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„Unglückliches Agieren der Landesleitung erkannt“

CSU Wasserburg stellt sich neu auf: Eine Personalie lässt aufhorchen

Die neue CSU-Spitze in Wasserburg mit Landrat Otto Lederer (links): (von links) Heike Maas (stellvertretende Ortsvorsitzende), Robert Zeislmeier (Beisitzer), Ines Karthäuser (Beisitzerin), Annette Küspert (Beisitzerin,) Sven Karthäuser (Schriftführer), Wolfgang Schmid (Ortsvorsitzender), Simone Huber (Schatzmeisterin), Jakob Schedel (stellvertretender Ortsvorsitzender), Reinhold Scholz (Beisitzer), nicht auf dem Bild, aber wieder oder neu gewählt: Markus Bauer (Beisitzer) und Rudi Meingaßner (Beisitzer).
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Die neue CSU-Spitze in Wasserburg mit Landrat Otto Lederer (links): (von links) Heike Maas (stellvertretende Ortsvorsitzende), Robert Zeislmeier (Beisitzer), Ines Karthäuser (Beisitzerin), Annette Küspert (Beisitzerin,) Sven Karthäuser (Schriftführer), Wolfgang Schmid (Ortsvorsitzender), Simone Huber (Schatzmeisterin), Jakob Schedel (stellvertretender Ortsvorsitzender), Reinhold Scholz (Beisitzer), nicht auf dem Bild, aber wieder oder neu gewählt: Markus Bauer (Beisitzer) und Rudi Meingaßner (Beisitzer).
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Stadtrat Wolfgang Schmid ist erneut zum Vorsitzenden der CSU Wasserburg gewählt worden. Die Mitglieder bestimmten ebenso einstimmig die Fraktionsvorsitzende Heike Maas wieder zu Schmids Stellvertreterin. Das war zu erwarten, bei der Jahresversammlung gab es aber auch eine Personalie, die aufhorchen lässt.

Wasserburg – Neuer zweiter Stellvertreter von Schmid ist Jakob Schedel. Der 41-jährige Familienvater aus dem Burgerfeld, Sparkassenbetriebswirt, soll den Vorstand weiter verjüngen. Er folgt Reinhold Scholz.

Gute Laune trotz schwieriger Lage

Trotz der für die Union schlecht verlaufenen Bundestagswahl war die Stimmung bei der Versammlung in den Paulanerstuben gut. Der CSU-Ortsverband Wasserburg hat keinen Grund zur Klage: Bei der Kommunalwahl 2020 schnitt die CSU trotz der Tatsache, dass zwei örtlich prominente Stadträte nicht erneut kandidiert hatten, „sehr gut ab“, wie Schmid betonte. Die CSU konnte ihre Sitze halten. „Wir sehen uns als bescheidene Wahlsieger“, betonte Schmid angesichts der Tatsache, dass die Bürgermeisterpartei und Konkurrent SPD zwei Sitze verlor.

Schmid erinnerte in seinem Tätigkeitsbericht, der aufgrund der Pandemie zwei Jahre umfasste, an zahlreiche CSU-Veranstaltungen auch mit prominenten Gästen wie Landtagspräsidenten Ilse Aigner und Europaabgeordneter Professor Dr. Angelika Niebler. Als Ortsvorsitzender nahm Schmid außerdem im August an einem Basisgespräch mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder teil. Dieser habe sich auch kritischen Fragen gestellt.

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Die Basis habe ein „unglückliches Agieren der Landesleitung erkannt“, betonte Schmid zum Ausgang der Bundestagswahl. Die CSU habe vor allem mit der Abwanderung von Wählern und mit Nachwuchsmangel in eigenen Reihen zu kämpfen. Ex-Stadtrat Hans Köck sieht es deshalb als wichtig an, dass die CSU über den Ortsverband vor Ort intensiv Präsenz zeige. Das sei geschehen, ergänzte Schmid, der auf trotz Pandemie zahlreiche Veranstaltungen, zum Teil auch online, der CSU Wasserburg in den vergangenen Jahren hinwies. Im Wahlkampf habe der Ortsverband nicht nur auf die traditionellen Infostände, sondern auch auf Stadtspaziergänge gesetzt. Es sei ein schwerer Wahlkampf gewesen, geprägt auch von „vielen Streitgesprächen“ mit potenziellen Wählern, berichtete der Vorsitzende.

Wie schwierig es ist seit Beginn der Pandemie, Entscheidungen zu treffen und zu erklären, verdeutlichte auch Ehrengast Otto Lederer. Der Landrat sprach von großen Herausforderungen, denen sich der Landkreis und die Kommunen stellen müssten: immer noch hohe Inzidenzen im Stadt und Landkreis, eine unterdurchschnittliche Impfquote, viele Positivfälle seit Ferienende an den Schulen. Nach wie vor befänden sich die Kliniken im Ausnahmezustand, warnte Lederer. Lederer unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung des gemeinsamen Neubaus von kbo-Inn-Salzach-Klnikum und Romed-Klinik in Wasserbur g. In der Innstadt sei es außerdem gelungen, die Geburtenstation am Romed zu stabilisieren. Mit 900 Geburten im Jahr sei diese Einrichtung nicht gefährdet, betonte Lederer mit Blick auf Bad Aibling.

Landrat zum Schulstandort

Nach dem Auszug von Romed in etwa einem Jahr gelte es nun, ein Konzept für den alten Standort zu entwickeln. Die Gebäude könnten nicht mehr saniert werden. Gemeinsam mit der Stadt und dem Bezirk werde der Landkreis die Potenziale des Areals analysieren. Tatsache sei: Hier befänden sich auch zwei Schulen für medizinisches Fachpersonal, die in die Überlegungen mit einfließen müssten.

Wasserburg wichtige Schulstadt

Der Landrat unterstrich die Bedeutung von Wasserburger als Bildungsstandort. 6000 Schüler würden pro Unterrichtstag in die Stadt kommen. Eine Schwerpunktmaßnahme des Landkreises in Wasserburg sei derzeit der Umbau der Berufsschule für 33 Millionen Euro, so Lederer.

Mangel an Gewerbegrund

Ein Problem im Landkreis, das auch Wasserburg betrifft: der Mangel an Gewerbegrund. Etwa die Hälfte aller Kommunen hätten keine Gewerbegrundstücke mehr im Angebot. Lederer zeigte sich trotzdem zufrieden darüber, dass die meisten Unternehmen in der Region die Pandemie mit Lockdowns gut überstanden hätten.

Das sind die Sorgen der Mitglieder

n der Diskussion mit den CSU-Mitgliedern standen die Digitalisierung und der öffentlichen Personennahverkehr im Fokus. Sven Karthäuser verwies darauf, dass Wasserburg als letzte Station zum MVV-System gehört, die S-Bahn bis nach Reitmehring sogar noch ausgebaut und elektrifiziert werden soll. „Der Zuzug wird noch stärker werden“, unterstrich er die andere Seite der Medaille eines bis in die Innstadt gut ausgebauten ÖPNV. Deutlich wurden Sorgen, Wasserburg könne sich zum „Vorort von München“ entwickeln – mit weiter steigenden Preisen beim Wohnen und Bauen und infrastrukturellen Problemen.

Scharfe Kritik gab es an den weißen Flecken beim Handyempfang – auch in den Regionalbahnen. Schlechter Empfang erschwere auch das digitale Arbeiten bei der Bahnfahrt nach München. „Wir sind oldschool“, ärgerte sich Sven Karthäuser, der ebenso wie Jakob Schedel in puncto digitaler Versorgung von „pakistanischen Verhältnissen“ sprach. Lederer zeigte Verständnis für die Verärgerung, verwies jedoch zur Erklärung auf die Tatsache, dass sich viele Bürger zwar einen besseren Handyempfang wünschen würden, der Bau von Antennenmasten jedoch auf großen Widerstand stoße.

Der neue CSU-Vorstand

Alle Ergebnisse bei den Neuwahlen der CSU Wasserburg fielen einstimmig aus. Gegenkandidaten gab es bei den einzelnen Positionen nicht. Vorsitzender bleibt Wolfgang Schmid, seine Stellvertreter sind Heike Maas und Jakob Schedel. Schriftführer ist weiterhin Sven Karthäuser. Noch nicht besetzt ist das Amt des Digitalbeauftragten. Nicht gewählt werden musste für die Position der Schatzmeisterin, diese Aufgabe hatte bereits außerplanmäßig Simone Huber übernommen. Die CSU wählte außerdem sechs Beisitzer: Robert Zeislmeier, Rudi Meingaßner, Ines Karthäuser, Reinhold Scholz, Annette Küspert und Markus Bauer.

Ehrungen bei der CSU Wasserburg

Der CSU-Vorsitzende Wolfgang Schmid ehrte gemeinsam mit Landrat Otto Lederer treue Mitglieder: Hans Baumgartner (60 Jahre Mitglied), Ulrich Bauer (60), Ricarda Kapfhammer (50), Heide Tuschy (40), Robert Zeislmeier (35), Elisabeth Fischer (30), Rudi Fischer (25) und Edmund Schmidt (25).

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