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Einrichtungsleitung wechselt

Der neue Chef: Ehemaliger Soldat Michael Diatka ist Leiter des Betreuungshofs Rottmoos

In schwierigen Zeiten wechselt der Betreuungshof Rottmoos die Leitung. Michael Diakta ist der neue Mann an der Spitze.
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In schwierigen Zeiten wechselt der Betreuungshof Rottmoos die Leitung. Michael Diakta ist der neue Mann an der Spitze.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Beim Betreuungshof Rottmoos wechselt die Einrichtungsleitung: Michael Diatka (39) heißt der Mann, der sich getraut hat. Wie aus dem Heizungsbauer, ein Soldat und schließlich der Leiter der Einrichtung für Menschen mit Hör- und Sprachbehinderung wurde.

Wasserburg – Seit Oktober vergangenen Jahres ist Diatka als Co-Leiter des Wohnheims für Menschen mit Hör- und Sprachbehinderung tätig. Seit Dezember ist er alleinverantwortlich, nachdem sich die bisherige Leiterin Monika Senega in den Ruhestand verabschiedet hat.

Vorher tätig im Inn-Salzach-Klinikum

Ganz unbekannt ist der Name Diatka in Wasserburg aber nicht. Zuvor war er „auf der anderen Straßenseite tätig“, wie er augenzwinkernd erklärt: in Gabersee. Sieben Jahre war er im Inn-Salzach-Klinikum Leiter der Abteilung Arbeits- und Ergotherapie in der Forensik.

Ergotherapeut ist aber bei Weitem nicht der einzige Beruf, den Diatka ausgeübt oder erlernt hat. „Eigentlich bin ich Heizungs- und Lüftungsbauer“, erklärt der Kraiburger. Sein handwerkliches Geschick habe ihn auf diesen Beruf gebracht, dabei blieb es aber nicht, denn nach der Ausbildung entschied sich Diatka für den Beruf des Soldaten. Die Bundeswehr, sagt er, habe ihn einfach interessiert.

„Mir gefällt die Arbeit mit Menschen“

In den acht Jahren stieg er hier durch mehrere Ränge auf, wurde verantwortlich für mehr und mehr Personen. Dabei habe er vor allem eines festegestellt: „Mir gefällt die Arbeit mit Menschen.“

Nach dem Bund wollte Diatka deshalb unbedingt in einen Beruf, der das Handwerk und den Kontakt zu anderen Personen miteinander vereint. Ergotherapeut hätte sich „da einfach angeboten.“ Doch ganz zufrieden mit seinem bisherigen Wissen war Diatka zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht. Das Wirtschaftliche hätte ihm gefehlt. „Ich vergleiche das immer mit einem Hocker, auf zwei Beinen wackelt er, aber auf drei steht er dann fest.“

Besonderer Werdegang hat Vorteile

Für das dritte Standbein schrieb er sich deshalb bei der Industrie- und Handelskammer ein und machte dort den Fachwirt für Betriebswirtschaft. „Und jetzt bin ich hier in Rottmoos.“

In seinem nicht ganz geradlinigen Werdegang sieht Diatka durchaus Vorteile, denn dadurch könne er beide Seiten verstehen, die der Führungsebene und die des Mitarbeiters. „Manches sieht auf dem Papier ganz einfach aus, aber wenn man als Mitarbeiter an der Front steht, ist das kaum umzusetzen.“

Lob für die familiäre Atmosphäre

Dass er überhaupt auf die Stelle in Rottmoos aufmerksam geworden ist, sei dabei ein glücklicher Zufall gewesen, denn eigentlich war er gar nicht auf Arbeitssuche. Irgendwann einmal wolle er wechseln, so sei der Plan gewesen, „aber mir hat es ja gefallen in Gabersee.“ Auf der Suche sei eigentlich seine Lebenspartnerin gewesen. „Die hat hier mal ein Praktikum gemacht und hatte Rottmoos in guter Erinnerung“, erklärt Diatka. „Sie meinte dann, für mich ist nichts dabei, aber für dich.“ Über diesen Fund sei er froh, denn Rottmoos sei etwas Besonderes. „Ich habe eine tolle Einrichtung mit einem hoch motivierten Team und einer familiären Atmosphäre übernommen.“ Dabei meint er damit sowohl die Beziehung des Personals zu den Bewohnern, als auch zwischen den Bewohnern und den Mitarbeitern selbst.

Das Internet soll verbessert werden

Doch trotz des Lobs, Pläne zur Verbesserung hat Diatka trotzdem. „Ich möchte, dass wir attraktiver werden, auch für jüngere Personen.“ Etwa 50 Bewohner hat Rottmoos derzeit, Plätze sind aber noch frei und die möchte Diatka füllen.

Zunächst will er deshalb die technische Ausrüstung von Rottmoos auf den neuesten Stand bringen, im besonderen Fokus steht dabei das Internet. „Gehörlose Menschen nehmen das meiste über visuelle Medien auf“, erklärt Diatka, um beispielsweise Videotelefonate zu führen sei aber eine stabile Internetverbindung nötig. „Und da ist bei uns noch Bedarf.“

Auch den Bekanntheitsgrad des Betreuungshofes von Rottmoos möchte Diatka steigern. „Jeder kennt die Besamungsstation hier in Rottmoos, aber kaum jemand kennt uns. Dabei sind wir eine Einrichtung mit Alleinstellungsmerkmal“, findet er.

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