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Filetstücke in und nahe der Altstadt

Das Tor zur Stadt wird aufgewertet: Wie drei gewaltige Baumaßnahmen das Bild Wasserburgs verändern werden

Tor zur Stadt: Das Bild von der Rampe aus mit Bahnhofsplatz und Postareal wird aufgewertet.
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Tor zur Stadt: Das Bild von der Rampe aus mit Bahnhofsplatz und Postareal wird aufgewertet.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Es war eine Bauausschusssitzung, die in die Geschichte von Wasserburg eingehen wird: Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann stellte drei gewaltige Vorhaben vor, die das Stadtbild am westlichen Ortseingang stark verändern werden. Im Fokus: Filetstücke in oder nahe der Altstadt und neuer Wohnraum.

Wasserburg – Alle Projekte stießen auf großes Interesse, befinden sich jedoch noch in Vorstufen der Planung. Das interessanteste Vorhaben ist die geplante Erweiterung des Logistikgebäudes auf dem Postareal in Richtung Überfuhrstraße. Hier möchte ein Wasserburger Bauherr eine Blockrandbebauung erstellen – im Erdgeschoss mit Praxen, Büros und Einzelhandel wie einem City-Supermarkt, darüber Ein- bis Vierzimmer-Wohnungen.

Das Architekturbüro legte eine städtebauliche Studie mit drei Varianten mit unterschiedlicher Verdichtungsintensität vor. Darunter auch ein Konzept, bei dem das Gebäude auf Stelzen gestellt würde, um darunter etwa 100 Parkplätze anzuordnen.

Das gefiel dem Ausschuss nicht, grundsätzlich stieß das Vorhaben jedoch auf große Zustimmung. Erstaunt nahmen die Mitglieder zur Kenntnis, wie viel Potenzial das Postareal bietet. Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) sprach von einer „tollen Sache“. Wolfgang Schmid (CSU), Christian Stadler, Fraktionsvorsitzender der Grünen, Chris Peiker (Linke Liste) und die Fraktionsvorsitzende von SPD und Linker Liste, Friederike Kayser-Büker, sowie Dr. Hermann Budenhofer (Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg) begrüßten die Pläne, in Zentrumsnähe durch diese Verdichtung weiteren Wohnraum zu schaffen. Einstimmig befürworteten die Mitglieder das Konzept und gaben das Signal aus: weiter so. Nur ein Problem gilt es zu lösen: die Ausweisung der Stellplätze.

Neues Quartier in der südlichen Burgau

Voran geht es auch beim neuen Quartier in der südlichen Burgau. Hier entstehen nahe des Schwanenwegs etwa 75 neue Wohnungen – auch mit Sozialbindung. Ebenfalls eine Nachverdichtung, die auf große Zustimmung stößt – trotz der Tatsache, dass es sich um ein schwieriges Gelände mit Überschwemmungsgefahren und angrenzender Wohnbebauung (Innhöhe) handelt.

Doch der Ausschuss hatte dem Investor Hausaufgaben aufgegeben, die er gemacht hat: Aus drei Baukörpern wurden zwei, die gedreht und anders situiert werden. Dadurch gibt es mehr Freiflächen für Spielplatz und Grünanlagen sowie Versickerung, eine bessere Möglichkeit, die Tiefgarage zu erschließen. Bürgermeister Kölbl sprach von einer „enormen Weiterentwicklung“. Auf dieser Basis könne jetzt weitergearbeitet werden. Der Ausschuss gab dem Bauherrn nur noch auf, bei den Fußwegeverbindungen nachzubessern und die Abstufung des südlichen Endes des westlichen Baukörpers weiter zu diskutieren. Außerdem müssen noch Fragen zur Erschließung von Kanal und Straße geklärt werden.

Blickbezug zur Burg nicht mehr gestört

Verbesserungen haben sich außerdem für das Bauvorhaben am Bahnhofsplatz ergeben. Hier sollen, wie berichtet, neben dem Biomarkt zwei zwei- bis dreigeschossige Neubauten entstehen. Der ursprünglich geplante Riegel wird nun in zwei Solitärgebäude unterteilt. Es entsteht ein Platz. Wichtig war dem Ausschuss, dass das Vorhaben das Tor zur Stadt über die Rampe aufwertet und die Blickbezüge zur Burg nicht stört. Das ist jetzt nicht mehr der Fall, berichtete Herrmann.

Schwierige Grundstückstauschpläne

Eine Grundstücksangelegenheit stieß im Bauausschuss auf Kritik: die geplante Erweiterung des Parkhauses an der Überfuhrstraße. Das in Frage kommende Grundstück gehört dem Freistaat. Die Beamtenakademie könnte hier erweitern, ist nach Informationen von Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann jedoch bereit, die Flächen für ein größeres Parkhaus zur Verfügung zu stellen.

Hier könnte Ersatz für die Stellflächen an der Rampe geschaffen werden. Noch werden diese baulich nicht angetastet, denn das Gelände ist nach wie vor für den Bahnverkehr gewidmet – und das soll auch so bleiben trotz Stilllegung der Altstadtbahn.

Ein Auge auf das Gelände des alten Feuerwehrhauses geworfen

Da die Sozialakademie dringend erweitern möchte – sie benötigt zusätzliche Lehr- und Seminarräume, Wohnheimzimmer, eine Mensa und eine Sporthalle für die Studierenden –, hat sie jetzt ein Auge auf das Gelände des Feuerwehrhauses geworfen. Es wird, wie berichtet, in der Nähe der Rampe neu gebaut.

Der Grund könnte also quasi getauscht werden –die Stadt würde in diesem Fall die Fläche des Feuerwehrhauses abgeben, die Akademie über den Freistaat, vertreten durch das Staatliche Bauamt, den Grund für eine Parkhauserweiterung.

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Diese Idee stieß bei den Ausschussmitgliedern jedoch unisono auf Widerstand. Das Grundstück des Feuerwehrhauses sei schließlich ein Filetstück der Stadt. Das dürfe nicht hergegeben werden. Der Ausschuss gab zu Protokoll, er habe erhebliche Bedenken.

Stadler empfand außerdem eine Erweiterung des Parkhauses als Signal, das nicht in die Zeit weg vom Auto passe. Die Verkehrwende müsse – erst Recht vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrisen aufgrund des Ukrainekriegs – umgesetzt werden. Ein Parkhaus im Vorgriff zu erweitern, „nur weil irgendwann einmal Stellflächen an der Rampe wegfallen könnten“, sei „absolut unverständlich“.

Der Hauptausschuss und Stadtrat werden sich jetzt näher mit den Grundstücks- und Nutzungsoptionen beschäftigen.

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