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Planung einen Schritt weiter

Neun-Millionen-Euro-Projekt: Aber Haager Zehentstadel verzichtet auf klassischen Kinosaal

Blick in den Haager Zehentstadel: In diesem Bereich im Osten des Denkmals soll der Multifunktionsaum entstehen.
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Blick in den Haager Zehentstadel: In diesem Bereich im Osten des Denkmals soll der Multifunktionsaum entstehen.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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  • Ludwig Meindl
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Es ist eines der teuersten und am intensivsten diskutierten Vorhaben in Haag: Nach jahrelangem Ringen hat der Gemeinderat jetzt den Entwurf für die Sanierung des Zehentstadels befürwortet. Ende 2022 soll der Umbau für gut neun Millionen Euro beginnen.

Haag – Knapp zwei Stunden Debatte widmete der Haager Gemeinderat dem Innenausbau des Zehentstadels. Zu den wichtigsten Details stimmte das Gremium jeweils einzeln ab. Das Konzept für den Westteil des Gebäudes (Pfarrheim, Bibliothek) ging einstimmig durch. Der Entwurf für den Mittelteil erhielt 14 Ja- und zwei Gegenstimmen. Die geplante Gestaltung des Ostbereichs fand mit zwölf zu vier Stimmen eine klare Mehrheit. Knapper fiel die Entscheidung angesichts unterschiedlicher Ansichten über den Multifunktionsraum im Osten aus: Der neue Entwurf erhielt zehn Ja- und sechs Nein-Stimmen.

In drei Bauteile hatte auch Architekt Udo Rieger seine Präsentation unterteilt. Der Westbereich soll der Erste sein, der voraussichtlich Ende 2022 den Baubeginn einleitet. Der Keller beinhaltet hier Lager- und Technikräume. Im Erdgeschoss führt der Haupteingang in das Pfarrheim mit Saal. Der nördliche Anbau dient unter anderem dem barrierefreien Zugang über den Aufzug. Eine Wendeltreppe leitet in das Obergeschoss mit Bücherei. Sie erhält auch eine „Relaxzone“ und Galerie mit „Adlernest“. Optisch achteten die Planer nach Angaben von Rieger auf eine „zurückhaltende Marginalästhetik ohne großen Schnickschnack“.

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Das Untergeschoss des Mittelteils bleibe dem Bauernmarkt vorbehalten. Eine historische Treppe führe zum Café im Ost-Abschnitt. Das Foyer mit Galerie im Ostteil eigne sich für temporäre Veranstaltungen und sei beheizbar.

Weniger Platz für Bücher

Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler) stellte fest, dass in der neuen Bibliothek weniger Bücher Platz hätten als jetzt im Keller des Pfarrheims. Die hervorgehobene Ebene für Lesungen betonte dagegen in der Sondersitzung Gemeinderätin Karin Lipp (WfH). Dritter Bürgermeister Dr. Florian Haas (PWG) lenkte die Debatte zum Multifunktionsraum. Er ist jetzt als flexibel nutzbarer Ort geplant. Der einstige Nutzungsfavorit, das Kino, spiele nun eine untergeordnete Rolle. Den Unterschied erklärte Rieger mit dem Verzicht auf die Kinostühle. Für Filmvorführungen eigne sich der Saal mit den Sitzstufen des Auditoriums. Auf geringe Akzeptanz stieß der Vorschlag Grabmeyers, die Kinofrage doch noch einmal auszuklammern: „Dann würde der komplette Entwurf umgeschmissen“, warnte die Verwaltung.

Debatten um Multifunktionsraum

„Grundsätzlich“ solle das Kino in der Überlegung bleiben, forderte Hans Urban (CSU). Bernd Schneider (CSU) bemerkte, mit der Leichtbauweise ließe sich jede Änderung leicht vornehmen: Man könne nachträglich immer noch das Auditorium zurück bauen. Dagegen wendete der Architekt ein, dass dann die Küche unter den Stufen gefährdet sei. Selbst der Kinobetreiber wolle eine flexible Nutzung des Raums, erläuterte Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD).

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Trotz Debatten um den Multifunktionsraum war die Bereitschaft, den Knoten durchzuschlagen, deutlich zu spüren. Einen „Ruck nach vorne“ verlangte etwa Eva Rehbein (SPD) von den Ratsmitgliedern. Sie sollten dem Multifunktionsraum in seiner neuen Form zustimmen, um so auch der „Kleinkunst endlich mal wieder“ eine Chance zu geben. Er könne auch als Ausweichraum für Veranstaltungen im Schlosshof dienen. Den günstigen Fall, dass der Kinobetreiber den Saal miete, unterstrich Siegfried Meier (SPD).

Appell: „Kommen wir zu einem Ende“

Klar definierte Hermann Jäger (PWG) die Situation. Fünf Jahre diskutiere der Gemeinderat schon über die Gestaltung. Es seien keine neuen Erkenntnisse mehr zu erwarten. Die Devise laute: „Kommen wir zu einem Ende, sonst blamieren wir uns!“ Hans Urban (CSU) pflichtete bei: „Keine einfache Entscheidung, aber wir brauchen Nägel mit Köpfen.“ So kam es dann auch zu den ausschließlich positiven Einzelbeschlüssen.

Die Gesamtkosten bezifferte Architekt Rieger mit 9,22 Millionen Euro, davon 2,6 Millionen Euro für die Bibliothek, zwei Millionen Euro für das Pfarrheim, 2,5 Millionen Euro für die Gestaltung des Ostteils und zwei Millionen für die Mitte.

Hohe Förderung zu erwarten

Egon Barlag (Freie Wähler) monierte den immer noch fehlenden Mietvertrag zum Pfarrheim.

Gemeindegeschäftsleiter Manfred Mörwald stellte „mehrere Förderwege“ vor: Finanzielle Unterstützung gibt es vor allem aus der Städtebauförderung, vereinzelt außerdem aus Denkmalschutztöpfen. Bei der Neugestaltung des Westteils rechnet die Gemeinde mit Zuschüssen in einer Höhe von bis zu 80 Prozent, beim Pfarrheim, das vermietet wird, gibt es keine Förderung, für die übrigen Gebäudeteile Zuschüsse bis zu 60 Prozent der Kosten.

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