Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


So viel Abfall wurde bereits gesammelt

„Damit wir´s schee ham“: Daniela Ruhdorfer und ihre Wasserburger Müllsammler räumen auf

Daniela Ruhdorfer mit der „erjagten Beute“: Im vergangenen Jahr hat sie die Wasserburger Müllsammler gegründet, seitdem räumt die Gruppe die Stadt auf.re
+
Daniela Ruhdorfer mit der „erjagten Beute“: Im vergangenen Jahr hat sie die Wasserburger Müllsammler gegründet, seitdem räumt die Gruppe die Stadt auf.re
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
    schließen

Über achtlos weggeworfenen Müll regen sich viele auf. Die Wasserburgerin Daniela Ruhdorfer (34) will sich jedoch nicht nur ärgern. Sie hat sich entschlossen, auch was dagegen zu unternehmen. Unter dem Namen „Wasserburger Müllsammler“ sind sie und ihre Mitstreiter aktiv.

Wasserburg – Im Moment ganz besonders. Denn, wie Ruhdorfer erklärt: „Das Frühjahr ist die Hochzeit des Müllsammelns.“

Angefangen hat alles ganz harmlos. Im vergangenen Jahr, auf dem Weg nach Raubling, wo Ruhdorfer in einer Kinderkrippe arbeitet, sei ihr plötzlich der viele Müll am Straßenrand aufgefallen. Kurzentschlossen packte sie einige Müllsäcke und machte sich selbst auf den Weg zur Beseitigung. „Ich wollte das nur einen Nachmittag machen.“ Daraus wurden dann aber immer mehr. „Irgendwann stand ich dann am Attler Berg mit drei, vier Säcken in der Hand und wusste nicht mehr, wie ich da hochkommen sollte“, erzählt Ruhdorfer lachend. „Ich dachte, das geht so nicht. Ich brauche Hilfe.“

Über die Hilfe von Kindern wie hier (von links) von Maryam Qarbal, Amina Qarbal und Adam Quarbal freut sich Daniela Ruhdorfer immer ganz besonders.

Whatsapp-Gruppe hat 30 Mitglieder

Mitstreiter mussten also her. „Und so ist dass dann losgegangen mit Aufrufen auf Facebook und Instagram.“ Unter den Profilen „Wasserburger Müllsammler“ teilt Ruhdorfer die Termine für die nächste Aktion mit oder in der Whatsapp-Gruppe. „Die hat inzwischen schon so 25 bis 30 Mitglieder“, freut sie sich. Bei den Sammlungen selbst seien sie im Durchschnitt zu sechst. Es sei eine bunte Mischung an Mitstreitern. „Manche kommen einmal, manche sind auch öfter dabei.“

Ruhdorfer ist für jede Hand dankbar. „Zusammen macht es einfach mehr Spaß und man kommt natürlich auch schneller voran.“ Auch Kinder kämen oft vorbei, als Erzieherin freut sich Ruhdorfer darüber immer ganz besonders. „Jedes Kind, das bei solchen Aktionen mitmacht, hat danach einen anderen Blick für die Müllproblematik“, ist sie überzeugt. Außerdem sei die Begeisterung der Kinder auch ansteckend.

Im Frühjahr ist „Hochzeit“

Es kommt auch einiges an Müll zusammen. „Ganz ehrlich, es ist der Wahnsinn.“ 400 Kilo hat die Truppe im vergangenen Jahr gesammelt. In diesem seien es bereits 56 Säcke. Da werde aber noch mehr hinzukommen. Denn jetzt im Frühjahr sei die „Hochzeit zum Müllsammeln.“ Später, sagt Ruhdorfer, sei das Gras zu hoch gewachsen. „Da sieht man nichts mehr.“ Deshalb machen die Müllsammler im zweiten Halbjahr Pause.

Die Besetzung der Gruppe wechselt. Hier zu sehen (von links) Rosi Landenhammer, Tilmann Boehlkau, Felisx Heistracher, Daniel Ruhdorfer und Samuel Lechner.

Viel Müll an den Lkw-Buchten

Unterwegs sind sie im Moment vor allem am Bahnhof, an den Bundesstraßen und an den Wäldern dahinter. An Lkw-Parkbuchten finde sich immer viel Müll, sagt Ruhdorfer. Sie legt aber Wert auf die Feststellung, nicht den Lastwagenfahrern die Schuld zu geben, denn diese könnten wenig dafür. „Denen wird ja nicht mal ein Dixi-Klo gegeben“, sagt Ruhdorfer, da sei es nur logisch, dass sich in den Wäldern Taschentücher häufen würden. Auch diese mit einer Zange aufzusammeln, sei ihr aber ein Anliegen. Getrieben wird sie vo einer einfachen Begründung: „Damit wir´s schee ham bei uns.“

Mehr zum Thema

Kommentare