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Serie: Was mich freut, was mich ärgert

„Der Dreck zieht Ratten und Wildschweine an“: Illegale Müllablagerung empört Kerschdorf

Essensreste und leere Tetrapackungen fand unser Leser bei den Müllcontainern am Ortsrand von Kerschdorf.
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Essensreste und leere Tetrapackungen fand unser Leser bei den Müllcontainern am Ortsrand von Kerschdorf.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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„Ich bin sehr verärgert, entsetzt und wundere mich über diese Dreistigkeit“: Leser Robert Angermann ärgert sich über illegale Müllablagerung in Kerschdorf. Das sagt der Bürgermeister dazu.

Eiselfing – Zeitungsleser Robert Angermann schickte uns Bilder von einer illegalen Müllablagerung in Kerschdorf, gleich neben den Glascontainern. „Ich bin sehr verärgert, entsetzt und wundere mich über diese Dreistigkeit und absolute Dummheit mancher Mitbürgerinnen und Mitbürger“, schrieb er dazu.

Im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung machte der 52-Jährige auch seinen Befürchtungen Luft: „Der Dreck zieht doch Ratten und eventuell Wildschweine aus dem nahen Wald an“, glaubt er. Das sei in seinen Augen sehr gefährlich, wo doch die ersten Häuser nicht weit von der Stelle entfernt sind.

Unterstützung von Sachbearbeiterin

Deshalb ließ er es auch nicht bei seinem Ärger bewenden, sondern machte sich gleich daran, den störenden Müll zu beseitigen. „Ich habe es mir erlaubt, diesen Müll, der auch viele Speisereste beinhaltet hatte, eigenhändig einzusammeln und, nach vorheriger telefonischer Absprache beim Wertstoffhof in Eiselfing abzugeben“, schildert er die weitere Vorgehensweise nach seiner Entdeckung. „Ich fuhr schnell nach Hause, holte mir Handschuhe und Müllsäcke und packte alles ein“, beschreibt er weiter.

Unterstützung bekam er dabei auch von Nicolé Stöher. Die Sachbearbeiterin beim Einwohnermeldeamt in Eiselfing erklärte auf Nachfrage der Wasserburger Zeitung: „Wenn Bürger uns um Hilfe bitten, dann versuchen wir natürlich so gut wie möglich zu helfen.“ Seit 2019 arbeitet sie in der Gemeinde Eiselfing, aber solche Müllfunde seien bei ihr erst zwei- oder dreimal gemeldet worden. Sie inspizierte zunächst den eingesammelten Müll von Angermann und kündigte dann die Mülllieferung beim Wertstoffhof an, wo Angermann kurze Zeit später von einem Mitarbeiter erwartet wurde.

Eiselfings Bürgermeister Georg Reinthaler bestätigt, dass im Bereich Kerschdorf eigentlich kaum Probleme gemeldet würden. „Aber wir haben durchaus im Gemeindegebiet zwei, drei Problemstellen, an denen hin und wieder auf Waldwegen Müll und sogar Autoreifen gefunden werden“, erklärt er. Die Bauhofmitarbeiter wüssten schon genau, wo sie besonders hinschauen müssen. „Wenn Müllablagerungen bei uns in der Gemeinde gemeldet werden, versuchen wir sofort, sie fachgerecht zu entsorgen“, schildert Reinthaler die Vorgehensweise.

Auch diese technische Vorrichtung war unter dem Müllberg – vielleicht eine Abwasserpumpe, vermutet der Finder.

Im Bereich der Wertstoffinseln habe der Papiermüll seit Corona-Zeiten drastisch zugenommen, weiß er außerdem zu berichten. Mit dem Landratsamt sei er im Gespräch, eventuell noch mehr Sammelbehälter einzurichten. Besonders im Be reich des Wertstoffhofes, wo die Behälter außerhalb des Geländes stehen, wären noch mehr Tonnen nötig, um die Mengen an Abfall zu bewältigen.

Das neue Sammelsystem des Landkreises sei auch nach einem halben Jahr noch nicht bei jedem Bürger angekommen, macht der Bürgermeister weiter deutlich. „Manche Haushalte sammeln tatsächlich über Monate Papier oder Plastik und merken erst jetzt, dass die gewohnten Sammelcontainer weggefallen sind“, beschreibt er.

In Hafenham setzt man auf eine Kamera

Am Wertstoffhof in Hafenham setze man zur Vermeidung von illegalen Müllablagerungen auf eine Kamera. „Dazu müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Wir dürfen beispielsweise nur auf dem Gelände filmen und auch nur außerhalb der Öffnungszeiten“, beschreibt Bürgermeister Reinthaler.

Trotzdem zeige die Videoüberwachung Erfolge: Früher wurde uns der Müll teilweise über den Zaun geworfen, erinnert sich der Bürgermeister. Das würden sich die Leute jetzt zweimal überlegen.

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