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Deponie Babensham: Wirtschaftliches Privatinteresse vor Gemeinwohl?

Zur Berichterstattung über die geplante Deponie in Babensham:

Die zwei neuen Berichte über die Pläne der Firma Zosseder, eine Zu- und Abfahrt von der B 304 zu der von ihr geplanten Deponie zu bauen, lässt den Bürger vermuten, er befinde sich in einer Bananenrepublik.

Dem im Bau befindlichen Großklinikum in Gabersee wurde keine eigene Zufahrt genehmigt. Es handelt sich hier um ein Prestigeobjekt der ganzen Region, ein staatliches Krankenhaus mit großem Nutzen für die Bevölkerung, großem Patienten- und Besucherandrang und vielen vor Ort Beschäftigten, zu Deutsch eine Sache mit großem öffentlichen Nutzen.

Da kommt ein privater Unternehmer mit offensichtlich großem politischen Einfluss an den richtigen Stellen und plant auf öffentlichem Grund unter dem Deckmantel einer Parkplatzverlegung eine Ein- und Ausfahrt für eine Deponie, die noch nicht einmal genehmigt ist, und das Staatliche Straßenbauamt lässt ihn gewähren. Im stillen Kämmerchen ohne Einbeziehung der Öffentlichkeit wird hier geplant, Wald und Grund, welcher der Allgemeinheit, also dem Bürger gehört, zu roden und zu überbauen – zum Nutzen eines Einzelnen.

Garniert mit der irreführenden Behauptung, man handle „im Auftrag des Staatlichen Bauamts“. Noch nicht einmal die Regierung von Oberbayern als Genehmigungsbehörde für die Deponie hatte von dieser Planung Kenntnis.

Dabei stehen der Deponie noch zahlreiche andere Hindernisse im Weg wie Standfestigkeit, Entwässerung, Staubgutachten und Denkmalschutz. Ich finde es gut, dass sich der Gemeinderat Babensham nun endlich daran macht, einen parteiübergreifenden Arbeitskreis zu schaffen und sich zudem anwaltlichen Rat einholt. Denn der klare Auftrag der Bürger ist die Verhinderung der Deponie.

Veronika Glienke

Babensham

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