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Architekturpreis für Aris aus Kraiburg

Das Oberschätzlhaus in Gars steht für ausgezeichnete Nachverdichtung

Das Oberschätzlhaus am historischen Marktplatz in Gars ist ein Ersatzneubau mit sechs barrierefreien, kommunalgeförderten Wohnungen. Gestaltet haben es die Aris Architekten aus Kraiburg. Bauherrin war die Marktgemeinde Gars.
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Das Oberschätzlhaus am historischen Marktplatz in Gars ist ein Ersatzneubau mit sechs barrierefreien, kommunalgeförderten Wohnungen. Gestaltet haben es die Aris Architekten aus Kraiburg. Bauherrin war die Marktgemeinde Gars.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Statt auf der grünen Wiese Flächen mit Neubauten zu versiegeln hat sich die Gemeinde Gars entschieden, am historischen Dorfplatz einen Ersatzneubau für ein verfallenes Haus zu errichten und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Doch aus der Idee ist viel mehr geworden, als nur ein Wohnhaus.

Gars – Hohe Auszeichnung für das Oberschätzlhaus in Gars. Das 1,5 Millionen-Euro-Bauvorhaben wurde als eines von 50 Projekten im deutschsprachigen Raum in der Kategorie Nachverdichtung für den Award „Wohnbauten des Jahres 2021“ ausgewählt. Die Baumaßnahme wurde vom Markt Gars als Bauherr durchgeführt, vorangegangen war ein Plangutachten für den „Kommunal geförderten Wohnungsbau“, den das die Aris Architekten aus Kraiburg gewannen.

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Josef Anglhuber, Architekt und Geschäftsführer von Aris Architekten, freut sich sehr über die Auszeichnung. „Ihr Projekt gehört zu den 50 schönsten Wohnbauten des Jahres 2021“, hieß es in dem Glückwunschschreiben, das ihn erreichte. Das Oberschätzlhaus hat von der Jury eine Auszeichnung für den Bereich „Nachverdichtung“ erhalten.

Der ländliche Raum im Fokus

Cornelia Hellstern, Architekturkommunikation, Kuratorin und Dozentin, beschreibt als Jurymitglied die Hintergründe für diese Auszeichnung. Es gehe nicht nur darum, „wie“ wir zukunftsgerecht, sondern auch „wo“ wir bauen. Revitalisierung, Umnutzung, Nachverdichtung, Innenentwicklung und die „Stadt der kurzen Wege“ seien ebenso dringende Forderungen wie die Vermeidung von Flächenfraß, so die Jury.

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„Geht der Blick zwar oft in Richtung Stadt, ist doch der ländliche Raum nicht weniger relevant. Gerade in kleinen Gemeinden verwaisen die Ortskerne, da außerhalb die Neubaugebiete mit Einfamilienhäusern und Versorgungszentren wie auch die benötigte Infrastruktur entstehen“, heißt es in der Pressemitteilung des Architekturverlags Callway, in dem das Buch mit den Wohnbauten des Jahres 2021 erschienen ist.

Dorfmitte nicht verfallen lassen

Neue Flächen würden versiegelt, während in der Dorfmitte der historische Bestand oft dem Verfall überlassen werde. Das müsse aber nicht so sein: Förderprogramme des Bundes und der Kommunen bieten Unterstützung – das Oberschätzlhaus in Gars steht beispielhaft für diesen Weg, so die Jury.

Hell und barrierefrei wurde das Erdgeschoss gestaltet.

Die 50 „Wohnbauten des Jahres 2021“ – erstmals aus dem gesamten deutschsprachigen Raum – zeigen die Vielseitigkeit aktueller Bauaufgaben und den Anspruch aller Beteiligten, neue und andere Lösungen zu finden. Für den Bau fielen Gesamtkosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro an. Die Regierung von Oberbayern unterstützt das Projekt mit 1,2 Millionen Euro. Davon wurden rund 400.000 Euro als Zuschuss ausbezahlt und 800.000 Euro als zinsgünstiges Förderdarlehen angeboten.

Das Gebäude hat auch innere Werte

In der Marktgemeinde Gars teilt man die Freude über die Auszeichnung, weiß man dort doch auch über die inneren Werte des Wohnhauses. Sechs Wohneinheiten mit unterschiedlicher Größe – zwischen 43 und 73 Quadratmeter – sind dort entstanden. Das Erdgeschoss wurde barrierefrei gestaltet für Personen, die in der Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind.

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Der Mietpreis pro Quadratmeter Wohnfläche liegt wie geplant bei 7,80 Euro (Kaltmiete), so eine Mitarbeiterin der Verwaltung auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Marktgemeinde Gars wollte an dieser Stelle bezahlbaren Wohnraum für einkommensschwache, beeinträchtigte und ältere Menschen schaffen. Man habe deshalb die neuen Wohnungen nach einem Punktemodell vergeben und eine bunte Mischung an Bewohnern erhalten.

Blick in den Innenhof des Oberschätzlhauses in Gars.

„Wir haben Mieter mit körperlichen Einschränkungen und ohne, alte und junge Menschen, Alleinerziehende und Familien, Garser und anerkannte Asylbewerber“, so die Mitarbeiterin der Verwaltung. So sei es geplant gewesen und so laufe es gut.

Über den Wettbewerb:

Der Award Deutscher Wohnungsbau wurde 2019 zum ersten Mal ausgelobt. Dieses Jahr hat die Jury Preise in dreizehn Kategorien ausgesprochen: Experimenteller Ansatz, Generationenwohnen, Innovative Fassade, Ländlicher Raum, Mischnutzung, Modulare Wohnungsbau, Nachhaltiges Energiekonzept, Nachverdichtung, Premiumwohnen, Quartiersentwicklung, Revitalisierung, Sozialer Wohnungsbau und Wohnhochhaus.

Im Buch sind die besten 50 Projekte dokumentiert. Die Jury vergab zwei erste Preise, drei Anerkennungen und 45 Auszeichnungen. Fünf Produkte wurden zudem als die Lösungen des Jahres ausgezeichnet. Partner des Wettbewerbs sind das Architekturmagazin Baumeister, das österreichische Architekturmagazin architektur.aktuell, das InformationsZentrum Beton, Drees & Sommer, die Deutsche Bauindustrie, der Immobilienverband Deutschland ivd sowie die Messe München mit der EXPO REAL.

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