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Protest gegen Maßnahmen

Corona-Kritik: Und täglich grüßt der Mittelfinger am Babenshamer Kreisverkehr

Dekorativ geht anders: Ein „Maibaum“, der offensichtlich die Corona-Beschränkungen kritisieren soll, grüßt seit dem 1. Mai die Autofahrer am Kreisverkehr Babensham per „Stinkefinger“. Seit Kurzem ist er auch mit Leitpfosten „geschmückt“. Seit Dienstagnachmittag (18. Mai) ist das Objekt entfernt.
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Dekorativ geht anders: Ein „Maibaum“, der offensichtlich die Corona-Beschränkungen kritisieren soll, grüßt seit dem 1. Mai die Autofahrer am Kreisverkehr Babensham per „Stinkefinger“. Seit Kurzem ist er auch mit Leitpfosten „geschmückt“. Seit Dienstagnachmittag (18. Mai) ist das Objekt entfernt.
  • Andrea Klemm
    VonAndrea Klemm
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Richtig Mühe hat sich der unbekannte „Künstler“ gemacht, der den Kreisverkehr bei Babensham mit einem schwarzen Maibaum mit „Stinkefinger“ dekoriert hat. Das Objekt, das in einem schweren Betonsockel steckt, ist als Kritik gegen die Corona-Maßnahmen zu verstehen und betrauert unter anderem die Grundrechte. Inzwischen hat es die Polizei mit der Straßenmeisterei entfernt, weil es eine potenzielle Gefahr im Verkehrsraum darstellt.

Babensham – Da hat sich jemand richtig viel Mühe gemacht: Ein oder mehrere Unbekannte haben am Kreisverkehr bei Babensham am 1. Mai einen „Maibaum“ aufgestellt, der als Kritik gegen die Corona-Maßnahmen zu verstehen ist.

Ganz oben ziert den etwa zwei Meter hohen schwarz gestrichenen Stamm eine angedeutete Hand mit ausgestrecktem Mittelfinger. Unter einem schwarzen Kranz prangen drei Schilder mit den Aufschriften „Freiheit?“, „Grundrechte?“ und „Kontaktbeschränkungen?“. Der Maibaum steckt in einem eigens dafür gegossenen Betonsockel.

Leitpfosten herausgerissen

Und seit wenigen Tagen hat ihn der oder die „Künstler“ noch mit herausgerissenen weißen Leitpfosten „verziert“.

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Jeden Autofahrer grüßt also an dieser markanten Stelle von Babensham seit über zwei Wochen der Mittelfinger. Was ist die Botschaft des Urhebers? Er will sein altes Leben zurück – wie es vor der Pandemie war und pfeift dabei auf die körperliche Unversehrtheit von anderen? Sicherheit im Straßenverkehr scheint ihn auch nicht zu kümmern: Die weißen Leitpfosten haben eine Funktion, man soll als Fahrer den Verlauf der Fahrbahn besser erkennen, gerade bei Nebel oder etwa Dunkelheit.

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Und der Betonsockel könnte auch zu einem Problem werden, wenn beispielsweise ein Verkehrsteilnehmer bei überhöhter Geschwindigkeit auf den Kreisel rast. „Da ist Gefahr im Verzug“, sagt Silvia Hacker von der Straßenmeisterei Ebersberg, die sofort ihren Streckenwart losschicken will.

Bei Unfall schlimmere Schäden zu befürchten

„Rast da einer drauf, beschädigt er sein Auto vielleicht noch stärker. Und wenn die Ölwanne unten aufgerissen wird, dann läuft Öl ins Erdreich“, sagt sie im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Bisher sei ihr der „Maibaum“ noch nicht gemeldet worden.

Unterhaltspflicht hat Straßenmeisterei

Der Kreisverkehr wurde zwar von der Gemeinde Babensham in kommunaler Sonderbaulast errichtet. Zuständig für den Unterhalt ist jedoch das Straßenbauamt Rosenheim und damit die Straßenmeisterei.

„Wir haben uns schon gewundert, dass die Streckenkontrolle in den orangen Autos den ,Maibaum‘ nicht schon längst entfernt hat“, sagt auf Nachfrage Martin Kubiczek, Geschäftsleiter im Rathaus Babensham.

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Richtig viel Mühe hat sich der Urheber der stummen Protest-Aktion gemacht und einen Betonsockel gegossen, um seinen „Baum“ gegen den Sturm zu sichern.

„Und jetzt auch noch die Straßenstempen dazu“, sagt er kopfschüttelnd. Er verweist auf die Zuständigkeit des Straßenbauamtes auf die Frage, warum denn der gemeindliche Bauhof das „Protest“-Werk noch nicht längst entfernt habe.

War das ein Streich?

Wer der Urheber sei, sei ihm nicht bekannt. „Wir wissen nicht, ob es ein Streich war, ein hiesiger Verein oder jemand von außerhalb. Beschwerden haben mich bisher keine erreicht, vielleicht traut sich auch keiner anzurufen und jemanden hinzuhängen“, mutmaßt Kubiczek. Kundgebungen von Corona-Skeptikern habe es zuletzt ja immer wieder gegeben.

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Von der Befestigung mittels Betonsockel erfährt er durch die Heimatzeitung. „Das ist nicht gut. Ich sehe da Gefahr im Verzug und schicke den Bauhof gleich raus.“

Polizei: Hat da nichts zu suchen

Auch bei der Polizei Wasserburg gingen bisher noch keine Meldungen wegen des „Mittelfingers am Kreisel“ ein, wie PI-Chef Markus Steinmaßl auf Nachfrage am 18. Mai sagt. Ein Beamter traf sich sogleich mit dem Straßenmeister vor Ort und mit vereinten Kräften wurde das Objekt entfernt.

„Das ist eine potenzielle Gefahr für den Verkehrsraum und hat da nichts zu suchen“, teilte im Anschluss Steinmaßl der Zeitung mit. Auch stelle dieser „Maibaum“ eine Ablenkung dar, ähnlich wie eine Werbetafel, die man auch nicht einfach im Straßenbereich aufstellen dürfe. Auf eine Diebstahlanzeige wegen der Stempen verzichtet die Straßenverkehrsbehörde; die Pfosten haben einen geringen Wert von rund 20 Euro.

„Bei der Streckenkontrolle durch die Straßenmeisterei wird auffallen, wo diese fehlen und sie werden dann wieder eingesetzt“, so Steinmaßl. Ein Ermittlungsverfahren werde nicht eingeleitet.

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