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Pionierprojekt mit LEADER-Förderung

Der Baum als Klimaschützer: Im Wasserburger Land und Chiemgau gibt es bald CO2-Zertifikate

Freude über die Förderung: (von links) Johann Kölbl, LEADER Koordinator vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Ortholf Freiherr von Crailsheim, zweiter Vorsitzender des Vereines „Unser Wald Bayern e. V.“ und erster Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Wasserburg-Haag, Josef Reithmeier, Bürgermeister der Gemeinde Pittenhart und erster Vorsitzender der lokalen Aktionsgruppe (LAG) Chiemgauer-Seenplatte; Konrad Linner, Bürgermeister der Gemeinde Amerang und zweiter Vorsitzender der LAG Chiemgauer-Seenplatte sowie Christian Fechter, LAG-Manager Chiemgauer-Seenplatte.
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Freude über die Förderung: (von links) Johann Kölbl, LEADER Koordinator vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Ortholf Freiherr von Crailsheim, zweiter Vorsitzender des Vereines „Unser Wald Bayern e. V.“ und erster Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Wasserburg-Haag, Josef Reithmeier, Bürgermeister der Gemeinde Pittenhart und erster Vorsitzender der lokalen Aktionsgruppe (LAG) Chiemgauer-Seenplatte; Konrad Linner, Bürgermeister der Gemeinde Amerang und zweiter Vorsitzender der LAG Chiemgauer-Seenplatte sowie Christian Fechter, LAG-Manager Chiemgauer-Seenplatte.

Einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz liefern die heimischen Bäume, denn sie speichern CO2, den für die Erderwärmung verantwortlich gemachten Kohlenstoffdioxid. Der Verein „Unser Wald Bayern e.V.“ hat jetzt ein Modell entwickelt, das sogar CO2-Zertifikate aus dem Wald anbietet.

Amerang – Der Verein „Unser Wald Bayern e. V. “ ist aus der Zusammenarbeit der Waldbesitzervereinigungen Rosenheim und Wasserburg-Haag entstanden und beschäftigt sich mit dem Klimaschutzbeitrag heimischer Wälder.

Im Zuge der nationalen Klimaneutralität rückt der Wald als Klimaschützer an die erste Stelle. Aber was ist Klimaneutralität überhaupt? Ein Unternehmen kann sich laut Gesetzgebung als klimaneutral bezeichnen, wenn es keine Treibhausgasemissionen verursacht oder die im Betrieb entstandenen CO2 Emissionen neutralisiert. Firmen in Deutschland können auch durch Unterstützung von Klimaschutzprojekten beziehungsweise mit dem Einkauf von CO2-Zertifikaten im Ausland Klimaneutralität erreichen. Wo auf der Welt solche Zertifikate eingekauft werden, spielt in diesem Sinne keine Rolle. Wichtig ist, dass die entstandenen Emissionen ausgeglichen werden: So ist die Gesetzeslage.

Ortholf Freiherr von Crailsheim, zweiter Vorsitzender des Vereines „Unser Wald Bayern e. V.“, ist diesbezüglich anderer Meinung: „Wir finden, dass wir unsere Klima-Hausaufgaben auch zu Hause erledigen sollten“. Bis dato ist es nämlich noch nicht möglich, die Kohlenstoffspeicherleistung aus heimischen Wäldern in Form von CO2-Zertifikaten zu erwerben. „Sie können sich auf der ganzen Welt Zertifikate kaufen, aber teilweise ist das nicht mehr überprüfbar, ob die Projekte wirklich klimafreundlich sind“, so von Crailsheim.

Der vor zwei Jahren gegründete Verein hat sich zum Ziel gesetzt, CO2-Zertifikate aus heimischen Wäldern anzubieten. Dafür musste ein Modell entwickelt werden, wie die in den Waldflächen gespeicherte Kohlenstoffmenge verifiziert werden kann.

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Zusammen mit der Schweizer Silvaconsult AG, welche laut Vereinsvorstand über eine langjährige Erfahrung im Bereich der Entwicklung von Klimaschutzprojekten auch in Deutschland verfügt, wurde das Pilotprojekt gestartet. Es soll in diesem Jahr die Inventur auf der Projektfläche abgeschlossen sein, sodass die ersten Emissionsreduktionsgutschriften 2023 angeboten werden können. Die Fläche der Projektphase beträgt 2200 Hektar Wald aus privater Hand. Der begutachtete Wald wird vom TÜV Nord zertifiziert, sodass dementsprechende Zertifikate ausgegeben werden können, teilten die Verantwortlichen bei einem Pressetermin an der WBV-Geschäftsstelle in Amerang mit.

Gefördert wird die Entwicklung dieses Modells von LEADER. Mit diesem Maßnahmenprogramm der Europäischen Union werden seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum unterstützt. Lokale Arbeitsgruppen erarbeiten vor Ort Entwicklungskonzepte.

An diesem Projekt ist die Lokale Arbeitsgruppe Chiemgauer-Seenplatte beteiligt. Sie ist ein Zusammenschluss von 27 Kommunen im Osten des Landkreises Rosenheim und im Westen des Landreises Traunstein.

Jetzt bekam der Verein „Unser Wald Bayern e. V.“, für das Projekt „Klimaschutzwald“ Fördergelder von rund 47.000 Euro von LEADER.

Anerkennung für die Leistung

Die privaten Waldbesitzer erhalten mit diesem Projekt beziehungsweise mit dem Verkauf der Zertifikate in Zukunft auch die Anerkennung und den finanziellen Ausgleich für den oft als selbstverständlich wahrgenommenen Klimaschutzbeitrag ihrer Wälder.

„Firmen können sich in Zukunft aus heimischen Wäldern ihre Klimaneutralität kaufen und Waldbesitzer mit den Erlösen eine Klimawandelanpassung an ihren Wäldern finanzieren. Damit sind wir mit unserem Projekt Klimaschutzwald ein Vorreiter in Deutschland“, betont von Crailsheim.

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