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FEIER IM KLOSTER

Corona kriegt Pater Aimer aus Gars nicht klein – jetzt feiert der Redemptorist 100. Geburtstag

Eine Wäscheleine mit Fotos aus dem Leben des Jubilars berichtet von Pater Aimers Stationen in seinen 100 Jahren. Zum Geburtstag gratulierten (von links) Rektor Josef Schwemmer, die Krankenschwestern Ingrid Wagenspöck, Margarete Lohner und Angela Strecker (kniend) sowie Bürgermeister Robert Otter.
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Eine Wäscheleine mit Fotos aus dem Leben des Jubilars berichtet von Pater Aimers Stationen in seinen 100 Jahren. Zum Geburtstag gratulierten (von links) Rektor Josef Schwemmer, die Krankenschwestern Ingrid Wagenspöck, Margarete Lohner und Angela Strecker (kniend) sowie Bürgermeister Robert Otter.
  • VonBruno Münch
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Corona hat ihn nicht klein gekriegt: Pater Hans Aimer. Und jetzt feierte er seinen 100. Geburtstag im Kloster der Redemptoristen in Gars – und zwar geistig rege und in guter gesundheitlicher Verfassung.

Gars – Geistig rege und in guter gesundheitlicher Verfassung kann Pater Hans Aimer auf hundert bewegte, arbeitsreiche und sinnerfüllte Lebensjahre zurückblicken.

Und auch sein Ehrentag bescherte dem Jubilar ein umfangreiches Programm. Einer ersten morgendlichen Gratulation durch den Rektor des Klosters, Pater Josef Schwemmer, und den Garser Bürgermeister Robert Otter folgte die Aufwartung durch Mitbrüder und Angestellte des Klosters.

Aimer als Primiziant im Jahr 1954.

Am Nachmittag erwarte er, so teilte Pater Aimer mit, seine Verwandtschaft und am Abend freue er sich auf einen Dankgottesdienst in der Klosterkapelle mit P. Edmund Hipp, dem Provinzial des Ordens.

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Schon 105. Geburtstag ins Auge gefasst

Die Glückwünsche der ganzen Marktgemeinde überbrachte Bürgermeister Robert Otter dem Jubilar, der einer alteingesessenen Garser Familie entstammt. Mit ihm tauschte Otter gemeinsames Wissen über den Heimatort aus und fasste auch schon einmal die Feier des 105. Geburtstags ins Auge.

Zahlreiche Pater an Corona erkrankt

Zur Sprache kamen unter den anwesenden ersten Gratulanten die jüngsten Corona-Erkrankungen, von denen zahlreiche Klosterangehörige, darunter auch der Jubilar, betroffen waren. Es gab auch Todesfälle.

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Zum Geburtstag viel Glück, Pater Aimer!

Nach jüngst durchgeführten Bluttests stehe das Kloster jetzt wieder sehr gut da, stellte Rektor Schwemmer fest und Pater Aimer teilte mit, dass die Krankheit bei ihm selbst einen milden Verlauf genommen und der jüngste Antikörpertest einen Bestwert aufgewiesen habe. Zur Feier des Tages hatte man im Flur eine Wäscheleine gespannt und mit Fotos aus dem Leben des Jubilars versehen: Amüsiert zeigte man auf ein Foto, auf dem sich Pater Aimer vor Jahrzehnten an Fasching als „alter Mann“ verkleidet hatte. Und an Humor fehlt es ihm auch heute nicht, wenn er zurückblickt und aus seiner Tätigkeit als Volksmissionar erzählt. „Ein Herz wie ein Gaul“ habe man gebraucht und einen robusten Magen dazu, wenn man über die Lande reiste und ein Dreivierteljahr aus dem Koffer lebte.

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Von der Saar bis nach Vorarlberg und Graz, aber auch bis hinauf nach Hof und bis in die Schweiz hinein sei er unterwegs gewesen, erzählt der Pater stolz.

Ob er einen Rat für junge Menschen von heute habe, wird er gefragt. „Dem Herrgott vertrauen, das Beten nicht vergessen und mit guten Menschen zusammen sein“, empfiehlt er nach kurzer Überlegung und fügt noch hinzu, dass ihm persönlich auch die Verehrung der Gottesmutter und des Heiligen Antonius wichtig sei. Für die Zukunft wünsche er sich, dass die Menschen „wach werden für den Glauben“.

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Als Rektor Schwemmer auf Herzinfarkt, Prostatakrebs und Krankenhausaufenthalte, die den Jubilar vor Jahren trafen, zu sprechen kommt, winkt dieser ab, als sei gerade das für ihn gar nicht so wichtig gewesen. Lieber spricht er über das, was ihm heute Freude macht. Das sei seine Gymnastik auf der Pflegestation bei bester Betreuung der Schwestern, seine tägliche Zeitungslektüre und auch seine Touren im Elektrorollstuhl, auf denen ihn ein Mitbruder begleitet. Dann umkreisen beide das Kloster und begutachten die rege Bautätigkeit auf der nahen Großbaustelle des Gymnasiums.

Ausgeglichen und ausgleichend

Hans Aimer als Kleinkind.

Dass Pater Aimer am aktuellen Zeitgeschehen und an allem, was ihn umgibt, interessiert ist, bestätigen die Krankenschwestern, die sich in die Gratulanten eingereiht haben, aus voller Überzeugung. Und Pater Josef Steinle bescheinigt seinem Mitbruder, dass er ein „ausgeglichener und ausgleichender Mann“ sei, der Ruhe ausstrahle und in Konflikten vermitteln könne. In jungen Jahren sei er auch auf Berge gestiegen und könne heute noch bis in Einzelheiten schildern, was er damals erlebte.

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Stationen aus einem 100-jährigen Leben:

• 8. März 1921 in Gars geboren, Vater Eisenbahner und Bahnhofsvorstand, Mutter Hausfrau, ein Bruder, zwei Schwestern

• 1933 Schüler im Internat der Redemptoristen in Gars, später im Internat Günzburg

• 1940 Einberufung zum Arbeits- und Waffendienst, daher kein Abschluss des Gymnasium mit dem Abitur

• 1939 bis 45 im Zweiten Weltkrieg drei Jahre Soldat in Griechenland und auf dem Balkan, dreieinhalb Jahre Gefangenschaft

• 1948 Rückkehr in die Heimat, nach einer „Eingangsprüfung“ Gasthörer phil.-theologischer Vorlesungen an der Ordenshochschule Gars

• 1949/50 Noviziat in Gars, zusammen mit zehn Klerikern und zwei Brüdern, danach Ordensgelübde

• 1954 Priesterweihe

• Kloster Halbmeile bei Deggendorf, Seelsorger der Pfarrei Seebach

• Erzieher/Präfekt in den Internaten Günzburg und Ingolstadt, zweites Noviziat

• 1962 Studienheim St. Gerhard in Riedlingen, Aushilfen in der Seelsorge, Gemeindemissionen, Rektor des Hauses von 1975 bis1978

• 35 Jahre Wirken im Kloster Forchheim, 1978 bis 1984 als Hausoberer, dann bis 2002 als „Minister“ verantwortlich für wirtschaftliche und finanzielle Belange des Klosters

• 2013 Rückkehr nach Gars, Pflege- und Krankenstation

• 2018 Professjubiläum in Gars (60 Jahre)

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