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Auf der Suche nach den besten Deals

Wahnsinn, was die Leute gebunkert haben: So war der Wasserburger Nachtflohmarkt

Der Wasserburger Nachtflohmarkt ist für viele Schnäppchenjäger ein Paradies: Auch Besucherin Leidis Adolf findet Gefallen am Angebot..Weithofer
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Der Wasserburger Nachtflohmarkt ist für viele Schnäppchenjäger ein Paradies: Auch Besucherin Leidis Adolf findet Gefallen am Angebot..Weithofer
  • Winfried Weithofer
    VonWinfried Weithofer
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Der Wasserburger Nachtflohmarkt ist Kult. Auch diesmal entdeckten wahre Menschenmassen spannende Schnäppchen. Die Details finden Sie hier.

Wasserburg - Warum, um Himmels willen, muss der Flohmarkt abends und nachts stattfinden? Wo man die Trödelware doch genauso gut, wenn nicht besser, am Tag verscherbeln könnte? Die Antwort: Der Wasserburger Nachtflohmarkt ist ein einzigartiges, kultiges Erlebnis – er lockt Besucher, die flanierend die Atmosphäre genießen, sich hinsetzen und plaudern wollen. Und die sich in einem Warenparadies tummeln können, in dem alles zu haben ist, was Dachboden und Keller so hergeben.Wahnsinnig, was die Leute so alles in ihren Häusern gebunkert haben.

Bange Blicke richten sich am Freitagnachmittag gen Himmel: Es wird doch nicht etwa zu regnen anfangen? Aber nein, das Wetter hält bis in den späten Abend, ein leichter Wind fächelt wohltuend die schwülwarme Luft aus der Altstadt. Erst gegen elf kündigt sich mit Donnergrollen ein Gewitter an, doch bis dahin ist das große Einkaufsfieber längst abgeklungen, die Verkäufer können sich mit gut gefüllten Kassen auf dem Heimweg machen.

10.000 Besucher füllen die Altstadt

Großes Gedränge herrschte am Freitagabend in der Altstadt.

Sepp Christandl vom Theaterkreis zeigt sich bereits zur Halbzeit der Verkaufssause hochzufrieden: „Es ist so, wie man es sich als Veranstalter nur wünschen kann – die Leute sind entspannt.“ Er schätzt die Zahl der Besucher auf bis zu 10.000 – ein gewaltiger Ansturm, den die Altstadt verkraften muss, die Parkplätze sind schnell vergeben. „Die Stadt ist bumsvoll, es ist unheimlich geil“, schwärmt Christandl. Der Beginn der Flohmarkts sollte um 19 Uhr sein, doch schon lange vorher geht das Geschäft an den 335 Ständen los. „Da gibt es kein Halten mehr“, so Christandl, dem 30 Ordner zur Seite stehen.

Verkaufsplätze schon am ersten Tag vergeben

Der Ansturm auf die Verkaufsplätze ist enorm: Wer nicht bereits am Donnerstag eine Zulassung in der Hand hat, geht am Freitag leer aus. Früher gab es da noch Karten.

Im Angebot: Ein Sammelsurium von Skurrilem und Banalem. Eine Ritterburg, ein Bagger aus Plastik, Besteck, Bücher, Kerzenständer, Gläser, Vasen, Kaffeekannen, Lampenschirme, Schmuck, Gemälde, Sonnenbrillen, Perlenketten, Schallplatten, Handschellen und natürlich jede Menge Klamotten und Schuhe.

„Ich suche alles und nichts“

Mit konzentriertem Blick sind die Schnäppchenjäger unterwegs, meistens ohne genau zu wissen, worauf sie aus sind: „Ich will einfach nur mal schauen, ob ich was finde“, sagt eine Frau inmitten des Gedränges. „Ich suche alles und nichts“, meint eine andere.

Auch Stefan Vollmaier (32) aus Trostberg gibt sich unschlüssig. „Wenn es was Interessantes gibt, dann kauf ich’s. Ich lass‘ mich überraschen.“ Sarah Model (30) aus Höslwang will auf keinen Fall mit leeren Händen zurück nach Hause kommen. Mit ihrer knapp dreijährigen Tochter hält sie Ausschau nach geeigneten Spielsachen und ist zuversichtlich: „Ich werde hier fündig.“

Porzellan, Kleidung, und Eishockeyhelme

Auf 335 Ständen boten die Verkäufer ihre Waren feil, unter ihnen die Wasserburgerin Inge Kotzenbauer.

Für die Wasserburgerin Inge Kotzenbauer (78) ist der Markt eine ideale Gelegenheit, sich von dem alten Porzellan ihrer Eltern zu trennen. „Das Geschäft läuft mit Power“, lautet ihre zufriedene Zwischenbilanz am frühen Abend. „Mit meinen Sachen mache ich anderen eine Freude.“

Alexander Hinterberger (58), ehemaliger Wasserburger und jetzt in Rimsting zu Hause, offeriert Eishockeyhelme und Skistiefel – auch dafür gibt es Abnehmer. Kleidung, so ist zu hören, wird ebenfalls gern gekauft.

Gleichzeitig zum Nachtflohmarkt öffnen die Kirchen ihre Pforten, die St. Jakobskirche bietet ein Glockenkonzert. Christandl ist ergriffen: „Fantastisch. So schön und spirituell hab‘ ich die Kirche noch nie gesehen.“

Ein stimmungsvoller Abend, in jeder Hinsicht.

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