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Nahversorgung gewünscht

Der Dorfladen in Schonstett kämpft ein Jahr nach der Eröffnung ums Überleben

Es steckt auch viel ehrenamtliche Arbeit im Schonstetter Dorfladen, sagt Geschäftsführerin Albertina Frank.
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Es steckt auch viel ehrenamtliche Arbeit im Schonstetter Dorfladen, sagt Geschäftsführerin Albertina Frank.
  • VonChrista Auer
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Seit einem Jahr hat Schonstett wieder einen Dorfladen. Viele Kunden schätzen ihn – es sind sogar mehr als erwartet. Aber: Sie kaufen zu wenig ein, wie die Umsatzzahlen belegen. „Um auf Dauer existieren zu können, müssen wir noch gewaltig zulegen“, stellt Geschäftsführerin Albertina Frank fest.

Schonstett – Seit einem Jahr haben die Schonstetter wieder einen Dorfladen. Trotz vieler Kunden gibt es bei den Umsatzzahlen Luft nach oben. Coronabedingt muss die Jubiläumsfeier ausfallen, statt dessen gibt es viele Angebote für die Kunden.

„Kimm fei wieda“ – mit dieser Bitte an seine Kunden ist der Dorfladen Schonstett am 12. Dezember letzten Jahres gestartet. Ein Jahr später lässt sich feststellen, dass das Konzept der örtlichen Nahversorgung an sich aufgegangen ist. Das Angebot wird von den Schonstettern gut angenommen und damit ist das Hauptziel erreicht. Einziger Wermutstropfen: Der Dorfladen schreibt tiefrote Zahlen. Das liegt nicht an zu wenig Kunden.

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Ganz im Gegenteil. Man könne sagen, dass mehr Kunden kämen als erhofft, betont die Geschäftsführerin Albertina Frank. Aber die Umsatzzahlen lägen leider deutlich unter dem Soll. Dies sei im ersten Jahr noch zu verschmerzen, aber auf Dauer müsse natürlich mindestens die schwarze Null das erklärte Ziel sein, um den Dorfladen, der das komplette Spektrum der Grundversorgung und noch vieles mehr biete, weiterhin aufrecht erhalten zu können.

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„Um auf Dauer existieren zu können, müssen wir noch gewaltig zulegen“, stellt Frank fest. Deshalb sei zuerst das Gesamtkonzept auf den Prüfstand gestellt worden. Der Blick auf die Zahlen habe ergeben, dass der Personalfaktor hinsichtlich der Kostenminimierung bereits ausgereizt sei. Vier Teilzeitkräfte und sechs geringfügig Beschäftigte seien schon aufgrund der Räumlichkeiten mit Lager und Zubereitungsküche im Untergeschoss, das absolute Minimum, um das umfassende Angebot und den angestrebten Servicegedanken weiterhin hochhalten zu können. Darüber hinaus hielten viele Helfer mit unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit den Laden am Laufen, hebt die Geschäftsführerin hervor.

Kunden schätzen ihren Dorfladen, aber die Umsatzzahlen lassen noch Luft nach oben.

Umfrage im gesamten Ort brachte nur eine Rückmeldung

„Der Knackpunkt ist, unsere Kunden kaufen zu wenig ein“. Ein Vergleich mit dem Dorfladen Evenhausen habe ergeben, dass der pro Kopf-Einkauf dort um etwa 60 Prozent höher sei, als in Schonstett. Das heißt: Die Evenhausener machen ihren Großeinkauf häufiger im örtlichen Laden, als es die Schonstetter bisher tun.

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Um die Gründe für dieses Verhalten zu erfahren, habe man eine Umfrage an alle Haushalte im Gemeindebereich gestartet und die Bürger um Kritik und Anregungen gebeten. Leider sei nur eine Rückmeldung zurückgekommen, bedauert Frank.

„Wir wollen unbedingt durchhalten“, bekräftigt die Ladenleitung Petra Tschentscher. Sie erlebe täglich, dass viele Kunden froh über die Einkaufsmöglichkeit im Ort seien. Sie kämen gerne in den Laden und schätzten die angenehme Atmosphäre und auch das persönliche Gespräch.

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Auch ihr Team sei hoch motiviert und mit Freude bei der Arbeit, betont Tschentscher. Gemeinsam mit den vielen ehrenamtlichen Helfern sei ein wunderbarer Zusammenhalt entstanden, der das vielfältige Angebot erst möglich mache. „Jeder ist mit Liebe und Hingabe dabei“, stellt Albertina Frank immer wieder fest. Gemeinsam habe man schon so viel geschafft.

150 stille Gesellschafter

Es gab nämlich viel Arbeit und nicht wenige Hürden mussten überwunden werden, bis im vergangenen Jahr Eröffnung gefeiert werden konnte. Von Beginn an waren zahlreiche Schonstetter ehrenamtlich in der Vorbereitung, Gründung, Planung und Umsetzung des Dorfladens mit viel Engagement und Zeitaufwand dabei, um das gemeinsame Ziel realisieren zu können. Mit Gründung einer Unternehmergesellschaft und rund 150 stillen Gesellschaftern mit Anteilen im Wert von rund 63.000 Euro haben die Schonstetter ihre Nahversorgung damals quasi selbst in die Hand genommen.

Brotzeit für Schüler und Obst für Kiga-Kinder

Ein gutes Beispiel dafür sei die Schulbrotzeit, die seit Kurzem angeboten werde. Gutscheine dafür könnten vorab im Dorfladen erworben werden. Ein Helfer bringt in der Früh die Gutscheine der Kinder in den Laden und liefert zur Pause die, für jedes Kind einzeln in einer Papiertüte verpackte, Brotzeit in die Schule. Im Rahmen des EU-Förderprogramms „Schulobst“ wird der Kindergarten wöchentlich einmal mit Obst und Milchprodukten beliefert und fleißige Helfer packten die mit allerlei Leckereien gefüllten Tüten für die „Weihnachtsfeier dahoam“.

Bürgermeister Paul Dirnecker: „Es braucht ein Umdenken im Konsumverhalten“

Schonstetts Bürgermeister Paul Dirnecker erinnert sich, dass bei der Eröffnung und den Vorbereitungen viel Rückenwind aus der Bevölkerung spürbar gewesen sei und den brauche es weiterhin. „Der Erhalt der Einkaufsmöglichkeit, Schule, Kinderbetreuung und Arbeitsplätze sind die Grundvoraussetzung für die weitere Dorfentwicklung und dafür, dass Schonstett ein attraktiver Lebensort bleibt“. Die örtliche Nahversorgung mit regionalen und handwerklich hergestellten Produkten steigere die Attraktivität der Gemeinde, stärke die regionale Wertschöpfung und sei ein wichtiger Beitrag zur Energiewende. „Um unsere Natur und Umwelt für unsere Nachfahren zu erhalten, braucht es ein Umdenken der Gesellschaft im Kauf- und Konsumverhalten“, betont das Gemeindeoberhaupt.

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