Coronafälle im kbo-Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg – Ein Patient isoliert, sieben Mitarbeiter infiziert

Noch geht auch der gemeinsame Neubau von kbo-Inn-Salzach-Klinikum und Romed-Klinik Wasserburg ungestört weiter. Die Klinikleitungen hoffen, dass nicht zu viele Arbeiter erkranken und die Baustelle ins Stoppen gerät. Cater
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Noch geht auch der gemeinsame Neubau von kbo-Inn-Salzach-Klinikum und Romed-Klinik Wasserburg ungestört weiter. Die Klinikleitungen hoffen, dass nicht zu viele Arbeiter erkranken und die Baustelle ins Stoppen gerät.
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Die Coronavirus-Pandemiehat das kbo-Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg erfasst. Sieben Mitarbeiter wurden positiv getestet. Außerdem ist ein Patient erkrankt. Er wurde in einem Raum isoliert und wird von Pflegekräften in Schutzkleidung betreut. Außerdem ergreift das Klinikum im Ortsteil Gabersee weitere Maßnahmen.

Von Heike Duczek

Wasserburg – „Ich bin nicht am Coronavirus erkrankt“, weist der Ärztliche Direktor des kbo-Inn-Salzach-Klinikums, Professor Dr. Peter Zwanzger, entsprechende Gerüchte zurück. Sie sind anscheinend entstanden, weil er zwei Besprechungen per Videokonferenz durchgeführt hatte. Doch es sind Kollegen betroffen: Sieben Mitarbeiter wurden positiv getestet. Außerdem ist ein Patient erkrankt. Er wurde in einem Raum isoliert, wird von Pflegekräften in Schutzkleidung betreut. Die Pandemie hat also auch vor dem Inn-Salzach-Klinikum nicht halt gemacht.

Mitarbeiterin infizierte sich in Südtirol

Los ging es mit einer Mitarbeiterin, die in Südtirol im Skiurlaub war. Sie arbeitet in der geronto-psychiatrischen Abteilung und hatte sich sofort gemeldet, als bekannt wurde, dass sie sich in einem Risikogebiet aufgehalten hatte. Der Test verlief positiv. Mehr als zehn Angestellte wurden daraufhin in Quarantäne geschickt. Die Bilanz bis Donnerstagnachmittag: Insgesamt sind sieben Klinikmitarbeiter infiziert.

„Wir tun alles und noch mehr, um eine Ausbreitung zu verhindern“, betont Klinik-Geschäftsführer Dr. Theodor Danzl. Besuche sind generell nicht mehr erlaubt – „nur noch in Ausnahmefälle und nach Rücksprache mit den Chefärzten.“

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Danzl sichert jedoch auch zu: „Wir lassen Patienten, die in Notfallsituationen zu uns kommen, nicht im Stich.“ Betroffene würden aufgenommen und medizinisch versorgt – rund um die Uhr.

Wenn möglich, werden geplante Aufnahmen jedoch verschoben. Wenn der Sanka mit einem unangemeldeten Patienten vor der Tür steht, wird dieser vor der Aufnahme zuerst nach den typischen Symptomen der Erkrankung befragt. Liegen diese vor, muss in eine somatische Klinik verlegt werden. Wenn möglich, werden teilstationäre Therapien auf ambulante umgestellt, Patienten häufig telefonisch beraten statt persönlich. Auch längere Wartezeiten seien jetzt die Regel, so Zwanzger. „Vieles läuft derzeit nach etwas anderen Regeln.“

Personal noch stärker gefordert als sonst

Im Inn-Salzach-Klinikum wo psychisch kranke Menschen behandelt und therapiert werden, ist es außerdem nach Danzls Angaben oft schwieriger als in einem somatischen Krankenhaus, Patienten die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zu vermitteln. „Einer hoch dementer Person ist nur schwer klarzumachen, dass sie sich nicht mehr so frei bewegen kann wie vorher.“ Auch das parkähnliche, frei zugängliche Gelände in Gabersee kann nicht von der Außenwelt abgeschottet werden. Das ist erst im gemeinsamen Neubau mit der Romed-Klinik Wasserburg möglich.

Dr. Theodor Danzl, Geschäftsführer des kbo-Inn-Salzach-Klinikums: „Wir sind gewappnet.“

Das Pflegepersonal ist deshalb noch stärker gefordert als sowieso. Noch verspüre das Klinikum keine Mitarbeiterengpässe. „Doch wenn die Zahlen der Erkrankten so explosionsartig weiter steigen und immer mehr in Quarantäne müssen, könnten uns die Mitarbeiter schon ausgehen“, warnt Danzl.

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In puncto Schutzausrüstung mit Masken und Mänteln sei das Klinikum eigentlich ausreichend ausgestattet, „wir haben eine guter Lagerhaltung.“ Doch auch hier gelte: Bei rasant steigenden Fallzahlen, „wären wir schnell leer“.

Noch gibt es genügend Schutzausrüstung

Erkranken mehr Patienten, gebe es die Möglichkeit, zwei Stationen in Isolierbereiche zu verwandeln. „Die Vorbereitungen sind bereits abgeschlossen, wir sind gewappnet, um schnell reagieren zu können, falls es dazu kommt.“

Damit es nicht notwendig wird, gehe es jetzt in erster Linie darum, die intensive Vermehrung einzudämmen. „Deshalb auch unser Appell an die Menschen, vernünftig zu sein, soziale Kontakte zu meiden, die Anweisungen zu beachten, zum Schutz der Schwachen und Kranken“, so Danzl. Zwanzger ergänzt: „Bis jetzt sind Patienten und Angehörige total vernünftig.“

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