Darum darf Meggle denkmalgeschützten Stadl in Reitmehring wegreißen

Von Sträuchern eingewachsen war der Bundwerkstadl an der Megglestraße. Inzwischen ist das Gestrüpp entfernt und gibt den Blick frei auf das Einzeldenkmal aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, das abgerissen werden soll – wenn es nach der Firma Meggle geht. Hier soll nämlicher ein moderner Verwaltungsbau mit Tiefgarage entstehen.
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Von Sträuchern eingewachsen war der Bundwerkstadl an der Megglestraße. Inzwischen ist das Gestrüpp entfernt und gibt den Blick frei auf das Einzeldenkmal aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, das abgerissen werden soll – wenn es nach der Firma Meggle geht. Hier soll nämlicher ein moderner Verwaltungsbau mit Tiefgarage entstehen.
  • Andrea Klemm
    vonAndrea Klemm
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Ein Bundwerkstadl aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf dem Areal der Firma Meggle soll abgerissen werden, ebenso ein daneben stehendes Bauernhaus (nicht in der Denkmalliste) und einem Neubau weichen. Hier möchte das Unternehmen ein modernes zentrales Verwaltungsgebäude errichten. Den Bauantrag behandelte der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung.

Wasserburg – Warum darf Meggle einen denkmalgeschützten Bundwerkstadl für ein neues Verwaltungsgebäude wegreißen? Im Wasserburger Bauausschuss gab es Irritationen: Warum signalisiert die Baubehörde in Rosenheim hier grünes Licht, während bei Privatleuten mutmaßlich höhere Anforderungen gestellt werden? Die Wasserburger Zeitung hat nachgehakt.

Das sagt das Landratsamt

Der geplante Neubau eines Verwaltungsgebäudes der Meggle AG sowie die Errichtung einer Tiefgarage auf dem Grundstück in der Megglestraße 5 sei bauplanungsrechtlich genehmigungsfähig, sagt Michael Fischer, Sprecher des Landratsamtes Rosenheim.

Für die Umsetzung der Baumaßnahme soll der gesamte Baubestand abgebrochen werden. Bei dem südwestlichen Gebäude handelt es sich um ein Baudenkmal (Bundwerkstadel) bei dem durch die jahrelange untergeordnete Nutzung wichtige Reparaturmaßnahmen und Unterhaltungsmaßnahmen unterblieben sind.

Stadel wird nicht „umgepflanzt“

Einer Translozierung des Stadels, wie beim ehemaligen Weberhof, wurde seitens der Denkmalpflege im Vorfeld nicht zugestimmt.

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Eine etwaige Sanierung und Integration des Bundwerkstadels in die Planung zum Neubau des Verwaltungsgebäudes scheiterte letztlich an der Errichtung einer ausreichend groß dimensionierten Tiefgarage für die Mitarbeiter.

Die Situierung der Tiefgarage für 20 Fahrzeuge im bauplanungsrechtlichen Innenbereich führt zur Verringerung der zusätzlichen Inanspruchnahme von nachzuweisenden oberirdischen Stellplätzen im Außenbereich und trägt zum sparsamen und schonenden Umgang mit Grund und Boden bei. Die Verlagerung des bisherigen Verwaltungsgebäudes auf die Ostseite der Megglestraße bringt für den Antragsteller die benötigte Flexibilität der Entwicklung des Werks auf der Westseite mit sich und ist damit auch ein entscheidender Punkt für die Sicherung des Verwaltungsstandortes für die Meggle-Gruppe in Wasserburg.

Vorbescheid ist genehmigt

„Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile entschied sich die damalige Amtsleitung für eine Genehmigung des Vorbescheides. Aufgrund der sogenannten Bindungswirkung hat der Antragsteller einen Anspruch auf Erteilung der jetzt beantragten Baugenehmigung“, erklärt Michael Fischer weiter.

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