Schutz bei Starkregen

Damit die Wasserburger Altstadt nicht absäuft: Neues Schöpfwerk geht in Betrieb

Geht bald in Betrieb: das neue Schöpfwerk am Inndamm.
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Geht bald in Betrieb: das neue Schöpfwerk am Inndamm.
  • Winfried Weithofer
    vonWinfried Weithofer
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Es ist schlichtes unspektakuläres Bauwerk, doch es hat eine große Bedeutung für Wasserburg: Das Schöpfwerk am Inn verhindert, dass die Altstadt bei Starkregen „ertrinkt“.

Wasserburg – Ein gutes Jahr dauerten die Bauarbeiten, jetzt geht das neue, gut vier Millionen Euro teure Schöpfwerk seiner Vollendung entgegen.

Von außen sieht der Bau am Riedener Weg eher unspektakulär aus, kein Mensch würde vermuten, dass hier die Leitungen des Kanalnetzes zusammenlaufen und neben dem Damm das wichtigste Bauwerk der Stadt für den Hochwasserschutz liegt. Aufwendige Technik kommt hier zum Einsatz: Die vier Pumpen sollen pro Sekunde 1000 Liter Wasser bewältigen.

Inbetriebnahme wegen Corona ohne Einweihungsfeier

Die technische Inbetriebnahme soll in der kommenden Woche erfolgen, teilte Alexander Huber vom Wasserburger Bauamt mit. Eine offizielle Einweihungsfeier werde es wegen Corona vorerst aber nicht geben. Die Bauzeit sei im Wesentlichen eingehalten worden. Lediglich die Außenputzarbeiten und geringfügige Restarbeiten an den Außenanlagen werden nach Hubers Worten witterungsbedingt erst nächstes Jahr fertiggestellt.

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Probleme beim Bau bei der ehemaligen Essigfabrik Burkhardt hat es laut Huber nicht gegeben. Beim Grubenaushub seien aber Teile eines in der Planungsphase unbekannten, nicht mehr in Betrieb befindlichen Zulaufkanals entdeckt worden. Dieser habe rückgebaut und entsorgt werden müssen.

Das alte Schöpfwerk in einem unscheinbaren gelben Gebäude direkt neben dem Neubau verrichtete fast 50 Jahre lang seinen Dienst. Da sich darin die Pumpen und Anlagen zur Schmutzwasserzuführung zur Kläranlage befinden, bleibt dieses vollständig erhalten. Die drei bestehenden Hochwasserpumpen bleiben ebenfalls sicherheitshalber für die nächsten Monate in Betrieb.

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Zweck der Anlage ist es, bei Hochwasser die Wassermassen über den Inndamm zu pumpen. Denn steigt der Inn, kann das Wasser aus der Kanalisation nicht mehr frei in den Fluss abfließen. Durch den Rückstau würden weite Teile der Altstadt mehr oder weniger schnell unter Wasser stehen. Noch bis in die 70er Jahre wurden Grundstücke der Anlieger am Damm regelmäßig überflutet, wenn der Fluss anstieg.

13 Mal stand das Wasser bei der Großmutter von Bürgermeister Michael Kölbl, der nur wenige Meter entfernt von der Baustelle aufwuchs, im Haus. 1985 wurde der Deich gebaut, damals noch 70 bis 80 Zentimeter niedriger als heute. Erst nach dem Jahrhunderthochwasser 2005 folgte die Dammerhöhung auf den heutigen Stand – seitdem können sich die Wasserburger wieder sicher fühlen.

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