So funktioniert das Nachschlagewerk

Das digitale Lexikon von Wasserburg kommt voran: Warum der Stadtarchivar zufrieden ist

Unter anderem über das Brucktor und dessen Baugeschichte klärt das Historische Lexikon Wasserburg auf.
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Unter anderem über das Brucktor und dessen Baugeschichte klärt das Historische Lexikon Wasserburg auf.
  • Sophia Huber
    vonSophia Huber
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Einen Einblick in die Geschichte Wasserburgs gibt das Historische Lexikon. Von der Baugeschichte des Brucktors bis hin zur Pestwelle 1934/35 ist viel Interessantes zu finden. Wie das Naschlagewerk funktioniert, erklärt Stadtarchiv Matthias Haupt.

Wasserburg – Wie die Wasserburger Bevölkerung 1634/35 um die Hälfte reduziert wurde, davon berichtet Manuel Schwanse im Historischen Lexikon Wasserburg. Die Pestwelle erreichte im August zuerst München, im Oktober schließlich auch Wasserburg und hatte die Stadt fest im Griff. Wahrscheinlich starben etwa 500 der 1000 Bewohner, wie Schwanse erklärt. Die Bevölkerungszahl sollte erst nach 65 Jahren auf dem Stand vor der Pestwelle kommen.

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Neben dieser traurigen Geschichte finden Interessierte auch andere Aspekte der Stadtgeschichte – etwa über die Grabdenkmäler an der St. Jakobskirche oder die Baugeschichte des Brucktors.

Aus 32 Artikel sind inzwischen 304 geworden

Tatsächlich sind aus den 32 Artikeln, mit denen das Projekt „Historischen Lexikon Wasserburg“ vor etwas mehr als einem Jahr online ging, inzwischen 304 Stück geworden. „Es geht voran“, erklärt Matthias Haupt, Stadtarchivar von Wasserburg. Die Rückmeldung von möglichen Autoren könnte besser sein, räumt er ein, aber im Großen und Ganzen sei er mit der Entwicklung zufrieden.

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Etwa 25 Seitenbesuche verzeichnet das Lexikon

Seit Neuestem haben der Heimatverein und das Stadtarchiv eine Anwendung installiert, die die täglichen Seitenbesuche zählt. Durchschnittlich seien das etwa 25 pro Tag. „Das ist gar nicht schlecht für ein so neues Projekt“, findet Haupt. Ganz so wie ein Lexikon funktioniere das Ganze noch nicht, gibt Haupt zu, aber es kämen immer mehr Verlinkungen hinzu. „Das macht die Recherche natürlich einfach und zugänglich.“ Durch die digitale Eigenschaft des Lexikons ließen sich Verknüpfungen „unheimlich gut abbilden.“

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Die Suche im Lexikon ist einfach. Eine Aufteilung in mehrere Überthemen, wie die frühere Neuzeit oder die Stadtbaugeschichte macht es dem Nutzer leicht, das für ihn interessante Unterthema zu finden. E‘in zentrales Literaturverzeichnis verweist auf die wissenschaftlichen Quellen und ermöglicht die eigene Recherche.

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Viele Touristen nutzen das Lexikon

Haupt freut sich vor allem über die vielen Besucher, die nicht aus dem wissenschaftlichen Bereich kommen. „Ich sehe immer wieder Leute an der St. Jakobskirche, die mit ihrem Handy auf unsere Seite zugreifen. Daran sieht man, dass auch bei den Bewohnern und vor allem bei den Besuchern unserer Stadt Interesse am Historischen Lexikon da ist.“

In Zukunft hoffe er auch, dass die zunehmende Digitalisierung des Bestands im Wasserburger Stadtarchiv, sowie die weitere Veröffentlichung von Artikeln im Historischen Lexikon mehr Autoren anlocke. „Das hat den Vorteil, dass man von überall aus sich mit Wasserburger Themen beschäftigen kann. Man muss nicht mehr vor Ort sein.“

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Aber auch jetzt gibt es schon viel interessantes im Lexikon zu lesen. Natürlich sei das Vorhaben noch lange nicht abgeschlossen, aber das wird es wohl nie sein. „Das ist ein Projekt für die Ewigkeit“, so Haupt. Allein im Bereich Biografie gebe es noch so viele interessante Personen, die noch nicht im Werk aufgenommen seien.

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