Corona in Wasserburg: Bei schönem Wetter daheim bleiben? Polizei-Vize: „Die Leute sind brav“

Der Bauernmarktwar gestern geöffnet.
  • Heike Duczek
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    Winfried Weithofer
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Die Frühlingssonne scheint. Durch das Fenster der Redaktion der Wasserburger Zeitung sind nach wie vor Stimmen und Verkehrslärm zu hören. Und trotzdem: Wasserburgs städtisches Leben pulsiert lange nicht so intensiv wie an einem normalen Wochentag.

Wasserburg – Viele Cafés haben geschlossen, die meisten Geschäfte ebenso. Auf den Straßen halten Passanten den empfohlenen Abstand zueinander ein. Nur wenige sitzen in den Cafés oder sind in Gruppen im Gespräche vertieft. Abends gleicht Wasserburg sogar einer Geisterstadt.

„Im Großen und Ganzen sind die Leute brav“, zieht der neue stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Wasserburg, Christian Gollwitzer, eine erste Bilanz. „Die meisten halten sich an die Regeln und Forderungen der Allgemeinverfügung.“ Die Beamten kontrollieren und bestreifen das Stadtgebiet und die Orte im Zuständigkeitsbereich derzeit besonders intensiv. „Manchmal müssen wir nachjustieren lassen“, sagt Gollwitzer – etwa, wenn Cafétische zu nah beieinander stehen. In der Regel seien die Gastronomen jedoch sehr einsichtig und würden sofort reagieren.

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Nur in einem Fall hat die Polizei bisher eine Anzeige schreiben müssen: Ein Gastwirt in Wasserburg hatte das Lokal zwar außen sichtbar geschlossen, über einen Hintereingang jedoch Gäste hineingelassen und bewirtet. Damit handelt sich der Wirt jetzt eine Strafanzeige ein. Geahndet werden kann das Verhalten mit einer Geldstrafe oder bis zu zwei Jahren Haft.

Das Verhalten des Wirts war nach Angaben von Gollwitzer jedoch ein absoluter Einzelfall. „Wir werden aber jedem, der sich nicht an die Anordnungen hält, auf die Füße steigen“, warnt der Polizei-Vize eindringlich.

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„Es schaut gut aus“, zieht Bürgermeister Michael Kölbl eine erste Bilanz zur Frage, ob die Bürger die Anweisungen einhalten. Er hat einen Krisenstab mit den Fachbereichsleitern der Verwaltung eingerichtet, der am Montag um die Vertreter der Stadtratsfraktionen erweitert wird. Auch hier: Getagt wird nicht im Bürgermeisterbüro, sondern im Sitzungssaal mit viel Abstand zwischen den Teilnehmern.

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