"Dahoam studieren" ist jetzt möglich

Das Studium im Fachbereich Maschinenbau in Mühldorf wird Realität. Besonders darum gekämpft haben (von links): Landrat Georg Huber, FH-Präsident Professor Dr. Heinrich Köster, Umweltminister Dr. Marcel Huber und MBM-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Friedrich. Foto sb
+
Das Studium im Fachbereich Maschinenbau in Mühldorf wird Realität. Besonders darum gekämpft haben (von links): Landrat Georg Huber, FH-Präsident Professor Dr. Heinrich Köster, Umweltminister Dr. Marcel Huber und MBM-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Friedrich. Foto sb

Mühldorf - Ab 1. September startet in der Töginger Straße 18d in Mühldorf der Bachelorstudiengang Maschinenbau. Dieser berufs- und ausbildungsbegleitende Studiengang führt in acht Semestern zum Abschluss. In Mühldorf soll der "Campus Südostbayern" entstehen. Der Landkreis mit Landrat Georg Huber und Umweltminister Dr. Marcel Huber, FH-Präsident Professor Heinrich Köster und MBM-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Friedrich haben sich massiv für die Einrichtung dieses dezentralen Studiums eingesetzt.

Die Studenten kommen aus den heimischen Betrieben und werden neben ihrer Ausbildung oder Arbeit den Studiengang vor Ort besuchen. Die Verantwortlichen wollen mit dieser Hochschulausbildung vor Ort erreichen, dass die Möglichkeit gegeben wird, in der Region zu studieren und gleichzeitig zu arbeiten.

Umweltminister Dr. Marcel Huber zeichnet den langen Weg nach, der zu diesem Studiengang geführt hat. "Unser Ziel war es, den weißen Fleck in der Hochschullandschaft in den vier Landkreisen Mühldorf, Altötting, Traunstein und Berchtesgagener Land zu beseitigen. Dies ist uns gelungen", stellte der Umweltminister heraus. Drei Jahre hat es gedauert, bis das Hochschulgesetz so geändert werden konnte, um dieses Studium zu ermöglichen. Alle vier Beteiligten sehen einen starken Bedarf für dieses Studium. Die Finanzierung für die nächsten drei Jahre, so der Staatsminister, ist durch den Freistaat Bayern gesichert. Der Landkreis Mühldorf übernimmt den Sachaufwand und stellt die Räumlichkeiten an der Töginger Straße 18 d zur Verfügung.

Professor Dr. Heinrich Köster betonte den Wunsch der Wirtschaft für diesen Studiengang. Die Studenten werden immer freitags und samtags sowie unter der Woche am Abend in acht Semstern zum Abschluss geführt. Die Praktika werden in der Fachhochschule in Rosenheim absolviert. Der Studiengang kostet pro Semester rund 2000 Euro pro Teilnehmer. Diesen Betrag übernehmen in der Regel die Firmen.

"Diese parallele Ausbildung hat den Vorteil, dass der Meister oder Techniker sowie die Auszubildenden dem Unternehmen zur Verfügung stehen und neben ihrer Arbeit die Weiterbildung vollziehen", erklärte Köster. Der Studiengang, so Landrat Georg Huber, steht allen interessierten Firmen und ihren Mitarbeitern in der Region offen. Am 1. September werden 15 Studierende ihre Ausbildung in Mühldorf beginnen. Die eine Häfte berufsbegleitend und die andere ausbildungsbegleitend.

"Ingenieure sind in der Region Mangelware. Viele Firmen haben auf so ein Angebot gewartet", betonte MBM-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Friedrich. Er ist sich sicher, dass viele Firmen in der Region auf diesen Zug aufspringen werden. "In der heimischen Wirtschaft ist das Vertrauen verloren gegangen, dass so ein Angebot noch einmal kommen wird. Wir haben dieses Vertrauen zurückgewonnen. Dafür danke ich Umweltminister Dr. Marcel Huber und Landrat Georg Huber ganz besonders", erklärte Dr. Friedrich. Für den MBM-Geschäftsführer ist mit der Einführung dieses Studiengangs die Möglichkeit verstärkt worden, die Fachkräfte in der Region und in den einzelnen Firmen zu halten.

Professor Köster berichtete weiter, dass auch die Firma Kathrein und die Firma Krones ein starkes Interesse an diesem Studiengang gezeigt hätten. Er betonte, dass Mühldorf aufgrund seiner Zugverbindungen der ideale Ort für diesen Studiengang sei. Auch der oberösterreichische Bereich soll für dieses Studium in Mühldorf aufmerksam gemacht werden.

Landrat Huber und Umweltminister Huber wollen weitere Anstrengungen unternehmen, um weitere Studiengänge nach Mühldorf zu holen. Gedacht wird dabei an die Bereiche Betriebswirtschaft, Elektrotechnik, Pflege und Gesundheit. "Wir sind froh, dass uns dieser Erfolg gelungen ist, aber wir werden unsere Arbeit fortsetzen", stellten der Landrat und der Staatsminister heraus. sb

Kommentare