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„ORT DER ERINNERUNG“

Der Haager Georg Jäger wird für seinen Mut im Widerstand gegen die Nazis gewürdigt

Bei der Einweihung des Denkmals erinnern (von links) Familie Jäger mit dem heutigen Firmenchef Hermann Jäger mit Mutter und Frau, Bürgermeisterin Sissi Schätz, Pfarrer Pawel Idkowiak und Künstler Peter Syr an den Gewürdigten.
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Bei der Einweihung des Denkmals erinnern (von links) Familie Jäger mit dem heutigen Firmenchef Hermann Jäger mit Mutter und Frau, Bürgermeisterin Sissi Schätz, Pfarrer Pawel Idkowiak und Künstler Peter Syr an den Gewürdigten.
  • VonLudwig Meindl
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Ein neues Denkmal würdigt die Verdienste des einstigen Haager Bürgermeisters und Ehrenbürgers Georg Jäger. Den Anlass zur Errichtung gab seine Deportation im Nationalsozialismus vor 88 Jahren. Haag habe damit einen neuen „Ort der Erinnerung“, so Bürgermeisterin Sissi Schätz.

Haag – Das Denkmal liegt am Fuße der Südseite des Marktbergs an der Gabelung des Pettenbeckwegs mit dem Notargässchen vor der historischen Hörmann-Villa. Es besteht aus dem Porträt Georg Jägers und einer Inschrift, die ihn als Bürgermeister sowie Ehrenbürger würdigt und auf seine Absetzung durch die Nationalsozialisten hinweist.

Die Einweihung des Denkmals fand im Rahmen einer Andacht statt. Pfarrer Pawel Idkowiak bezeichnete die beiden Weltkriege als die Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts. In diesen schweren Zeiten hätten sich aber auch „Männer gefunden, die sich widersetzten, so Georg Jäger“.

Bürgermeisterin zollt dem Geehrten „allerhöchsten Respekt“

Ein „Ort der Erinnerung“ sei hier entstanden, verkündete die Bürgermeisterin in ihrer Ansprache. Georg Jäger, der 1933 schon 20 Jahre in Haag als Bürgermeister gewirkt hatte und Inhaber der örtlichen Molkerei war, habe erfahren, dass sein privates Leben wie auch seine wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel standen. „Das ist heute nicht mehr vorstellbar, dass man wegen seiner politischen Meinung das Leben verliert“, so Schätz.

Jäger, dem 1947 die Ehrenbürgerwürde verliehen wurde, gebühre „allerhöchster Respekt“, folgerte die Bürgermeisterin und schloss mit dem aktuellen Hinweis: „Das Denkmal ist eine sichtbare Erinnerung und mahnt uns zur klaren Haltung.“

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Der heutige Firmenchef und Nachkomme des Gewürdigten, Hermann Jäger, dankte für die Umsetzung des Denkmals und erzählte die Entstehungsgeschichte. Sie hatte mit dem Durchforsten der Familien- und Firmenunterlagen zu einer Chronik begonnen, als man „viel Stoff für die 150-Jahr-Feier“ zusammentrug. Dabei sei man auch auf die Idee gekommen, seinem Vorfahren ein Denkmal zu setzen.

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Details zu den Vorgängen zur Verhaftung Georg Jägers schilderte der Künstler Peter Syr, der die künstlerische Verwirklichung des Denkmals übernommen hatte. Die Vorgänge hatten sich im Haager Rathaus am 27. März 1933 abgespielt. Zur „Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung“ habe das Bezirksamt Wasserburg den amtierenden Bürgermeister Jäger abgesetzt.

Georg Jäger bleibt in der Haager Geschichte verankert

Vorher habe er die Aufforderung abgelehnt, zurückzutreten. Er sei auch aus dem Kreistag ausgeschlossen und in das Konzentrationslager Dachau gebracht worden. Seine Molkerei habe man unter die Aufsicht des „Reichsnährstandes“ gestellt.

Georg Jäger hatte 1911 das von seinem Vater im Jahr 1870 gegründete Unternehmen übernommen. In 1920 wurde in das Anwesen die einstige Posthalterei einbezogen.

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Die Produktion von Markenbutter hatte 1936 begonnen. Der Name Georg Jägers bleibt mit der Haager Geschichte auch deswegen verbunden, weil er sich um den Fortschritt des Krankenhauses bemühte und die örtliche Tradition des Schäfflertanzes ins Leben rief.

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