden Vorgänger hielten nicht länger durch.

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Das vierte Jahr ist der Ort nackt und Rott muss ohne Maibaum auskommen. Der nächste neue Maibaum wird erst wieder am 1. Mai 2024 aufgestellt werden.

Franz Ametsbichler hat den Baum gespendet

Den jetzigen Maibaum hat Gemeinderat und Vorsitzender des Gewerbeverbandes Franz Ametsbichler gespendet. Es ist eine dreißig Meter lange Fichte. Der Baum wurde hergerichtet von der Feuerwehr und dem Burschenverein Rott am Inn und im Jahr 2019 mit einem großen Fest aufgestellt. Wie alle Maibäume in Bayern ist der Rotter Baum in den Farben blau und weiß gestrichen und zwar so, dass es aussieht als würde ein blaues Band um einen weißen Stamm gewickelt sein. Auf der Spitze thront eine goldene Sonne. Etwa zehn Meter darunter ist ein grüner Kranz befestigt. An den beiden seitlichen Seiten des Maibaums sind Tafeln der verschiedenen Zünfte im Ort angebracht.

In Rott sind die Zunfttafeln besonders schön, sie sind vom Malermeister Georg Dünstl gestaltet und bemalt.

Bevor der jetzige Maibaum abgerissen wird, müssen alle Schilder vorsichtig aus den Trägern montiert und genau nummeriert werden, damit es später keine Verwechslungen beim Zusammenbau gibt.

Auch die Taferl werden auf Schäden überprüft.

Vielleicht werden einige Schilder komplett erneuert werden müssen, bei den restlichen reicht eine intensive Reinigung. Dann werden sie geschliffen und von Malermeister Georg Dünstl mit neuer Farbe versehen. Beim nächsten Mal wird der Trachtenverein das Schmücken und das Aufstellen übernehmen.

Der Brauch existiert seit vielen Jahren

Selbstverständlich gibt es wieder zeitweise ein Maibaumstüberl und sobald der Maibaum gelagert ist, darf er auch „geklaut“ werden– so wie es immer war. Woher dieser Brauch kommt, ist nicht ganz geklärt. Das erste Maibaumaufstellen ist im Jahr 1224 in Aachen dokumentiert. Dem folgt ein Bericht über eine seit 1520 in Franken und Schwaben gepflegte Sitte des Maibaumaufstellens auf dem Dorfplatz. Aus dem Jahr 1531 stammt eine Rechnung für einen Maibaum in Bayern, 1550 folgt die erste Abbildung eines Maibaumes.

Doch eigentlich ist es auch egal, woher der Brauch kommt, so ein Maibaum schmückt die Ortsmitte und das Aufstellen und Baumstehlen ist immer eine große Gaudi.

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