Corona-Regeln: Die Wasserburger sind diszipliniert, aber der Umgang ist laxer geworden

Beach-Stimmung im Altststadtbiergarten an der Rampe: Hier funktioniert die Einhaltung der Corona-Regeln gut.
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Beach-Stimmung im Altststadtbiergarten an der Rampe: Hier funktioniert die Einhaltung der Corona-Regeln gut.
  • Heike Duczek
    vonHeike Duczek
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Die Disziplin der Wasserburger bei der Einhaltung der Corona-Hygiene-Regeln ist gut. Das zeigte nicht nur eine große Kontrollaktion der Polizeiinspektion, das bestätigt auch Bürgermeister Michael Kölbl. Trotzdem stellt er auch warnend fest: „Der Umgang mit den Regeln ist laxer geworden.“

Wasserburg – Zu viele Neuinfektionen: Die Stadt Rosenheim hat als Gegenmaßnahme in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt die Beschränkungen wieder verschärft. Auch in Wasserburg steigt die Zahl der Infizierten erneut an: Vier neue Fälle wurde in der vergangenen Woche gemeldet. Die Zahl der Infizierten stieg auf 178.

Einen Grund für den Anstieg kann Bürgermeister Michael Kölbl nicht nennen. Seit dem 1. Juli laufen die Datenerfassung und die Ermittlung möglicher Kontaktpersonen wieder über das Gesundheitsamt Rosenheim. Es hatte während der Hochphase der Pandemie die Recherche der Stadtverwaltung übertragen.

Partystellen in Wasserburg nicht bekannt

Grund zur Beunruhigung sieht Kölbl derzeit noch nicht. Die Disziplin der Bürger, die das Rathaus besuchen würden, sei generell gut. Das im Eingangsbereich aufgestellte Desinfektionsmittel werde intensiv gebraucht, die Regeln für den Mund-Nasen-Schutz und die Abstandswahrung würden eingehalten. Seit dem Rückgang der Infiziertenzahlen im Mai sei kein Mitarbeiter der Stadtverwaltung mehr an Corona erkrankt.

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„Im Großen und Ganzen funktioniert die Einhaltung der Hygiene-Regeln in der Stadt“, stellt Kölbl fest. Doch er findet es richtig, dass derzeit wieder verstärkt auf die Regeln hingewiesen wird – etwa bei Kontrollgängen der Polizei. Dass sich auf Plätzen und Straßen große Gruppen junger Leute zum Feiern treffen wie in München, wo dies zunehmend zu einem Problem wird, gebe es in Wasserburg nicht. „Partystellen sind mir nicht bekannt“, sagt der Rathauschef.

Altstadtbiergarten kanalisiert die Besucherströme

Kölbl führt dies auf den Altstadtbiergarten zurück. Er kanalisiere die Besucherströme, sorge dafür, dass Feiern möglich sei, ohne das die Regeln missachtet würden. „Das Personal des Pop-up-Biergartens passt sehr gut auf, dass sich alle an die Auflagen halten“, findet Kölbl. Manuel Scheyerl von der Firma SAS, die den Altstadtbiergarten auf Initiative des Wirtschaftsförderungsverbandes (WFV) Wasserburg betreibt, bestätigt die „gute Disziplin“ der Gäste. Nur in ganz wenigen Ausnahmefällen gebe es Erklärungsbedarf oder sei es notwendig, einzuschreiten.

Schlange stehen vor dem Eingang: Geduldig reagieren die Gäste auf die Notwendigkeit, sich zu registrieren.

Alkoholgenuss im öffentlichen Raum verboten

Die Landeshauptstadt München denkt aktuell über ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum nach. Außerhalb der ausgewiesenen Sondernutzungsflächen ist längeres Lagern mit Alkoholgenuss und Feiern auf öffentlichen Flächen in Wasserburg sowieso verboten, teilt Kölbl zu diesem Aspekt mit. Exzesse so wie in München oder in Rosenheim gebe es in Wasserburg bisher nicht.

Wasserburgs Polizeichef ist „recht zufrieden“

Auch die Polizeiinspektion Wasserburg ist nach Angaben von Chef Markus Steinmaßl „recht zufrieden“: Bei einem Kontrolltag am Dienstag wurden nach seinen Angaben nur drei Verstöße gegen die Einhaltung der Corona-Regeln zur Anzeige gebracht. Das Personal eines Lokals in Wasserburg hatte trotz der Anwesenheit von Gästen keinen Mund-Nasen-Schutz getragen. Die Höhe des Bußgeldes an den Betreiber lege das Landratsamt Rosenheim fest.

In 70 Geschäften und Lokalen sowie in Züge und Bussen kontrolliert

Die Mehrheit in der Bevölkerung hielt sich an die Regelung des Infektionsschutzes, freut sich die Polizeiinspektion Wasserburg. Beamte der PI und der Operativen Ergänzungsdienste Rosenheim hatten ihr Hauptaugenmerk auf die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gelegt. „“Permanente Maskenverweigerer“ gab es nicht“, so Steinmaßl.

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Die Polizisten kontrollierten nach seinen Angaben etwa 70 Supermärkte, Kaufhäuser, Baumärkte und Ladengeschäfte, Cafés und Lokale sowie mehrere Dutzend Personen in Zügen und Bussen des öffentlichen Personennahverkehrs. Nur ganz selten mussten die Beamten die korrekte Trageweise der Maske ahnden. Oft hätten Hinweise darauf, sie auch über die Nase zu ziehen, gereicht.

Maskenverweigerern droht ein hohes Bußgeld

Außerdem verteilten die Einsatzkräfte der Inspektion Präventionsbroschüren, die die Verhaltensregeln in der Corona-Pandemie darstellen – mit dem Ziel, die strengere Einhaltung aller Corona-Regeln wieder mehr ins Bewusstsein der Bürger zu rücken. „Maskenverweigerer“ müssten mit hohen Bußgeldern von 250 bis 500 Euro rechnen, so die Polizei Wasserburg.

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