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Umsonst geprobt

Corona macht Fasching Garaus – Haager Garde muss ausgerechnet im Jubiläumsjahr pausieren

Die Carambas bei einem ihrer letzten Auftritte im Jahr 2020.
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Die Carambas bei einem ihrer letzten Auftritte im Jahr 2020.
  • VonLudwig Meindl
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Zwei Jahre umsonst geprobt für den großen Auftritt: Das trifft die Faschingsgemeinschaft Haag ganz besonders, denn heuer hätte sie Jubiläum gefeiert. Die Stimmung ist am Boden.

Haag – Dieser Tage hätte das große Gardefestival im Haager Bürgersaal stattgefunden. Seit 35 Jahren motivierten die Faschingsgemeinschaft Haag (FaGeHa) und der TSV damit Hunderte von Tänzerinnen und Tänzern von weitum, ihr Können zu beweisen. Heuer blieben wie schon im Vorjahr die Türen geschlossen und die Lichter aus.

Seit 1987, stellte Christina Saydam von der FaGeHa in ihrer Chronik fest, wurde das Fest nahezu ohne Unterbrechung ausgeführt, zunächst vom TSV Haag, ab 1998 von der FaGeHa. Zwei volle Tage bebte der Bürgersaal vom Tanzrhythmus, versprühten die in den Gängen auf- und ablaufenden Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in ihren Kostümen ausgelassene Freude.

Zwangspause für die FaGeHa

Zwei Jahre leidet der Fasching nun unter Zwangspause. Das wirkt sich jetzt auch auf die FaGeHa aus, wie Faschingspräsident Tom Saydam mitteilt: „Für den Verein und alle ehrenamtlichen Helfer ist es aktuell sehr schwierig, die Mitglieder, die Tänzerinnen und Tänzer nach mittlerweile zwei Jahren Ausnahmezustand zu motivieren und den Spaß am Tanzen zu erhalten.“ Auftritte „in gewohnter Form“, bei denen sie ihre einstudierten Showtanzprogramme zeigen dürfen, seien „erst einmal nicht in Sicht“.

Nach wie vor dürfen sich die Haager Faschingsfreunde der stolzen Zahl von über 60 aktiven Tänzern rühmen: Die „Carambas Kids“ zählen unter der Leitung von Steffi Praßl und Susann Reuschel 22 Mädchen, die „Carambas Teenies“ unter Marissa Binder und Elena Erhart elf und die erwachsenen „Carambas“ mit dem Trainerinnenteam Sophia Glasl, Nina Schober, Alina Schneider und Sarah Mittermeier 22 Tänzerinnen und sechs Tänzer.

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Unverständlich für Sophia Glasl ist, dass die Arbeit der vergangenen zwei Jahre umsonst gewesen sein soll: „Wir hofften noch bis zuletzt, unser neues Showprogramm in diesem Fasching 2022 präsentieren zu können.“ Doch „das Herzblut und die harte Arbeit“ würden schon zum zweiten Mal durch fehlende Auftritte und Absagen der Veranstaltungen nicht belohnt. Marissa Binder kommentiert: „Es macht uns traurig, dass wir aufgrund von Corona aktuell nicht tanzen können.“ Trotzdem blieben Trainerinnen und Tänzer am Ball und hofften, „dass sich die Situation bald wieder entspannt und wir wieder auf die Bühne dürfen“. Vor zwei Jahren boten noch 600 Tänzerinnen und Tänzer aus 30 Garden auf dem Bürgersaalparkett ein buntes und lautstarkes Spektakel aus Tradition und Moderne.

Erinnerung an glanzvolle Zeiten

Allein den Nachwuchs repräsentierten 15 Garden aus Altheim, Endorf, St. Wolfgang, Taufkirchen, Dorfen, Ramerberg, Wasserburg, Buchbach, Allershausen und Haag. Aufbruchsstimmung herrschte, als Faschingspräsident Tom Saydam kommentierte: „Mehr Zuschauer als im Vorjahr, gute Akrobatik, ein Superfestival.“ Marissa Binder staunte, was da so alles auf die Bühne gezaubert werde: „Die sind mit Leib und Seele dabei.“

Vereinsgeschichte reicht bis 1982 zurück

Schon im Jahr 1950 führten den Faschingszug, der noch über Wasserburger- und Hauptstraße verlief, die Mädchen der Garde in schneidigen Hosenanzügen und modernem Kurzhaarschnitt an. Die neuere Geschichte des Haager Faschings reicht bis auf das Jahr 1982 zurück, als Brigitte Wosnitzka mit ihrer Turngruppe den Auftritt einer Garde für 1983 plante. Schon fand man auch ein Prinzenpaar: Erhard Thunn und Irina Suchland.

Seit 1997 eigener Verein

Der TSV, zu dem die neu gegründete Abteilung gehörte, stellte den Elferrat. Die Kostüme nähten damals noch die Mütter. 1997 nabelte sich der Fasching vom TSV ab und gründete die Faschingsgemeinschaft Haag (FaGeHa). Die „Teenies“ folgten, dann kamen die „Kids“. Bitter ist natürlich, dass die FaGeHa gerade im 25. Jahr ihres Bestehens den Fasching tatenlos ausfallen lassen muss.

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