Dann waren es nur noch drei…

Auf dreiReihenhäuser wurde der westliche Mehrspänner auf dem Grundstück der Atteler Klosterschänke (Bildmitte) eingedampft. Dort war bisher ein Vierspänner geplant, der nach Widerstand von Nachbarn und der Bürgerinitiative um ein Haus gestutzt wurde. Google Maps
+
Auf dreiReihenhäuser wurde der westliche Mehrspänner auf dem Grundstück der Atteler Klosterschänke (Bildmitte) eingedampft. Dort war bisher ein Vierspänner geplant, der nach Widerstand von Nachbarn und der Bürgerinitiative um ein Haus gestutzt wurde. Google Maps

Wasserburg – Einst war es ein Riesenriegel, dann griff eine Bürgerinitiative ein und nun wird es eine Reihenhaussiedlung, die auf dem Grundstück der Atteler Klosterschänke entstehen soll.

Die Siedlung wurde in der jüngsten Stadtratssitzung noch einmal um ein Haus verkleinert.

Nachdem Abstandsflächen, Stellplätze und die Höhenentwicklung im Laufe des Verfahrens noch einmal strittig geworden waren, hatte das Stadtbauamt einen Termin mit den Anliegern, der Stadtbaumeisterin und Stadtplaner Michael Leidl, der auch für das Stadtentwicklungskonzept zuständig ist, anberaumt. Es sei ein konstruktives Gespräch gewesen, so Herrmann jetzt im Stadtrat.

Ein Anwohnerpaar hatte im Rahmen der öffentlichen Auslegung die Sorge geäußert, dass sein Grundstück durch den nebenan geplanten Vierspänner zu sehr verschattet werde. Die Abstandsflächen seien zwar eingehalten, aber das Erdgeschoss liege aufgrund des Geländes etwa einen Meter höher als das eigene Haus.

Zum Überprüfen der Verschattung war eigens eine Computersimulation erstellt worden, aus der hervorging, dass die Verschattung des Grundstücks nur in zwei, drei Wintermonaten kritisch wäre, den Rest des Jahres nicht. Dennoch gab es den Kompromissvorschlag, aus dem geplanten Vierspänner einen Dreispänner plus eingeschossigen Anbau zu machen.

Die Bürgerinitiative gab eine Stellungnahme ab, nach der die Reihenhausanlage sich nicht in die Umgebung einfüge, als Maßnahme der Nachverdichtung abgelehnt werde, die Stellplätze reichten nicht aus – und seien an der Südseite des Grundstücks aus Platzgründen ohnehin nicht möglich. Dazu hieß es in der Stellungnahme des Bauamtes, dass sich die Reihenhäuser sehr wohl in die Umgebung einfügen und einen guten Übergang von den Einfamilienhäusern südlich zum Wohnheim der Stiftung Attl im Norden des Grundstücks bildeten. Die Zahl der Stellplätze entspreche der Stellplatzsatzung.

Lorenz Huber (Bürgerforum) sah den Bauträger in „ökologischer Bringschuld“, nachdem er den gesamten alten Baumbestand habe abholzen lassen: Da könne er auf die zehnte Wohneinheit verzichten und sich mit drei Dreispännern bescheiden.

Christian Stadler (Die Grünen) fand, der Bauträger habe ja schon Entgegenkommen gezeigt, klaglos von 30 auf zehn Wohneinheiten umgeplant. „Der nördliche Nachbar hat relativ nah an das Grundstück gebaut und will jetzt Sozialabstand auf Kosten anderer. Das finde ich schwierig.“ Er plädierte dafür, die Planung mit zwei Dreispännern und einem Vierspänner zu belassen.

Josef Baumann (Freie Wähler) ärgerte sich, dass der Bauträger „den Rahm abschöpft und die Stadt die Kosten für Bus, Kindergarten und andere Infrastrukturmaßnahmen trägt“.

Den eingeschossigen Anbau fanden Werner Gartner und Wolfgang Janeczka (beide SPD) unsinnig, sie sprachen sich für drei Dreispänner aus. Wie auch Markus Bauer (CSU), der erklärte, seine Fraktion sei „für den Dorfplan“.

Dann aber mit Carport am westlichen Dreispänner und größerem Abstand zwischen den Gebäudereihen sowie parallelem Parken an der Atteler Hauptstraße, warf Bürgermeister Michael Kölbl ein.

Genauso kam es dann auch. Stadlers Antrag auf zwei Dreispänner und einen Vierspänner fand nur vier Unterstützer, die Mehrheit der Stadträte sprach sich für drei Dreispänner aus.

Der Bebauungsplanentwurf wird erneut ausgelegt und die Behörden werden am Verfahren beteiligt.

Kommentare