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Neue Idee – altes Problem?

Dauerstreit Sportplatz Ramerberg: Aktueller Ansatz lässt Alarmglocken schrillen

Dieser Plan wurde im Bürgerworkshop gezeigt: Eingezeichnet ist links der umstrittene Kreisel.
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Dieser Plan wurde im Bürgerworkshop gezeigt: Eingezeichnet ist links der umstrittene Kreisel.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Neue Ideen für ein altes Problem: Für den Bau des dringend benötigten Fußballplatzes in Ramerberg wurde bei einem Bürgerworkshop ein neuer Lösungsansatz vorgestellt. Dieser lässt im Ort bei einigen die Alarmglocken schrillen.

Ramerberg – Statt auf den Standort Zellereit möchte die Gemeinde nun auf eine Verlegung und Erweiterung der bestehenden Sportanlage plus Kindergartenneubau in Ramerberg setzen. Zu dieser Umsetzung ist auf den Plänen, die im Bürgerworkshop gezeigt wurden, auch ein neuer Kreisverkehr eingezeichnet worden.

Baufachhändler Sebastian Riedl ist Hauptsponsor des Sportvereins Ramerberg. Als solcher fühlt er sich dem Verein sehr verbunden. Als Anlieger am jetzigen Fußballplatz hat er nach eigenen Angaben auch keinerlei Probleme mit dem benachbarten Trainings- und Spielbetrieb. Doch abgesehen von der Frage einer möglichen Erweiterung und der damit verbundenen Lärmschutzproblematik treibt Riedl ein weiteres Thema um: die wieder aufgegriffenen Grundstücksverhandlungen, die in den vergangenen Jahren mehrfach gescheitert seien.

Grundstücksverhandlungen scheiterten

Riedl war 2003, als zum ersten Mal die Idee aufkam, in Ramerberg zu bauen, selber Mitglied im Gemeinderat. Damals hatte der Sportverein beantragt, die Frage nach einer Erweiterung nahe des jetzigen Standorts überprüfen zu lassen. Denn die Anlage galt schon Anfang der Jahrtausendwende als nicht mehr zeitgemäß – aufgrund der gefährlichen Lage an der viel befahrenen Rotter Straße, der nicht ausreichenden und zu weit entfernt liegenden Sanitäranlagen. Nach Riedls Angaben folgten nach einer ersten Beratung im Gemeinderat Ortstermine, Grundstücksverhandlungen, Beratungen, Gespräche, Konferenzen, Treffen – bis 2016. Im Fokus: neben den Sorgen der Anlieger um den Lärmschutz die Grundstücke, die für eine neue Anlage des Platzes und dessen Erweiterung benötigt werden.

Ramerbergs früherer Bürgermeister Georg Gäch, anfangs noch Gemeinderat, erinnert sich an das Grundproblem: Eigentümer hätten nicht verkaufen, sondern tauschen wollen - auch nur, wenn sie als Ersatz mehr Grund (Faktor 3 sei damals im Gespräch gewesen) für eine lange Pachtzeit bekommen hätten. Denn landwirtschaftliche Flächen seien in Ramerberg schon immer rar gewesen.

Außerdem sei es um die Kreuzung Rotter Straße/Kreisstraße RO 34 gegangen, erinnert sich auch Riedl. Hier habe ein Grundeigentümer als Ersatz für eine Fläche, die er hergeben sollte, nicht nur die dreifache Menge an Fläche verlangt, sondern auch eine Verschwenkung der Gemeindestraße mit Bau eines Kreisels gefordert. Damit sollte die Zufahrt zu seinem Hof verbessert werden. Dieser Kreisel ist jetzt in den Plänen, die im Bürgerworkshop vorgestellt wurden, wieder eingezeichnet.

Kreuzung keine Unfallhäufungsstelle mehr

Die Kreuzung galt früher als unfallträchtige Stelle. Es winkte vor Jahren laut Gäch ein Staatszuschuss für einen Kreisel. Die Kommune hätte „nur“ zu 40 Prozent mitfinanzieren müssen. Mittlerweile gibt es für die Kreuzung laut Landratsamt keinen Handlungsbedarf mehr.

Pressesprecher Michael Fischer bestätigt auf Anfrage, dass 2015 der damalige Bürgermeister Gäch wegen eines Kreisverkehrs angefragt habe. Die Verwirklichung sei jedoch gescheitert, weil der notwendige Grund nicht zur Verfügung gestellt worden sei. 2019 habe die Gemeinde wegen einer Ampelanlage nachgefragt. Das Landratsamt als Verkehrsbehörde und die Polizei hätten dieser Lösung auf freier Strecke nicht zugestimmt. Die letzte Verkehrsschau mit der Polizei habe am 25. August dieses Jahres stattgefunden. Der Knotenpunkt sei auf beiden Straßeneinmündungen der Kreisstraße RO 34 mit dem Zeichen „Halt! Vorfahrt gewähren“, jeweils einer Haltelinie und einer „Stop“-Markierung versehen worden. Weitere Maßnahmen seien bei der Verkehrsschau nicht für erforderlich erachtet worden.

Die Kreuzung sei seit 2018 unauffällig. Ein Unfallschwerpunkt definiere sich durch drei gleich gelagerte Unfälle in einem Zeitraum von drei Jahren. Der letzte Dreijahreszeitraum ging von 2018 bis 2020, so das Landratsamt weiter. Den Bau eines Kreisels müsste die Gemeinde Ramerberg demnach alleine stemmen.

Bürgermeister: „Befinden uns auf einem guten Weg“

Hat sich die Verhandlungsbasis mittlerweile geändert? Was ist mit den weiteren Flächen, die für den Sportplatz- und Kindergartenbau benötigt werden? Welche Bedingungen stellen die Eigentümer? Bürgermeister Manfred Reithmeier teilt auf Anfrage der Wasserburger Zeitung mit, derzeit keine Aussagen zum Stand der Grundstücksgespräche zum aktuellen Lösungsansatz machen zu wollen. Nur so viel: „Wir befinden uns auf einem guten Weg.“

In der nächsten Woche stehe erneut ein Mediationstermin an, dann werde zu den Ergebnissen eine Pressemitteilung herausgegeben. An der Mediation würden auch zwei Mitglieder aus dem Plenum beim Bürgerworkshop teilnehmen, die als Vertreter der Ramerberger hierhin gesandt worden seien.

SV: zukunftsfähige Lösung gewünscht

Der Sportverein teilt auf Anfrage über seinen Sprecher Georg Weiderer mit: „Wir brauchen dringend einen neuen Platz.“ Wo – ob in Zellereit, wo die Pläne nach der Kommunalwahl begraben worden waren, oder doch in Ramerberg, so wie 2003 bis 2016 schon einmal angedacht –, das sei egal. Wichtig sei lediglich, dass konstruktiv an einer zukunftsfähigen Lösung gearbeitet werde. Der Bürgermeister habe im Gemeinderat mitgeteilt, die Kommune sei auf einem guten Weg. Das sei für den Verein ein Hoffnungsschimmer..

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