Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Theater in Schnaitsee

Passanten sind völlig überrascht: Der Jennerwein ist auf dem Marktplatz in Schnaitsee unterwegs

Die Schnaitseer aus dem Jahr 1877: Hinten von links Hias Reiter, Severin Schluck, Peter Emmerer, Thomas Schachner, Hans Mittermayr, Christian Westner und vorne von links Florian Fraitzl, Meinrad Reiter, der „Jennerwein“ Martin Oberbauer und Thomas Schmidinger.
+
Die Schnaitseer aus dem Jahr 1877: Hinten von links Hias Reiter, Severin Schluck, Peter Emmerer, Thomas Schachner, Hans Mittermayr, Christian Westner und vorne von links Florian Fraitzl, Meinrad Reiter, der „Jennerwein“ Martin Oberbauer und Thomas Schmidinger.
  • VonJosef Unterforsthuber
    schließen

In Schnaitsee tummeln sich derzeit Gestalten, die aussehen, als wären sie aus der Zeit gefallen. Ein junger Mann wurde sogar gesichtet, der eine Gams geschultert hatte. Was dort passiert? Der Jennerwein ist unterwegs.

Schnaitsee – „Ja was ist denn da schon wieder in Schnaitsee los?“ So oder so ähnlich werden manche Passanten denken, die sich in letzter Zeit Mittwoch oder Sonntagabend rund um den Schnaitseer Wirth, der Taverne Ägäis, aufhalten.

Weil, wenn man da etwas genauer hinsieht, sieht man vor allem junge oder jung gebliebene Burschen in die Wirtschaft verschwinden, die aussehen, als wären sie aus der Zeit gefallen. Die „Manner“ sehen nämlich so gar nicht nach 2022 aus. Eher wie aus dem 19. Jahrhundert. Damals war nämlich der sogenannte Kaiser-Wilhelm-Bart modern. Der Kaiser wurde abgeschafft, der Bart hat’s überlebt – und trägt noch heute seinen Namen.

Riesige Alphörner auf dem Marktplatz

Da fragt man sich als Ausstehender natürlich, ob man was verpasst hat? Sind die Schnaitseer modisch auf dem Vor- oder Rückmarsch? Neben stattlich anzusehenden Männern mit Schnauzbart gibt es da noch so einiges „Verwunderliches“ zu berichten. So sieht man auch einen Pfarrer in altmodischer Montur und riesige Alphörner, die aufgestellt werden und neulich sogar einen jungen Mann, der eine Gams geschultert hatte.

Das kann sich also wohl doch nicht nur um irgendeinen Modetrend handeln, der sich in Schnaitsee eingeschlichen hat.

+++ Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier. +++

Und dann gibt es da nicht mehr viele Möglichkeiten. Wenn sich Menschen wie aus einer anderen Zeit kleiden und man rund um den Wirt Alphörner, Zither, Gstanzl und Lachen hört, dann wird’s auch dem letzten Passanten irgendwann klar: In Schnaitsee wird endlich wieder Theater gespielt. Und die Schnaitseer, wären nicht die Schnaitseeer, wenn sie nach zwei Jahren Corona bedingter Pause, dann nicht gleich wieder voll durchstarten. So wird es ab dem 29. Juli auf dem Schnaitseer Marktplatz eine Freiluftinszenierung des Stückes von Sebastian Schlagenhaufer „Der Jennerwein – Bluat vo da Gams“ geben.

Dem ein oder anderen wird sofort das berühmte Lied vom Jennerwein einfallen: „Ein Schütz in seinen besten Jahren - von hinten war er angeschossen, zerschmettert war sein Unterkinn“.

Bis heute wurde nicht geklärt wer da den Georg „Girgl“ Jennerwein eigentlich erschossen hat und allgemein ranken sich eher mehr Geschichten und Sagen um den einstigen Wildschütz, als dass es tatsächlich Fakten dafür gibt. Geboren ist er in Holzkirchen, aufgewachsen und gewildert hat er Rund um den Schliersee bis sein Leben 1877 auf diese geschichtsträchtige und legendäre Art sein Ende fand.

Dass da dazwischen so einiges vorgefallen ist, die zerbrochene Freundschaft zu dem Jagdgehilfen Pföderl, die aufflammende Liebe zur Sennerin Agerl, das Pirschen mit dem Spezl Done, die Gstanzlsingerei im Wirtshaus, und noch vieles mehr, das alles inszeniert die Schnaitseer Theatergemeinschaft ab Freitag, 29. Juli, auf dem Marktplatz in Schnaitsee.

Weitere Aufführungen

Weitere Termine sind der Samstag, 30. Juli, und Sonntag, 31. Juli; Freitag, Samstag und Sonntag, 5./6./7. August; sowie Freitag, Samstag und Sonntag, 12./13./14. August. Die Vorstellungen beginnen um 20.30 Uhr. Einlass ist ab 18.30 Uhr, es gibt keine Platzreservierung. Eintrittskarten bevorzugt über E-Mail an vorverkauf@theatergemeinschaft-schnaitsee.de oder unter den Telefonnummern 0151/51237274, 08074/ 9158075 oder 08074/232.

Mehr zum Thema

Kommentare