Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Ja oder nein zu mehr Balkonen?

„Das Ehrenamt wird mit Füßen getreten“: Kufner-Ersatz löst heftige Diskussion in Obing aus

Der Ersatzbau für den Gasthof „Kufner“ in Obing sorgt schon seit mehreren Wochen für Diskussionen in der Gemeinde. Vor allem die geplante Außenfassade sind vielen ein Dorn im Auge.
+
Der Ersatzbau für den Gasthof „Kufner“ in Obing sorgt schon seit mehreren Wochen für Diskussionen in der Gemeinde. Vor allem die geplante Außenfassade sind vielen ein Dorn im Auge.
  • VonInge Graichen
    schließen

Die Gestaltung des Ersatzbau des Kufner-Gasthofs in Obing sorgte erneut für Debatten im Gemeinderat. Einige werfen dem Investor vor, sich nicht an die vertraglichen Vorgaben zu halten.

Obing – Erneut befasste sich der Gemeinderat mit dem Antrag auf Genehmigung weiterer vier Balkone an der Südfassade des Ersatzbaus für den Gasthof „Kufner“ im Obinger Ortszentrum. In der vorangegangenen Sitzung hatte sich das Gremium mit neun zu sechs Stimmen grundsätzlich für die Zulassung ausgesprochen. Zur genaueren Ausführung lag nun ein neuer Entwurf der Bauherrn mit kleineren Balkonen vor. Doch auch dieser Vorschlag stieß nicht überall auf Zustimmung.

Charakter soll erhalten bleiben

Zu Beginn des Tagesordnungspunktes gab Gemeinderat Franz Pürner (CSU) eine Stellungnahme ab, die sich mit der bisherigen Behandlung der Angelegenheit befasste (wir berichteten bereits ). Ihm gehe es vor allem darum, den Charakter dieses ortsprägenden Gebäudes zu erhalten.

Da sich als Investor ein einheimisches Unternehmen gefunden hatte, bei dem man um die Liebe der Obinger zu ihrem „Kufner“ wusste, habe man im Gemeinderat bewusst auf einen Antrag auf Denkmalschutz verzichtet, um das Genehmigungsverfahren zu verkürzen und eine für Obing, Bauherrn und spätere Bewohner des Gebäudes optimale Lösung zu finden. Besonders wichtig sei den Gemeindevertretern dabei die Erhaltung der imposanten Südfassade gewesen, die der Ortsdurchgangsstraße zugewandt ist.

Bereits Balkone zugestanden

In dem städtebaulichen Vertrag sei laut Pürner die Gemeinde auch im Sinne einer zukunftsfähigen Nutzung des Gebäudes Kompromisse eingegangen, die unter Denkmalschutzkriterien wahrscheinlich nicht möglich gewesen wären:

„Die Nord- und Ost Fassaden erhalten großzügige Balkone und selbst auf der sensiblen Südfassade wurden abweichend vom historischen Vorbild zwei Balkone in filigraner Bauweise zugestanden“, erläuterte Pürner weiter.

Zudem sei die für einen Itakerhof typische Fassade mit vielen Fenstern gleichen Abstands zugunsten einer optimierten Raumaufteilung mit unterschiedlichen Fensterabständen ausgeführt worden. „Aus den bisherigen zwei Etagen – Erdgeschoß und Troadboden – wurden jetzt drei voll nutzbare Geschoße“, so Pürner.

„Geht um den grundsätzlichen Wert eines städtebaulichen Vertrag“

Nun gehe es um den grundsätzlichen Wert eines städtebaulichen Vertrags zwischen Gemeinde und Investor und wie glaubwürdig und bindend gemeindliche Verträge für die im Ort lebenden Menschen heutzutage überhaupt noch sind.

Dazu betonte Bürgermeister Sepp Huber (FW), dass zwar in der vorangegangenen Sitzung bereits ein rechtsgültiger Beschluss für das Zugestehen weiterer Balkone gefallen sei. Andererseits sollten sich die Bürger auf die Gemeinde und Verträge verlassen können. Daher stimme er erneut gegen weitere Balkone an der Südfassade.

Auch für Gemeinderat Albert Löw (ebenfalls FW) ging es bei der Abstimmung über den Antrag in erster Linie um die Wertigkeit eines städtebaulichen Vertrags, weniger um die Balkone an sich.

Armin G. Plank (PAO) begründete seine Ablehnung ergänzend mit der Feststellung, dass die in der Planung zum städtebaulichen Vertrag festgehaltenen halbrunden Fenster im Giebel nicht ausgeführt wurden – für ihn zusätzlich ein Beweis dafür, dass die Bauherrn von Anfang an nicht Willens gewesen seien, sich nach dem Vertrag zu richten.

„Ehrenamt wird mit Füßen getreten“

Pürner (CSU) verwies darauf, dass bei der Ausarbeitung des Vertrags von der Gemeinde der ehrenamtliche Ortsheimatpfleger Ludwig Bürger einbezogen worden war und sich sehr darum bemüht hatte, die historische und ortsprägende Ausstrahlung des alten Gebäudes auf den geplanten Neubau zu übertragen. Mit vom städtebaulichen Vertrag abweichendem Beschluss werde das Ehrenamt mit Füßen getreten.

In weiteren Wortmeldungen kam allerdings zum Ausdruck, dass die Befürworter von Balkonen bei ihrer Meinung blieben und mit dem nun vorliegenden veränderten Gestaltungsvorschlag einverstanden waren, so dass die Abstimmung dafür erneut neun zu sechs ausging.

Mehr zum Thema

Kommentare