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Bayerns Verkehrsminister Bernreiter: Kein Terminal für Region Rosenheim

„Rollende Landstraße“

Bayerns Verkehrsminister Bernreiter: Kein Terminal für Region Rosenheim

Im Landkreis Rosenheim wird es kein Terminal der „Rollenden Landstraße“ geben. In einem Brief an …
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Ein Traum für Fans

Das ist das Haus vom Nikolaus: Hunderte Männer in Rot wohnen in Zellereit bei Familie Neumaier

„Das sind meine Männer!“, sagt Erna Neumaier und umarmt recht herzlich ihre „Großen“, die ihr nach und nach Tochter Sandra immer zum Geburtstag schenkte.
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„Das sind meine Männer!“, sagt Erna Neumaier und umarmt recht herzlich ihre „Großen“, die ihr nach und nach Tochter Sandra immer zum Geburtstag schenkte.

Sie grüßen zu Hunderten, wenn Gäste der Familie Hans und Erna Neumaier in Zellerreit einen Besuch abstatten: dicke, pausbackige Nikoläuse. Sie tummeln sich vor dem Eingang und im Haus in allen Größen, in vielerlei Farben und Gestalt. Ein Besuch im Haus vom Nikolaus.

Ramerberg – Die liebevoll zusammen getragenen Nikoläuse nehmen das Wohnzimmer in Beschlag, lungern auf den Sofas herum, hängen sich an die Fenster, bevölkern den Tisch, den Kachelofen, die Treppenaufgänge, die Vitrinen und Stellagen. Sogar im Bad haben sie ihre Quartiere aufgeschlagen und buhlen um die Aufmerksamkeit von Bewohnern und Besuchern. Mittendrin aber thront Erna Neumaier aus dem Böhmerwald, die ihre Heimat schon vor Jahrzehnten mit ihrem Mann Hans und Tochter Sandra in Zellerreit gefunden hat.

Hauskatze Minka wacht eifersüchtig über die Nikolaus-Dekoration des Esstisches. Die Nikoläuse stammen aus Attel.

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Nikoläuse haben Erna Neumaier schon immer gefallen und so kam das Töchterchen vor rund 40 Jahren auf die Idee, ihrer Mama einen großen, stattlichen Nikolaus zu schenken – mit weitreichenden Folgen. Denn Hans Neumaier nahm die Idee auf – froh, endlich zu wissen, was er seiner Frau so schenken kann – und steuerte einen weiteren Nikolaus bei. Die Verwandtschaft ließ sich da nicht lang bitten und brachte nun auch zu allen möglichen Festtagen – Ostern natürlich ausgenommen – einen Nikolaus mit.

Sammlerin hat einen „Rot-Fimmel“

Doch nicht nur der Bestand an Figuren nahm zu, sondern auch das Geschmacksempfinden der leidenschaftlichen Sammlerin: „Schön rund und pausbackig müssen sie sein“, erklärt sie, „keine so ,verhauden Hund‘ und keine solch abgemagerten Gestalten, wie sie lange Zeit in Amerika Mode waren.“ Und natürlich müssen sie einen Bart haben, je länger desto besser. „Und weil ich seit jeher einen Rot-Fimmel habe, brauchen meine Nikoläuse auch einen roten Mantel – grau geht da gerade noch durch.“

Ganz großes Nikolaus-Theater mit gut 300 Komparsen

„Das sind die alten Rupferten“, berichtet Erna Neumaier stolz. Die Figuren sind uralt und werden heutzutage gar nicht mehr gefertigt.

Sollte so ein Santa mal gar nicht zu ihrer Sammlung passen, weil „zu modern“, dann verschenkt sie schon mal die eine oder andere Figur. „Überhaupt“, so Erna Neumaier entschieden, „waren die Nikoläuse vor etlichen Jahrzehnten viel schöner als heute.“

Verständlich, dass sich Gatte Hans mit Nikolaus-Geschenken mittlerweile äußerst zurückhält. „Ein paarmal hab‘ ich es schon probiert, aber die meisten, die ich da anschleppte, haben ihr nicht gefallen. Dann hab‘ ich es halt bleiben lassen.“

Anfangs verzierten die Neumaiers die Fenster mit echten Zweigen, aber der „Saustall“ war dann doch zu groß. Deshalb zogen sie Bretter ein und tackerten jede Girlande einzeln drauf.

Ganz im Gegensatz zu Tochter Sandra, die nach wie vor Nikoläuse schenkt und auch darauf achtet, dass sie einen super Platz bekommen im großen Nikolaus-Theater mit mittlerweile gut 300 Komparsen. „Und meine Kaffeeweiber und eben die Verwandtschaft steuern auch Jahr für Jahr was bei für unseren ganz besonderen Weihnachtsschmuck!“

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Ansonsten durchstreift das „Nikolaus-Mutterl von Zellerreit“ Weihnachtsmärkte, Möbelhäuser und Flohmärkte, Tochter Sandra hingegen durchforstet das Internet für die eine oder ander Rarität. Was das alles gekostet hat, darüber breiten die Frauen einen dicken roten Nikolausmantel des Schweigens aus.

Weihnachtszeit beginnt schon im August

Die Weihnachtszeit beginnt im Hause Neumaier schon im August, spätestens Anfang September. Dann werden die sorgfältig verpackten, nummerierten und beschrifteten Kisten aus den Lagern im Keller hervorgeholt. Es beginnt eine monatelange Phase der Dekorierung des Hauses. Jeder Nikolaus wird mit Bedacht platziert, Körbe werden mit Gestecken geschmückt, Schalen mit Tannenzweigen, Tännchen-Figuren, Zapfen, Nüssen und Äpfeln gefüllt, die Fenster kunstvoll mit Zweigen, Weihnachts-Figürchen, Lämpchen, Bildchen und edlem Weihnachts-Krimskrams arrangiert.

Konsequent: Ein Krampus kommt hier nicht ins Haus

Sandra hat die Freude am Dekorieren eins zu eins von ihrer Mutter geerbt und hilft fleißig mit, während es ihrem Vater schon vor dem Abbauen, Aufräumen und Verstauen im Januar graust. Aber wenn es denn sein muss, geht er schon gerne zur Hand.

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Wo immer sich Nikolaus-Kissen fanden, schlugen die eifrigen Sammler aus Zellereit zu.

Inzwischen hat die Nikolaus-Flut den überdachten Eingangsbereich erreicht hat. „Einmal“, erinnert sich die Sammlerin,, „hat tatsächlich jemand ein paar Verpackungskisten geklaut und sich dann telefonisch beschwert, dass nix drin war!“ Da müsste doch der Krampus dazwischenfahren – doch Erna Neumaier ist konsequent: Ihr Figurenkabinett besteht halt wirklich „nur“ aus lauter Nikoläusen – einer schöner, runder und roter als der andere.

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