Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Ideen für Sport im Freien

Der Bike-Park in Wasserburg muss noch etwas warten

Verlassen liegt derzeit der Bolzplatz im Burgerfeld da – doch vor der Corona-Pandemie war hier stets viel los. Soll hier ein Bike-Park integriert werden? Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.
+
Verlassen liegt derzeit der Bolzplatz im Burgerfeld da – doch vor der Corona-Pandemie war hier stets viel los. Soll hier ein Bike-Park integriert werden? Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
    schließen

Auch in Wasserburg soll ein kleiner Bike-Park entstehen. Nur wo? Ist der Bolzplatz im Burgerfeld der richtige Standort? Der Bauausschuss findet: Ein Gesamtkonzept für weitere Sport- und Spielmöglichkeiten in der Stadt muss her.

Wasserburg – Kleine Kinder bauen Sandburgen, größere spielen Ball oder sausen mit ihren Rädern über das Gelände, Mütter und Väter treffen sich zum Ratschen: Der Spiel- und Bolzplatz im Burgerfeld ist ein beliebter Treffpunkt. Hier gibt es auch eine größere Gruppe radfahrbegeisterter Teenies, die sich einen kleinen Bike-Park wünschen.

Jakob Schedel, Vater von drei Kindern im Alter von vier, sieben und elf Jahren, hat sich deshalb kundig gemacht und findet: Eine solche Anlage ließe sich günstig und schnell installieren. Doch so zügig wie gedacht geht es nicht.

Ideen von Familien aus dem Stadtteil

Die Fraktion von CSU/Freie Wähler-Wasserburger Block hatte die Idee der Familien in einem Antrag aufgegriffen: Teile des Bolzplatzes könnte in einen Bike-Park für Kinder und Jugendliche verwandelt werden. Dafür sollte der Platz geteilt werden – an der Ecke St.-Bruder-Konrad-Straße/Brunhuberstraße) bleibe er dann in der alten Funktion bestehen, der zweite Teil (Ecke Franz-Winkler-Straße/Brunhuberstraße) könne in die Anlage für junge Radler umgewandelt werden.

Ein bereits vorhandener Hügel würde in die Strecke integriert. Hinzu kommen müssten dann noch Buckel, Kurven und Stellen zum Springen. Für die Planung und Realisierung bis zur TÜV-reifen Projektübergabe entstehen nach Angaben von Schedel, der sich als Vater intensiv mit der Thematik beschäftigt hat, etwa 38 700 Euro an Kosten (plus Kosten für die Wiederherstellung des Bolzplatzes mit Fangzaun), so das Angebot eines Mountainbike-Profis.

Kosten von 38.700 Euro könnten durch Sponsoring reduziert werden

Dieser habe bereits 20 vergleichbare Anlagen in Bayern verwirklicht. Durch gezieltes Sponsoring – von Gewerbetreibenden und Bürgern – könnten die Kosten noch reduziert werden, so Fraktionssprecherin Heike Maas.

Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier.

Schedel, der als CSU-Mitglied schon im Kommunalwahlkampf mit dieser Idee an den Ortsverband herangetreten war, unterstreicht, die Bauarbeiten seien nicht aufwendig. Der Bike-Park läge außerdem auf städtischem Grund. Ähnliche Anlagen entstehen derzeit überall im Wasserburger Land – etwa in Eiselfing, in Amerang oder in Halfing.

Einziger Bolzplatz im Grünen

Der Bauausschuss begrüßte den Vorstoß grundsätzlich. Es gab jedoch Stimmen, die davor warnten, den Platz im Burgerfeld zu teilen. Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) wies darauf hin, es handele sich um den einzigen großen Bolzplatz im Grünen, der zur freien Verfügung stehe. Hier würde nicht nur Fußball gespielt, sondern auch Federball und Frisbee. Es stelle sich die Frage, ob es nicht einen Alternativstandort für den Bike-Park gebe.

Das könnte Sie auch interessieren: Wasserburger Ärzte schlagen Alarm: Kinder und Jugendliche leiden besonders unter Corona

Der Sportreferent des Stadtrates, Markus Bauer (CSU), und die Jugendreferentin, Irene Langer (SPD), befürworteten im Ausschuss beide die Idee einer Anlage für junge Radfahrer. Sie schlugen jedoch vor, dass sie gemeinsam ein Gesamtkonzept für die Stadt entwickeln: mit Aufschlüsselung des Bedarfs an weiteren Sport- und Spielstätten, möglichen Standorten, Pacht- und Mietkonditionen.

Auch die Jugend soll beteiligt werden. Gewünscht werde schließlich nicht nur ein Bike-Park, sondern unter anderem auch ein Soccer-Platz, eine Calisthenics-Anlage und ein weiteres Fußballtrainingsareal.

Parteiübergreifende Gesamtplanung

Dr. Hermann Budenhofer (Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg) erinnerte daran, dass auch Reitmehring einbezogen wird, was Langer und Bauer zusicherten. Chris Peiker (Linke Liste) sprach auch angesichts der parteiübergreifenden Konzepterstellung von einer „großartigen Herangehensweise“.

Einstimmig befürwortete der Ausschuss die Vorgehensweise. Etwas Enttäuschung war gestern auf Anfrage jedoch aus der Stimme von Anwohner Jakob Schedel herauszuhören. Bis Pfingsten hätte der Bike-Park stehen können, glaubt er – wichtig in Zeiten, in denen sich Kinder wenig bewegen könnten, weil Sport im Verein oder in Hallen pandemiebedingt nicht möglich sei.

Das sagen die Löwen und Inn-Trails

Kevin Klammer, Abteilungsleiter Fußball beim TSV 1880 Wasserburg Der Bolzplatz im Burgerfeld wird vom Verein selber nicht mehr benötigt, teilt er in einer Stellungnahme mit. Die Löwen sehen es nach seinen Angaben jedoch als wichtig an, Kinder und Jugendliche für Sport im Freien zu motivieren. Die Corona-Pandemie habe noch mehr junge Leute an die Spielekonsole vor den PC getrieben, bedauert Klammer. Die Löwen schlagen deshalb vor, dass weitere Soccercourts in den Stadtteilen, in denen jungen Familien leben, errichtet werden. Der Bolzplatz im Burgerfeld sollte deshalb bei der Integration eines Bike-Parks noch ausreichend Platz für einen Soccercourt bekommen. So würde aus der Anlage eine kleine Freizeit-Fußball- und Radsport-Arena, so Klammer.

Florian Arnold, Vorsitzender des Vereins Inn-Trails, der am Inn ein Trainingsgelände für Biker leitet: Auf dem im geplanten Bike-Park vorgesehenen Pumptrack könnten Kinder, Heranwachsende und Jugendliche sowie auch Erwachsene ihre Radkontrolle testen – ohne Tretbewegung, nur durch geschickte Gewichtsverlagerung, erläutert er. Die geplante Anlage begrüßt der Verein ausdrücklich. Er sieht in ihr keine Konkurrenz, sondern eine Art „Talentfilter“. Wer hier deutliche Fortschritte mache, steige vielleicht im Verein ein, um dann das Überspringen von Hügeln in Kombination mit Tricks zu lernen, so Arnold.

Kommentare