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Buße eines Mörders?

Das Rätsel um das Sühnekreuz in Eggerding bei Schnaitsee scheint gelöst

Das Sühnekreuz bei Eggerding.
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Das Sühnekreuz bei Eggerding.
  • VonJosef Unterforsthuber
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„Ist das Kreuz von Pfaffenham das Sühnekreuz des Hans Grueber“, fragten sich Ortsheimatpfleger Reinhold Schuhbeck und Dr. Arnold Böhm vom Heimatverein. Grueber war ein Mörder. Nun scheint das Rätsel gelöst

Schnaitsee – In alten Berichten wird der Tatort als „bei Eggerding“ beschrieben. In den ersten Flurkarten von 1813 aber ist in der ganzen Gegend kein einziges Kreuz eingezeichnet. Die Erklärung dafür ist, dass im Jahre 1804 im Zuge der Aufklärung Feldkreuze verboten wurden. Am 12. März wurde befohlen, dass alle Feldkapellen und Martersäulen abgebrochen werden sollen. „Es sah aus, wie wenn Bilderstürmer da gewesen wären, alle Kapellen und Feldkreuze lagen am Boden“, so zu lesen in der Veichtmayr-Chronik, die Schuhbeck mühevoll übersetzte.

Doch unter König Ludwig I. wurde dieses Verbot wieder gelockert, so dass einige Feldkreuze wieder aufgestellt wurden.

„Wo aber finden wir das Sühnekreuz des Hans Grueber“ fragten sich die Schnaitseer Geschichtsforscher? Das Verbrechen Gruebers wird wie folgt beschrieben: „Am 17. Mai 1653 wurde Wolfgang Pintlinger, Expositus von Durrhausen, bei Eggerding von einem Bauern erschlagen, er war mit seiner Gemeinde nach Schnaitsee mit dem Kreuz gegangen und am Heimweg um 4 Uhr nachmittags ermordet worden.“ Das Kreuz von Pfaffenham stand weit abseits vom Weg der beiden Streithähne.

Erfassung der Flurdenkmäler

Der Zufall half den Ermittlern im Frühjahr 2021 weiter: Bei der neuen Erfassung aller Flurdenkmäler schaute sich Agathe Kiermaier vom Heimatverein das unscheinbare Marterl an der Straßenkreuzung bei Eggerding genauer an. Ein eisernes Kastenkruzifix ist da nachträglich auf eine Steinsäule montiert, die es allerdings in sich hat: Auf ihr ist ein Fisch zu erkennen, das Symbol des Christentums bis ins 3. Jahrhundert, darunter drei Buchstaben und die Jahreszahl 1662.

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Alle sind sich sicher: Das muss das gesuchte Sühnemal sein.

Neue Erkenntnisse

Dank der Erkenntnisse einer Wiener Familienforscherin geht die Geschichte des Hans Grueber noch weiter: Auf Anraten seines Bruders Georg, dem Stadtschreiber von Traunstein, machte er eine Wallfahrt nach Rom und Loretto, ging anschließend zum Erzbischof von Salzburg und bat um Absolution. Allerdings wird Grueber 1654 in Tittmoning inhaftiert und wenig später an Bayern übergeben.

Der Fisch als christliches Symbol, einige Buchstaben und die Jahreszahl 1662 im Stein – entdeckt von Agathe Kiermaier.

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Doch schon ein Jahr später kommt er frei und kann in Heistern die Anna Haistracher ehelichen. Er verstarb am 19. April 1667. Drei Jahre später starb seine Frau Anna, die Urahnin der Familie Heistracher in Gitzen bei Schnaitsee.

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So ist es durchaus möglich, dass Hans Grueber 1662 die Steinsäule anfertigen ließ und sie am Tatort „außerhalb von Eggerding“ aufstellte, wenn auch erst neun Jahre nach der Tat. Damit wäre das Mahnmal identifiziert.

Die Herkunft des Kreuzes von Pfaffenham aber bleibt vorerst weiter im Dunkel der Geschichte.

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