Corona steigert Wasserbedarf - Kein Versorgungsengpass in Wasserburg und Haag

Sprengen erlaubt: Wasserknappheit kennt Wasserburg nicht. Auch in Haag gibt es keine Probleme.
+
Sprengen erlaubt: Wasserknappheit kennt Wasserburg nicht. Auch in Haag gibt es keine Probleme.

Schlagzeilen machten während der Hitzewelle Kommunen in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, in denen das Wasser so knapp wurde, dass die Gemeinden zum Sparen aufriefen. Grund war auch vermehrter Wasserbedarf als Folge der Corona-Krise. Droht dieses Szenario auch im Wasserburger Land?

Von Winfried Weithofer und Ludwig Meindl

Wasserburg/Haag – Sorgen um die Versorgung müssen sich die Wasserburger nicht machen, sagt Thomas Bernhart. Der stellvertretende Betriebsleiter des Wasserwerks gibt Entwarnung. „Wir haben genügend Puffer“, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. „Unsere artesischen Brunnen fördern immer die gleiche Menge Wasser.“

120 Liter pro Kopf und Tag verbraucht

Wasserburg ist ein Wasserparadies. Denn die Stadt wird durch artesische Quellen gespeist. Das heißt, dass das Wasser hier natürlich an die Oberfläche tritt, ohne Pumpenunterstützung. Da die Quellen sieben Meter höher liegen als der Hochbehälter in Wasserburg, fließt das Wasser über die fünf Kilometer Luftlinie bis zur Anlage in der Nähe des Badria stets bergab: Auch hierbei kann die Stadt auf technische Unterstützung verzichten.

Lesen Sie auch: Warum Wasserburg ein Wasserparadies ist

Einen Anlass, die Bürger zum Wassersparen aufzufordern, sieht Bernhart auch im Hochsommer nicht. Der Garten darf auch bei anhaltender Trockenheit weiter gegossen werden.

Den Verbrauch pro Kopf und Tag beziffert Bernhart auf etwa 120 Liter. Auch in der Corona-Krise habe er nicht feststellen können, dass mehr Wasser verbraucht wird. Beim Vergleich von Juli 2019 mit Juli 2020 habe er jedenfalls keinen Unterschied festgestellt. In beiden Monaten lag der Verbrauch – Industrie und Privathaushalte – bei jeweils 130 000 Kubikmetern.

„Jahreszeitlich bedingt fließt natürlich mehr Wasser als im Januar oder Februar“, so Bernhart. Nach seinen Worten ist das Gewerbe etwa zu einem Drittel am Gesamtverbrauch beteiligt. Wenn es Schwankungen beim Verbrauch gebe, sei dies vor allem auf die Industrie zurückzuführen.

Das könnte Sie auch interessieren: Öl-Alarm am Staudhamer See: Badegäste fühlen sich vergrämt – Behörden sagen, das ist erlaubt

In der Gemeinde Haag macht sich Wassermangel ebenfalls nicht bemerkbar, obwohl das Wasserwerk meldet: Im Sommer gießen die Leute öfter, außerdem sei zu bemerken, dass die Tendenz zum eigenen Pool steige. Derzeit werden pro Tag etwa 1000 Kubikmeter Trinkwasser benötigt.

Heuer mehr geregnet als im Sommer 2019

Das Phänomen, dass der aktuelle Wasserverbrauch im Vergleich zu 2019 sogar niedriger liegt, erläutert Haags Bürgermeisterin Sissi Schätz: „Rechnet man die Zahlen von jetzt bis zum Jahresende hoch, ergäbe sich ein etwas geringerer Wasserverbrauch als letztes Jahr. Das ist sicher darauf zurückzuführen, dass es heuer mehr geregnet hat und der Sommer bisher nicht ganz so heiß war, abgesehen von den letzten Tagen.“

Für das Jahr 2019 wurde eine Förderung von 39 721 Kubikmeter errechnet. Heuer sind es mit aktuellem Stand 24 591 Kubik. Im Januar ließen die Haager 31 000 Kubikmeter Wasser aus ihren Leitungen fließen, im Juli waren es 35 000, teilt das Wasserwerk der Marktgemeinde mit.

Zufriedener Blick in das Wasserbecken des Hochbehälters 2: Stadtwerkechef Marius Regler, Bürgermeister Michael Kölbl und Wassermeister Josef Mayer.
Die Anlage im Fuchsthal: Von hier versorgen die Quellen die Stadt Wasserburg zuverlässlich mit Wasser – ohne Pumpenunterstützung.

Kommentare