Das sind die Pläne für den Schnaitseer Pschorrhof: Bier und Kultur unter einem Dach

Blick in den offenen Hof des Pschorrhofes: Michael Kiermaier (Mitte) und Sebastian Steer (links daneben) erklärten die eventuellen Vorhaben der Baderbrauerei.
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Blick in den offenen Hof des Pschorrhofes: Michael Kiermaier (Mitte) und Sebastian Steer (links daneben) erklärten die eventuellen Vorhaben der Baderbrauerei.
  • vonJosef Unterforsthuber
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Der Schnaitseer Pschorrhof soll restauriert und wiederbelebt werden. Das sind die Pläne für das unter Denkmalschutz stehende Gebäude, das nicht nur zur Erweiterung der Baderbrauerei dienen soll.

Schnaitsee – Auf Einladung der Gesellschafter des Baderbräus machten sich Mitglieder des Schnaitseer Gemeinderats und Bürgermeister Thomas Schmidinger ein Bild am „Pschorrhof“. Hier möchte die Baderbrauerei expandieren und zusätzlich aus der Fast-Ruine einen gesellschaftlichen Mittelpunkt für den Ort Schnaitsee machen.

Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben

Um zu prüfen, was mit dem Gebäude möglich ist, soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. Damit das Gutachten und die gesamte Maßnahme von der Städtebauförderung gefördert werden, ist eine Beteiligung der Kommune notwendig. Diesem Schritt hatte der Gemeinderat bereits zugestimmt. Der Teil, der von der Gemeinde finanziert wird, kann mit 60 Prozent aus Mitteln der Bayerischen Städtebauförderprogramme unterstützt werden. Den weiteren Betrag bezahlt die Pschorrhof GbR.

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Bei der Vorstellung gab Geschäftsführer Edmund Ernst einen Überblick über die Brauerei und stellte die beiden neuen Gesellschafter Sebastian Steer und Michael Haas vor. „Das Bierbrauen ist ein sehr aufwendiger Prozess. Wir haben mit unseren bescheidenen Mitteln und auf einem sehr beengten Standort sehr viel aus dieser kleinen Brauerei gemacht“, so Ernst. Ihn selber hat eine Aussage vom Bräu in Loh animiert, anzupacken: „Jedem Dorf seine Brauerei“. Wie Ernst weiter ausführte, war das vor Jahrhunderten der Fall. Durch das Verschwinden der kleinen Brauereien sei auch der Verlust der Geschmacksvielfalt des Bieres zu beklagen. „Darum brauchen wir in Schnaitsee eine Brauerei.“

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Michael Kiermaier führte die Gäste durch den „Pschorrhof“. „Was wollen wir, was können wir machen, was ist zu verwirklichen, was ist machbar?“, fragte er in die Runde. Und gab den Gemeinderatsmitgliedern die Vorstellungen der Gesellschafter mit auf den Weg durch den Dreiseithof unter Denkmalschutz. „Am wichtigsten ist die Erweiterung der Brauerei, um wirtschaftlich brauen zu können. Aber wir planen oder wünschen uns auch, dass der Pschorrhof zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt in Schnaitsee wird. Hie die Erlebnisgaststätte, dort im ehemaligen Ross- und Kuhstall eventuell ein Saal oder im Stadel Gästezimmer.“

Vision ist ein kulturelles Zentrum

Eventuell könnten Tagungsräume oder Heimstätten Schnaitseer Vereine entstehen. „Unsere Vision ist ein kulturelles Zentrum, vielleicht mit Theater oder Konzerten“, so die Gesellschafter.

Die Schnaitseer Ratsmitglieder zeigten sich beeindruckt – nicht nur vom Riesengebäude, sondern auch von der Energie der Gesellschafter. Jetzt muss die Machbarkeitsstudie, wenn sie in Auftrag gegeben ist, aufzeigen, welche Vorhaben möglich sind.

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