Der Kiebitz muss in Eiselfing umziehen

Noch wird neben der Staatsstraße nach Prien noch Kies abgebaut. Danach wird dort das neue Gewerbegebiet Hafenham-Nord entstehen.
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Noch wird neben der Staatsstraße nach Prien noch Kies abgebaut. Danach wird dort das neue Gewerbegebiet Hafenham-Nord entstehen.

„Wir müssen uns auf ein langwieriges Verfahren einstellen!“. Mit diesem Hinweis leitete Bauamtsleiter Laurentius Fischer die Behandlung der Stellungnahmen zum geplanten Hafenhamer Gewerbegebiet in der Eiselfinger Gemeinderatssitzung ein.

Von Andreas Burlefinger

Eiselfing – Größere Probleme gibt es besonders im naturschutzrechtlichen Bereich. Und wie so oft im Vorgang um das zukünftige Gewerbegebiet, ging es dabei um den Schutz des Kiebitz.

Ausgleichsflächen bereiten Sorgen

Wobei sich zum Kiebitz nun auch noch der Flussregenpfeiffer gesellte. Beide leben auf den geplanten Gewerbegebietsflächen und gelten nach Aussage der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Rosenheim als vom Aussterben bedroht. Nach Angaben von Bürgermeister Georg Reinthaler (Grüne) gibt es bereits Ausgleichsflächen, sogenannte Ersatzhabitate. „. Diese sind allerdings derzeit noch in der behördlichen Bearbeitung.“ Teilweise seien die Flächen schon seit dem Bau der großen Montagehalle der Firma Huber vorhanden. Momentan würden die vorgesehenen Ausgleichsbereiche jedoch noch für einen behördlich genehmigten Kiesabbau genützt. Nach einem von der Naturschutzbehörde vor einiger Zeit vorgelegten Plan sollen auch Flächen zwischen Spielberg und Kerschdorf mit einbezogen werden.

Woher weiß der Kiebitz, dass er umziehen muss?

„Wie muss denn eine Ausgleichfläche überhaupt beschaffen sein?“, wollte Rupert Reininger (UWE) wissen. Der Bürgermeister: „Freie Sicht auf angreifende Vögel, nicht am Waldrand und keine intensive landwirtschaftliche Nutzung“. Gemeinderätin Silvia Dietinger (Grüne) stellte im Zusammenhang mit der Diskussion die durchaus ernst gemeinte Frage: „Woher weiß das alles dann der Kiebitz und wie vollzieht er seine Umsiedlung?“

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Einfacher war da die Antwort auf einen Hinweis aus dem Büro des Kreisbrandrates. Er forderte, dass bei der Erschließungsplanung der Löschwasserbedarf und die Entnahmestellen bereits berücksichtigt werden – was nach Aussage des Bauamtsleiters im Verfahren sowieso vorgesehen ist. Der BUND Naturschutz teilte in seiner Stellungnahme mit, dass er an seinen Einwänden bezüglich des geplanten Gewerbegebietes festhalte. Wie berichtet, lehnt der BUND die Ausweisung wegen des Flächenverbrauchs ab.

Der Satzungsbeschluss im Gemeinderat erfolgte einstimmig. Die Gemeindeverwaltung wird jetzt damit beauftragt, das Verfahren weiter zu bearbeiten.

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