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Sicheres Feiern in Diskos?

„Mehr als laute Musik und Alkohol“ - Wasserburger Universum plädiert für Öffnung der Clubs

Ein Foto aus anderen Zeiten, hier war das Universum noch gut gefüllt.
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Ein Foto aus anderen Zeiten, hier war das Universum noch gut gefüllt.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Bayern diskutiert über Lockerungen, über eine Öffnung der Diskotheken wird aber nicht gesprochen. Sandra Nikolic, Leiterin des Wasserburger Universums, kann das nicht verstehen. Sie ist überzeugt: Diskos ermöglichen sicheres Feiern und sind mehr als nur „eine Halle mit lauter Musik“.

Wasserburg – Seit November vergangenen Jahres sind die Clubs bayernweit geschlossen. Eine Tatsache, die bei Sandra Nikolic, Leiterin des Wasserburger Universums, auf Unverständnis stößt. „Wie sinnvoll ist diese Maßnahme wirklich? Wie sieht sicheres Feieren für uns aus?“, fragt sie auch angesichts der Tatsache, dass sich viele Partys unkontrolliert in den privaten Raum verlagern.

Für Nikolic ist die Antwort klar: „Wir sind davon überzeugt, dass es keinen gewisseren Weg als 2G plus gibt.“ Heißt, nur geimpfte und genesene Personen mit einem tagesaktuellen negativen Schnelltest dürfen zum Feiern kommen. „Sicherer geht es ja nicht, oder?“ Doch statt dies in Diskotheken zu ermöglichen, toleriere die Politik lieber private Feiern in Hütten, ärgert sie sich.

Politische Beschlüsse werden „gewürfelt“

Aber nicht nur die Schließung auch die schon zuvor immer wieder wechselnden Vorschriften kann Nikolic nicht verstehen. „Es scheint fast so, als würden die politischen Beschlüsse gewürfelt werden“, erklärt sie. Trotz allem habe sich die Branche an alle Auflagen gehalten. „Hieß es, wir dürfen unter der 3G-plus-Auflage öffnen, haben wir uns daran gehalten“, sagt sie. Auch als nach wenigen Wochen aus 3G plus 2G wurde, sei dies umgesetzt worden. Sogar bei 2 G plus hätten die Diskotheken mitgemacht. „Es wurde so viel Zeit, Aufwand und Geld für die Organisation aufgebracht, trotz allem haben wir uns nicht beklagt.“ Denn, so Nikolic, ihr und ihren Kollegen sei nach 18 Monaten Schließung eines klar gewesen: „Wir machen alles möglich, um unsere Gäste und unserem Personal ein sicheres Feiern zu ermöglichen!“

Die Branche ist sich über die Verantwortung bewusst

Mit Fassungslosigkeit habe sie dann die Türen nach dem neuen Aus geschlossen. Nun werde über neue Öffnungsschritte diskutiert, doch während Kultur und Fußball berücksichtigt würden, spreche keiner über die Diskotheken. „Ich denke„ dass ich für die gesamte Branche spreche, wenn ich sage: Ja, uns ist bewusst, dass es gefährlicher ist als beim Einkauf, sich beim Weggehen anzustecken. Das Risiko ist natürlich erhöht durch den Alkoholkonsum und das Tanzen. Wir wissen, dass wir eine große Verantwortung haben und gehen dementsprechend auch vernünftig damit um.“ Die Branche könne eine genaue Kontaktpersonennachverfolgung sowie eine Kontrolle der 2G-plus- Regelung nachweisen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass es sicherer ist, in eine Diskothek zu gehen als in ein Fußballstadium mit 10.000 Zuschauern.“

Menschen würden stattdessen privat und unkontrolliert feiern

Zumal die Menschen sich anderweitig treffen würden. „In unserer Umgebung sind die Hütten jedes Wochenende voll mit alkoholisierten Jugendlichen“, stellt Nikolic fest. Dort werde der 2G-plus-Beschluss nicht befolgt und es könne auch keine Kontaktpersonennachverfolgung gewährleistet werden. „Ich frage mich, ob es nicht sicherer ist, eine Diskothek oder einen Club wieder aufsperren zu lassen, wo mit reichlich Personal dafür gesorgt wird, dass alle geltenden Corona-Maßnahmen durchgeführt werden, statt jedes weitere Wochenende verantwortungslose Jugendliche in ihren Hütten feiern zu lassen.“

Denn die Politik übersehe bei der Schließung von Clubs vor allem eines: „Wir sind nicht nur eine Halle mit lauter Musik und alkoholisierten Gästen. Wir sind ein Zufluchtsort für Menschen, die ihre stressige Woche vergessen wollen. Wir sind ein Treffpunkt für Jung und Alt. Wir sind da, um einfach mal den Kopf frei zu kriegen und zu guter Letzt sind wir ein wirtschaftlicher Betrieb, der in der heutigen Zeit um sein Überleben kämpfen muss.“

Wasserburger Innsekt: „Treffpunkt für das Wochenende fehlt“

Auch Jana Steffinger, Sozialpädagogin im Wasserburger Jugendtreff Innsekt, bestätigt die These, dass Diskotheken generell und das Universium speziell für Wasserburg den Jugendlichen fehlt. „Die jungen Leuten vermissen einen Ort, an dem man sich am Wochenende treffen kann“, stellt Steffinger fest. Zwar habe sie noch nichts, von „eskalierenden Partys“ gehört, aber es sei nur logisch, dass sich die Jugendlichen zuhause im Privaten träfen. Zudem stehe auch eines fest: „Zwei Jahre in dem Alter ist eine verdammt lange Zeit.“ Ihr würden die Jugendlichen sehr leid tun, die nun sei zwei Jahren nicht mehr feiern durften. „Ich glaube, niemand will im Moment in diesem Alter sein.“

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