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Reform zum 1. Februar

Darum startet der neue Wasserburger Stadtbus umsonst

Bus in Wasserburg
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Bus in Wasserburg
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Am 1. Februar geht es los: Der Wasserburger Stadtbus fährt im neuen halbstündigen Takt. Einen ganzen Monat lang müssen die Kunden nichts zahlen. Doch die Stadtbusreform hat in Wasserburg noch mehr zu bieten – auch wenn die neuen Busse noch gar nicht da sind.

Wasserburg – Bürgermeister Michael Kölbl spricht von einem „Meilenstein“. Eine Kleinstadt mit einem Bus, der alle 30 Minuten den Ort durchquere zu Preisen, die unter bestimmten Bedingungen vergleichsweise sehr günstig seien: „Das gibt es höchst selten. In diesem Punkt hat Wasserburg eine Pionierfunktion “, sagt der Rathauschef begeistert.

Erleichterung ist dagegen aus der Stimme von Andreas Hiebl herauszuhören. Über zwei Jahre lang hat der in der Stadtverwaltung zuständige Mitarbeiter den neuen Busverkehr vorbereitet – Tarife entwickelt, Angebote erstellt, sie in das regionale Netz eingebettet, eine europaweite Ausschreibung betreut, auch alle weiteren Schritte – neue Automaten, neue Fahrpläne, neue Preise – betreut. Jetzt ist es endlich soweit – am 1. Februar geht es los im Halbstundentakt.

Lieferprobleme bei Fahrzeugen, Automaten und App

Nur die neuen Stadtbusse sind noch nicht da: Schneeweiß mit gelb-rot leuchtendem Logo sollen sie im Bild der Stadt auffallen. Doch es gibt laut Kölbl Lieferprobleme aufgrund fehlender Chips. Der Stadtbus startet mit den alten roten Fahrzeugen. Auch die sechs Automaten kommen nicht pünktlich, werden erst in der zweiten Februarwoche erwartet. Doch da im ersten Monat die Fahrten sowieso umsonst sind, ist dies kein Beinbruch. Lieferprobleme gibt es auch bei der Handy-App, über die die Fahrgäste ebenfalls Tickets mit Rabatt buchen können.

Die Streckenkarte der Stadt zeige die Route und die Orte, an denen Fahrkartenautomaten aufgestellt werden.

Trotzdem ist die Stimmung im Rathaus positiv. „Ich bin sehr froh, dass wir es tatsächlich geschafft haben“, sagt der Bürgermeisters. Verträge aufsetzen, Abrechnungsformalitäten erstellen, Tarife entwickeln: „Es war schon ein echter Zirkus“, deutet Kölbl an. Mitgezogen hat der Stadtrat, der in langen Sitzungen das neue Tarifblatt beraten und einstimmig beschlossen hat – „ein wichtiges Zeichen“, wie der Rathauschef findet.

Wer am Automaten zahlt, wird belohnt

Wer die Tarife geschickt nutzt, kann die unabwendbare Preiserhöhung umgehen und sogar sparen. Etwa junge Erwachsene bis zum Alter von 21 Jahren, für die es einen U-21-Tarif ohne Berechtigungskarte gibt – egal, ob sie ausgelernt haben, Schüler, Studenten oder Azubi sind. Jahreskarten erhalten Schüler und Studten bis einschließlich 24. Lebensjahr zum Kindertarif. Neu ist außerdem eine Vierteljahreskarte. Und wer sein Ticket nicht im Bus beim Fahrer löst, sondern im Automaten, wird ebenfalls belohnt. Denn der Halbstundentakt kann laut Hiebl nur gehalten werden, wenn keine Zeit verloren geht.

Ein ehrgeiziges Ziel, denn der alte Fahrplan mit dem Stundentakt ist quasi ergänzt worden durch Extra-Angebote alle 30 Minuten. Zwei Busse der drei Fahrzeuge umfassenden Flotte sind deshalb gegenläufig im Einsatz, berichtet Hiebl. Um vier und 34 Minuten nach der vollen Stunden gehe es los am Bahnhof Reitmehring Richtung Badria. 45 Minuten Zeit ist für eine Fahrt, es wird also knapp. Wichtigster Fixpunkt: die An- und Abfahrt der Züge am Bahnhof Reitmehring. Sie drücken mit ihren Zeiten dem neuen Streckenplan den Stempel auf. Dieser musste außerdem in das regionale Busnetz eingebunden werden.

Unterwegs sind – noch – Dieselfahrzeuge, denn die Elektroantriebstechnik war bei der Bestellung nicht so weit, die besondere Topografie von Wasserburg erschwert den Umstieg auf die E-Mobilität. Doch die Laufzeit beträgt laut Hiebl nur sechs plus zwei Jahre Verlängerungsmöglichkeit.

Betreiber des neuen Stadtbusses ist eine Anbietergemeinschaft des bekannten Regionalverkehrs Oberbayern (RVO) und des Busunternehmens Hövels. Es hatte die europaweite, vom MVV betreute Ausschreibung der Stadt gewonnen. Die Busse fahren werktags von morgens bis mindestens 19 Uhr alle 30 Minuten, am Samstag von 8 bis etwa 14 Uhr halbstündig, zu den übrigen Zeiten im Stundentakt, abends täglich verlängert bis nach Mitternacht.

1000 Einzelfahrten zählt der Stadtbus durchschnittlich pro Tag, teilt Hiebl mit. Das jährliche Defizit beträgt laut Kölbl etwa 300.000 Euro. Er geht nicht davon aus, dass es sich verdoppelt, wenn sich jetzt ab Februar das Angebot quasi verdoppelt.

Karten weiter gültig

Die alten Zehnerkarten behalten laut Stadtverwaltung noch drei Monate ihre Gültigkeit, auch die bereits gekauften Monats- und Jahreskarten gelten weiter. Wer Fragen zur Umstellung hat, kann sich im Bürgerbüro oder in der Touristinfo sowie bei Andreas Hiebl im Rathaus unter 105-19 Melden. Weitere Informationen unter www.wasserburg.de/stadtbus.

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