Corona kann Gartler in St. Wolfgang nicht stoppen, doch eine Veranstaltung muss kürzer treten

Sankt Wolfgangs Gartler-Chef Rudi Brand im vereinseigenen Kräuter- und Gemüsegarten mit neuem Hochbeet, Zaun und Hackschnitzelauflage. Weingartner
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Sankt Wolfgangs Gartler-Chef Rudi Brand im vereinseigenen Kräuter- und Gemüsegarten mit neuem Hochbeet, Zaun und Hackschnitzelauflage. Weingartner

Der Gartlertag in St. Wolfgang hat Tradition. Auch heuer soll er stattfinden – allerdings nur in abgespeckter Form. Doch es gibt auch gute Nachrichten vom Gartenbauverein..

Sankt Wolfgang –Über „ein wohl gutes Apfeljahr“, so der Vorsitzende des Gartenbauvereins St. Wolfgang, Rudi Brand, können sich die Gartler trotz der Corona-Pandemie freuen. Die Beschränkungen haben den zweitgrößten Gemeindeverein mit mehr als 700 Mitgliedern und die Sankt Wolfganger Apfelkönigin Raphaela I. Müller in ihren Aktivitäten eingeschränkt. Einige Termine mussten schon entfallen. Im Jahresprogramm steht der Gartlertag am 3. Oktober fest, allerdings in kleinerem Rahmen.

Im Vereinsheim berichteten Brand, Schriftführerin Amalie Rust und Kassiererin Annemarie Schleinkofer, was derzeit im Verein abläuft. Der Gartlertag war in den letzten 21 Jahren eine weit über die Gemeindegrenzen hinaus etablierte Veranstaltung mit über 2000 Besuchern. Dieses Jahr könne der 22. Gartlertag „leider nicht in gewohnter Weise stattfinden“, bedauere die Vereinsführung. Je nach aktueller Situation werde man versuchen auf dem Schulpausenhof einen Warenmarkt mit lokalem Obst, Gemüse sowie gartennahen Artikeln zu organisieren. Eine Bewirtung der Besucher wird es nicht geben.

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Ein weiterer angesehener Service der Gartler ist nach der Obsternte das Saft pressen im Vereinsheim. In Scharen kommen heimischen Gartler als auch Gartler von weit weg. Man werde sich auf das Pressen vorbereiten, versicherte Brand. Die Abfüllanlage sei hygienetechnisch aufgerüstet worden, Abstände können einhalten werden und das Pressteam trage Masken. Trotz des Mehraufwands werde „das Saftpressen nicht teurer“, kündigte Brand an.

Vorbildlich im ganzen Landkreis ist der aktive Nachwuchs mit 70 bis über 100 Junggartlern. Die Kinder- und Jugendgruppe wurde von Rust aufgebaut und wird von Andrea Hammer weitergeführt. Per Post hatten die Kinder für die Pflanz- und Saatzeit eine Pflanzkiste zum Selberpflanzen verschiedener Gewächse bekommen, erzählte Rust.

Der vereinseigene Kräuter- und Gemüsegarten konnte mit einem neuen Gartenzaun, einer neuen Hackschnitzelauflage und einem zusätzlichem Hochbeet hergerichtet werden. Die Arbeiten wurden entweder zu zweit oder durch eine Familie verrichtet, berichtete Brand. Auch die Aktion „Kartoffeln setzen“ sei bereits von einer Familie in Eigenregie erledigt worden.

Die Drei-Tages-Lehrfahrt nach Heidelberg musste storniert werden. Die Fahrt wird auf einen späteren Termin verschoben und soll voraussichtlich vom 16. bis 18. Juli 2021 stattfinden. Auch die Arbeitseinsätze in der Streuobstwiese konnten nicht durchgeführt werden. Den Bäumen werde der fehlende Schnitt aber nicht schaden. Der nächste Arbeitseinsatz für Patenbaumbesitzer und sonstige Helfer- findet am Samstag, 6. Juni, statt.

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Alle weiteren Termine, wie etwa die ausgefallene Jahresversammlung, werden nach aktueller Situation neu geplant und bekannt gegeben. Auf der Jahresversammlung sollten auch die Gewinner der gestifteten Kindermitgliedschaften bekannt gegeben werden. Beim Besuch des letzten Gartlertags hatte Landrat Martin Bayerstorfer spontan zugesagt fünf neue Kindermitgliedschaften bis zum 18. Lebensjahr zu übernehmen. Brand habe ebenfalls eine Patenschaft übernommen. Die Gewinner sind: Eva Zimmermann, Lena Häusler, Yost Bennet, Markus Lechner, Maximilian Handwerker und Michael Reiner.

Apfelkönigin im Corona-Pech

„Corona-Pech" habe die 2019 gekrönte elfte Sankt Wolfganger Apfelkönigin Müller. Die Regentschaft werde durch die Beschränkungen sehr beschnitten, was die Armstorferin bedauere. Einige Termine konnte die 20-Jährige aber bereits wahrnehmen, wie etwa den Neujahrsempfang des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder in München, die „Grüne Woche“ in Berlin und den heimischen Faschingsumzug. Corona bedingt erhielt die Apfelkönigin Absagen vom Hoheiten-Ski-Rennen in der Steiermark, dem Blütenball und dem Apfelblütenfest in Südtirol. Müller sei „gespannt“, was sie als Repräsentantin des Sankt Wolfganger Apfels und Gartler-Vereins „noch alles erleben darf“. Bei vielen ihrer „Kolleginnen“ wurde die Amtszeit verlängert, das unterstütze auch die Vereinsführung. hew

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